Die Kamera kann mehr!

Das Smartphone macht nicht nur schöne Fotos, sondern hilft uns mittels Kamera auch auf die Sprünge: 6 Apps für verblüffende Tricks.

Selbst zur Bändigung ungezogener Haustiere sind diese Kamera-Apps geeignet.
Video: Matthias Schüssler

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Beim letzten Update für die Excel-App hat Microsoft eine Funktion eingebaut, die ebenso erstaunlich wie praktisch ist. Der unscheinbare Knopf «Daten aus Bild einfügen» aktiviert die Kamera des iPhones oder Android-Telefons und erfasst Daten ab Papier oder Bildschirm. Die Text und Zahlen werden automatisch erkannt und passend in die Tabellenkalkulation eingetragen. So kann man sofort mit ihnen weiterarbeiten und mit minimalem Aufwand zum Beispiel Rechnungen überprüfen. Es gibt die Excel-App für Android und iPhone. Sie ist auf Geräten mit weniger als 10,1 Zoll Bildschirmdiagonale kostenlos nutzbar. Darüber braucht es ein Office-365-Abo.

Google Lens ist eine App, mit der sich die Welt via Kamera erschliessen lässt: Die App erkennt Alltagsgegenstände und Objekte um uns herum. Sie identifiziert Pflanzen, Tiere und Sehenswürdigkeiten. Sie zeigt bei Produkten Bezugsmöglichkeiten an. Und demnächst hilft sie sogar, auf einer Speisekarte das beliebteste Menü aufzuspüren. Es gibt Google Lens als separate App für Android. iPhone-Nutzer verwenden die Lens-Funktion über die Fotos-App: Wählen Sie ein Foto aus und tippen Sie auf das Lens-Symbol, das ein bisschen wie eine Lupe aussieht.

Die App Visualize (kostenlos fürs iPhone) erkennt Alltagsgegenstände und beschreibt sie. Das ist praktisch für Sehbehinderte und blinde Nutzer. Und da die App bislang nur mit Englisch funktioniert, bietet sie eine praktische Möglichkeit, sehr schnell das englische Wort für einen Gegenstand in Erfahrung zu bringen.

Längst nicht nur für faule Schüler

Die App Photomath löst Rechnungen und Gleichungen ab Blatt. Nicht nur das: Sie zeigt auch den Lösungsweg auf und stellt, falls möglich, die Lösung auch als Graph dar. Die App wird übrigens längst nicht mehr nur von Schülern verwendet, die keine Lust haben, selbst zu rechnen. Sie wird auch von Eltern eingesetzt, die ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen und ihre allenfalls eingerosteten Mathe-Kenntnisse auffrischen müssen. Und selbst Lehrer setzen die App ein, da sie hilft. Lösungen zu veranschaulichen und im Detail zu erklären. Es gibt die App kostenlos für Android und iPhone.

Alfred Camera verwandelt das Smartphone in eine Überwachungskamera. Die App sendet ein Livebild, das man über ein zweites Telefon oder via Browser überwacht. Es gibt eine Bewegungserkennung mit automatischer Meldung von verdächtigen Aktivitäten. Und über die Gegensprech-Funktion kann man sich auch bemerkbar machen.

Für Ad-hoc-Überwachungen

Diese App ist eine gute Lösung für Leute, die keinen Bedarf für eine fest installierte Sicherheitskamera haben, sondern gelegentlich froh um die entsprechende Möglichkeit wären. Sinnvoll ist, wenn man ein altes, sonst nicht mehr gebrauchtes Telefon zur Hand hat – das während der Überwachung am Strom angeschlossen sein sollte. Alfred Camera ist kostenlos für Android und iPhone verfügbar. Für die erweiterten Funktionen (u.a. Zoom, Aufnahmen in HD, zeitgesteuerte Überwachung, Werbefreiheit) braucht man ein Abo für 4 Franken im Monat oder 33 Franken im Jahr. Natürlich gelten auch für die mobile Überwachungslösung die gesetzlichen Regeln, die hier erklärt sind.

Wir haben auch in früheren Videos schon klevere Apps vorgestellt, die die Kamera auf unorthodoxe Weise nutzen: Mit einer App den Papierkrieg gewinnen stellt Möglichkeiten vor, per Smartphone Dokumente zu digitalisieren. Apps, die verblüffen und berühren zeigt die faszinierendsten Apps für Augmented Reality. Und im Beitrag Mit diesen Apps misst das Smartphone richtig werden Apps vorgestellt, mit denen man Längen und Distanzen bestimmt und einfach Pläne und Karten erstellt.

Erstellt: 10.06.2019, 17:46 Uhr

Tipps und Tricks in Videoform

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In der Videoreihe Digitale Patentrezepte gibt Matthias Schüssler exklusiv für Tagesanzeiger.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

Die neue Folge wird jeweils am Montagnachmittag, etwa um 16 Uhr veröffentlicht.

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