Die neuen Airpods im Test: Viel Freude und zwei Ungereimtheiten

Apple hat die Drahtloskopfhörer rundum erneuert. Auch wenn man ihnen das nicht ansieht. Wir haben probegehört.

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Als Apple vor zweieinhalb Jahren mit den Airpods die drahtlosen Kopfhörer vorstellte, war die Meinung in meinem Umfeld schnell gemacht: Sehen komisch aus, und zu teuer sind sie auch.

Zugegeben, was das Design angeht, hatte ich auch meine Zweifel. Zumal ich mir als Träger der ersten Stunde all die Witze – und glauben Sie mir, ich kenne Sie alle – anhören musste.

Beim Preis von 180 Franken jedoch war ich überrascht. Ich hätte erwartet, die Airpods würden mindestens 100 Franken teurer. Schliesslich lag der Preis für solche Drahtlos-Kopfhörer 2016 nicht selten über 200 Franken. Die Modelle von Samsung kosteten 220 Franken. Die von Bragi gar 350.

Insgesamt gefielen die Airpods der ersten Generation damals im Test sehr gut. Die Bedienung war kinderleicht, und der Klang war besser als erwartet und für meine Bedürfnisse mehr als gut genug.

Rückwirkend muss man festhalten, die Airpods sind eines der besten Erst-Generationen-Geräte der letzten zehn Jahre. Für gewöhnlich bereut man den vorschnellen Kauf sonst häufig. Nicht bei den Airpods. Kein Wunder, sieht man sie inzwischen überall.

Alles neu macht der März

Nun hat Apple Ende März neue Airpods vorgestellt. Die heissen nicht etwa Airpods 2, sondern weiterhin Airpods. Optisch sehen sie dem Vorgängermodell zum Verwechseln ähnlich. Auch der Preis ist gleich geblieben.

Doch so unscheinbar die Neuerung auf den ersten Blick erscheint, so bedeutend ist sie, was die Innereien angeht. So kommt in den Kopfhörern nun ein neuer, speziell für Kopfhörer entwickelter Apple-Chip zum Einsatz, und gegen einen Aufpreis gibt es neu auch eine Box, die sich drahtlos laden lässt.

Willkommene Verbesserungen

Im Alltag sind mir vor allem zwei Verbesserungen sehr positiv aufgefallen. Da ist zum einen der neue Apple-Chip. Dank dem kann man nun viel schneller zwischen einem iPhone und zum Beispiel einem iPad oder der Apple Watch als Soundquelle wechseln. Was vorher schon mal fünf Sekunden gedauert hat (oder auch mal gar nicht geklappt hat), geht nun gefühlt in 1–2 Sekunden.

Noch bequemer wäre es allerdings, wenn die Airpods konstant mit allen Apple-Geräten verbunden wären und jeden Ton abspielen würden. Doch das wäre wohl, gerade was den Mini-Akku angeht, zu aufwendig. Dass man nun per Knopfdruck entscheiden muss, von welchem Gerät der Ton kommt, ist immer noch deutlich bequemer als bei anderen Drahtloskopfhörern, wo man das mühsam in den Bluetooth-Einstellungen regeln muss.

Die zweite Neuerung ist in meinem Fall allerdings noch praktischer: Da die Ladebox nun drahtlos geladen werden kann, komme ich nun im Alltag zum ersten Mal seit Jahren ganz ohne Apples Lightning-Kabel aus. Im Büro und zu Hause lege ich Handys und Kopfhörer nun einfach auf ein Ladedock.

Unsicherheitsfaktor Akku

Da der Akku der alten und neuen Airpods für meinen Alltag mehr als gut genug ist, hatte ich im Test nie mit leeren Kopfhörern zu hadern. Der Akku der Airpods hält laut Apple 5 Stunden für Musik und 3 Stunden beim Telefonieren. Innert 15 Minuten könne die Ladebox die Kopfhörer wieder für 3 weitere Stunden laden.

Selbst habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, sollte der Akku tatsächlich mal knapp werden, einen Kopfhörer im Ohr zu lassen und den anderen parallel in der Box nachzuladen.

Besorgniserregender klingen dagegen Berichte von Käufern der ersten Stunde, die berichten, dass ihre Airpods von 2016 inzwischen deutlich weniger Akkukapazität hätten. Da sich der Akku in den Mini-Kopfhörern nicht austauschen lässt, wäre es sehr bedauerlich, wenn die Laufzeit nach drei bis vier Jahren derart abnehmen würde, dass man neue kaufen muss. Selbst ist mir bis jetzt aber nicht aufgefallen, dass die Kapazität drastisch nachgelassen hätte.

Ach Siri!

Die einzige wirkliche Enttäuschung im Test war Apples Sprachassistentin Siri. Neu kann man diese nämlich bequem per «Hey Siri» rufen. Bei den alten Airpods musste man sich zweimal ans Ohr klopfen.

Da Siri aber derart langsam auf den «Hey Siri» Befehl reagiert, weiss man nie, ob sie nun auch wirklich zuhört. Im Test kam es oft vor, dass ich nach «Hey Siri» erst mit mehreren Sekunden Verzögerung zur Antwort bekam «Ich bin da». Ebenso häufig passierte es, dass ich einen Befehl einsprach und dann nichts passierte, da Siri den Weckruf offensichtlich nicht gehört hat.

Wenn Siri allerdings funktioniert, ist es grossartig und ein Vorgeschmack auf das, was die nächsten Jahre bringen werden. Doch aktuell ist im Umgang mit Siri immer noch viel zu viel Geduld, Goodwill und Experimentierfreude gefragt. Schade!

Fazit: Wer schon Airpods hat, braucht die neuen nicht. Ausser man wechselt häufig zwischen Apple-Geräten, oder man möchte die (separat erhältliche) Drahtlos-Ladebox. Wer hingegen für sein iPhone gerne drahtlose Kopfhörer hätte, sollte sich die neuen Airpods oder auch das inzwischen häufig vergünstigte Vorgängermodell genauer anschauen. Die Kombination aus Sorglos-Komfort, Tonqualität und Ausdauer ist kaum zu toppen.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 16.04.2019, 16:56 Uhr

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