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Die vielen Erben des SMS

Zahlreiche Kurznachrichtendienste buhlen um Nutzer. Nach der Whatsapp-Übernahme wittern die kleinen Anbieter Morgenluft.

Unheimliche Zusammenarbeit: Die Übernahme durch Facebook ist manchem WhatsApp-Nutzer nicht geheuer. Es gibt Alternativen ...
Unheimliche Zusammenarbeit: Die Übernahme durch Facebook ist manchem WhatsApp-Nutzer nicht geheuer. Es gibt Alternativen ...
Google Play
My Enigma: Der Messenger verschickt Nachrichten mit einer sogenannten End-to-End-Verschlüsselung und wurde in Zürich entwickelt.
My Enigma: Der Messenger verschickt Nachrichten mit einer sogenannten End-to-End-Verschlüsselung und wurde in Zürich entwickelt.
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Telegram ist eine WhatsApp-Alternative, die sich Sicherheit auf die Fahne geschrieben hat. Ausser mobilen Clients gibt es auch Anwendungen für Desktoprechner.
Telegram ist eine WhatsApp-Alternative, die sich Sicherheit auf die Fahne geschrieben hat. Ausser mobilen Clients gibt es auch Anwendungen für Desktoprechner.
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Mit der Übernahme von Whatsapp durch Facebook kommt Bewegung in den zerstückelten Kurznachrichtenmarkt. Anders als noch vor einem Jahrzehnt mit SMS, gibt es heute zahlreiche Anbieter, die um die Gunst der Nutzer buhlen. Die hierzulande bekanntesten Namen sind nebst Whatsapp etwa Skype (Microsoft), iMessage (Apple), Hangouts (Google), der Blackberry-Messenger und der Facebook-Messenger. Je nach Kontinent und Land sind andere Dienste im Trend. Im Kern offerieren alle ihren Nutzern dasselbe: Gratis-Kommunikation mit anderen Nutzern des jeweiligen Dienstes, das Verschicken kurzer Botschaften und das Teilen von Fotos. Jedes Angebot hat seine Vor- und Nachteile («Zu viele Dienste wollen das SMS beerben»). Während Whatsapp beispielsweise nur auf Smartphones läuft, gibt es Skype auch für Computer und Tablets.

Das wäre nicht weiter ein Problem, wenn die Dienste untereinander kompatibel wären. Anders als bei SMS reicht es nicht mehr, die Nummer eines Bekannten zu kennen, um ihn zu kontaktieren. Wenn man selbst Whatsapp nutzt und der Bekannte Skype bevorzugt, klappt es nicht. Musste man früher Telefonnummern auswendig kennen, muss man heute wissen, wer auf welchem Dienst erreichbar ist. Verschiedene Dienste wie iMessage und Hangouts haben dieses Problem ein wenig entschärft. Ist beispielsweise ein Adressat kein iMessage-Mitglied, wechselt die App automatisch auf SMS. Trotzdem dürfte es sich auch künftig kaum vermeiden lassen, mehrere dieser Messenger-Dienste zu installieren, wenn man für alle Bekannten erreichbar bleiben möchte.

Keine eierlegende Wollmilchsau

Durch das Zusammengehen von Whatsapp und Facebook ist der Messenger-Markt nämlich nicht übersichtlicher geworden. Facebook-skeptische Nutzer verhelfen derzeit zahlreichen kleineren Messenger-Diensten zu einem Aufschwung. Besonders gefragt erscheinen derzeit Messenger wie Threema, Telegram oder Myenigma. Diese versprechen dank Verschlüsselung ein Plus an Sicherheit. Schon im Zuge des NSA-Skandals konnten solche Apps neue Nutzer für sich gewinnen («Whatsapp ohne Big Brother»). Ob man diesen Diensten mehr vertraut als den grossen Anbietern, muss man für sich selbst entscheiden. Solange aber die eigenen Bekannten nicht mit wechseln, bleiben diese Apps nutzlos.

Im Selbstversuch fand sich gestern Nachmittag in den Threema-Kontakten einzig ein befreundeter Informatiker und in den Telegram-Kontakten ein anderer Technologie-Journalist. Im Verlauf des Nachmittags tauchten in der Kontaktliste eine Handvoll technologiebegeisterter Bekannter auf. Da diese Apps derzeit aber noch nicht so intuitiv funktionieren wie Whatsapp oder andere etablierte Angebote, ist fraglich, ob sie die breite Masse für sich gewinnen können. Zumal Whatsapp nach der Übernahme weiter funktionieren soll wie gehabt.

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