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Schneller tippen mit der Schweizer-Tastatur fürs Handy

Tippen auf dem Handy ist mühsam? Diese App verspricht Besserung. Wir haben Typewise ausprobiert.

Waben statt Quadrate: Die Buchstaben sind bei Typewise ...
Waben statt Quadrate: Die Buchstaben sind bei Typewise ...
zei
... um zwei Leerschlagtasten angeordnet.
... um zwei Leerschlagtasten angeordnet.
zei
Bestes Hirntraining: Auch wenn man nicht mit Typewise schreiben mag, gefällt das Lernspiel. Es erinnert in seiner Hinterhältigkeit entfernt an Flappy Bird (Vor diesem Spiel wird gewarnt).
Bestes Hirntraining: Auch wenn man nicht mit Typewise schreiben mag, gefällt das Lernspiel. Es erinnert in seiner Hinterhältigkeit entfernt an Flappy Bird (Vor diesem Spiel wird gewarnt).
zei
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Gedachte Sprache in geschriebene Sprache zu verwandeln, braucht nicht nur viel Hirnleistung, es braucht auch viel Übung. Das war schon vor Urzeiten so, und daran hat sich auch im Computer-Smartphone-Zeitalter nichts geändert.

Über Jahrzehnte antrainierte Fähigkeiten umzustellen und zu verändern, fällt uns entsprechend nicht leicht.

Gross war zum Beispiel der Aufschrei, als Apple mit dem iPhone Tastaturknöpfe in Rente schickte. Manch einer schwor, nie auf einem Touchscreen zu tippen. Inzwischen hat sich das Thema mehr als erledigt. Beim Smartphone.

Bei Tablets und Laptops wird weiter über Tastaturen und Eingabemöglichkeiten diskutiert. Die weitverbreitete Freude über Apples Rückkehr zum alten Tastaturmechanismus beim neusten Macbook ist nur ein Beispiel. Microsofts Experimente mit Tastaturen ohne Tasten ein weiteres.

Wie damals

Diskutiert wird aber nicht nur die Art der Tasten, sondern auch deren Verteilung. Immer wieder wird die heutige Qwertz-Tastatur (benannt nach den ersten Tasten oben links) wegen der wenig effizienten Platzierung der Buchstaben als abartige Monstrosität bezeichnet.

Was auf der Schreibmaschine von einst vielleicht noch Sinn machte, machte auf dem Computer schon reichlich wenig Sinn, und auf dem Touchscreen ist es nur noch der Tradition geschuldet, dass das Q oben links ist und das M unten rechts.

Entsprechend gibt es immer wieder Bestrebungen, die Buchstaben schlauer anzuordnen. Sich wirklich durchsetzen oder gar die Qwertz-Tastatur verdrängen konnte bisher keiner dieser Ansätze. Dennoch gibt es immer wieder Versuche, die Tastatur neu zu erfinden.

Dank Touchscreens geht das heute auch bedeutend einfacher als früher, wo man dazu eine neue physische Tastatur (also Hardware) brauchte. Heute lädt man sich einfach eine App herunter, und schon hat man eine rundum neue Tastatur.

Bienenwaben statt Quadrate

Der neuste Versuch, die Tastatur neu zu erfinden, stammt aus der Schweiz und heisst Typewise. Die App für Android und iOS wirft alles über den Haufen, was man sich gewohnt ist. Die Tastatur erinnert mit ihren sechseckigen Tasten an eine Bienenwabe. Die Leertasten (ja, es hat zwei) befinden sich in der Mitte, und die Buchstaben und Sonderzeichen sind darum herum angeordnet.

Die Tastatur ist ganz auf das Tippen mit zwei Daumen ausgelegt. Die Tasten sind so angeordnet, dass man die häufigsten Buchstaben auch am schnellsten erreicht.

Wisch und weg

Die App setzt zudem auch auf Wischgesten: Für Grossbuchstaben muss man auf einem Buchstaben nach oben wischen, gelöscht wird mit einem Wisch nach links, und hält man den Finger lang auf der Leertaste, kann man den Cursor (den blinkenden Strich, der anzeigt, wo man schreibt) verschieben.

Das klingt alles komplex und wenig intuitiv. Meinen ersten Versuch mit einer frühen Vorabversion der App brach ich vor ein paar Monaten dann auch schnell frustriert wieder ab. Es gelang mir einfach nicht, zuverlässig zu löschen, und die richtigen Buchstaben fand ich auch viel zu langsam.

Alles Gewöhnungssache

Doch seit dieser frühen Phase hat sich einiges getan. Einerseits hat Typewise inzwischen eine äusserst gelungene Einführung, die einem Schritt für Schritt die Funktionen und Kniffe erklärt. Wer will, kann sogar ein Lernspiel (ähnlich wie früher im Tastaturkurs) nutzen.

Andererseits wurde die Bedienung auch noch mal deutlich verbessert. Inzwischen tippe ich mit Typewise bei voller Konzentration schon fast so schnell, wie wenn ich mir mit Swiftkey, meiner Lieblings-Tastatur-App, wenig Mühe gebe und nicht genau hinschaue.

Swiftkey (die App wurde 2016 von Microsoft aufgekauft) nutze ich seit meinen frühen Android-Tagen. Ich kann damit rasend schnell und fast blind schreiben. Die App hat mir den Wechsel aufs iPhone erst möglich gemacht. Bis heute kann ich mich nämlich mit der Standardtastatur von iOS nicht anfreunden.

Tastatur im Abo

Ob ich mich künftig an Typewise gewöhnen kann, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen. Ich nutze die Tastatur inzwischen regelmässig für eine Kurznachricht oder eine Twitter-Botschaft. Für längere Texte oder E-Mails greife ich dann doch noch immer lieber zu Swiftkey.

Einen Versuch ist Typewise auf jeden Fall wert. Und sei es nur als Hirntraining und um zu sehen, was auch möglich wäre.

Die Basisversion ist gratis. Wer mehr Sprachen oder Designs möchte, braucht ein Abo. Das kostet entweder 2 Franken im Monat oder 10 Franken im Jahr. Die App gibt es im Apple-App-Store oder in Googles Play Store.

Haben Sie Fragen zu Typewise oder zu Tastatur-Apps im Allgemeinen – unser Autor beantwortet sie gern auf Twitterund Telegram:

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