Diese Speicherkarte überlebt jede Kamera

Weder Wasser, Stürze noch andere Widrigkeiten sollen dieser SD-Karte etwas anhaben. Wir haben es ausprobiert.

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An Präsentationen von Fotokameras setze ich mich regelmässig in die Nesseln und mache mich bei Profifotografen und Fotojournalisten unbeliebt. Nämlich dann, wenn ich die Hersteller frage, warum sie denn nicht Speicher ähnlich wie bei Handys fest verbauen würden.

Der Aufschrei der Profis im Raum ist programmiert. Man müsse doch Speicherkarten wechseln können. Die Hersteller sagen dann meist: «Wir schauen, was unsere Kunden wollen, und richten uns danach.» Oder etwas ähnlich Konziliantes.

Aber mir sind Speicherkarten ein Graus. Die dünnen Plastikkärtchen mit dem wackeligen Schreibschutz-Riegel kosten viel und wirken billiger als die Disketten von einst. Leider führt kaum ein Weg daran vorbei. Aber es besteht Hoffnung: Erste Hersteller (Leica, Zeiss) bieten vereinzelt Kameras mit eingebautem Speicher und zusätzlichem Karten-Slot an. Ein guter Kompromiss. Aber bei den grossen Herstellern tut sich noch nichts in die Richtung.

Besonders robust und hochwertig

Hellhörig wurde ich darum, als Sony mit der Tough-Serie besonders robuste und angeblich hochwertigere SD-Karten vorstellte. Billig sind sie nicht. 32 GB kosten etwas über 100 Franken. Mehr Speicher ist noch teurer. Fürs gleiche Geld bekommt man mit weniger Tempo und mehr Lotterplastik deutlich mehr Speicherplatz.

Packt man die Tough-Karte aus, staunt man. Die Karte fühlt sich schwerer, kantiger, metalliger und um Welten hochwertiger an als alles, was ich in den letzten 20 Jahren in Digitalkameras gesteckt habe.

Sony wirbt mit allerhand Superlativen für die Karten. Man könne sie fallen lassen (auch ins Wasser), verbiegen oder gar zerbrechen könne man sie kaum, und auch sonst seien sie allen möglichen Widrigkeiten gewachsen.

Schnee, Sturz und Bad

Tatsächlich überstand die Karte einen Sturz, ein Wasserbad und ein paar Minuten im Schnee schadlos. Soweit sich das ohne Labortests beurteilen lässt.

Natürlich richtet sich die Karte aber nicht an Materialpedanten wie mich, sondern an Profifotografen, die es sich nicht leisten können, Bilder zu verlieren, weil die SD-Karte schlappgemacht hat.

Um das zu verhindern, schwören Profis auf Kameras mit zwei Speicherkarten-Einschüben. So können sie jedes Foto doppelt speichern. Doch nicht alle Kameras haben das. Zum Beispiel bei Canons und Nikons neusten spiegellosen Vollformatkameras hat es nur einen Einschub. Sony hingegen verbaut in seinen neusten Vollformatkameras nach jahrelanger Kritik (nicht von mir) zwei Einschübe.

So gesehen ist das Timing von Sony besonders geschickt. Gerade wer in seiner Kamera nur Platz für eine Speicherkarte hat, dürfte eine besonders stabile und sichere Speicherkarte interessant finden und gerne etwas tiefer ins Portemonnaie greifen.

Als Hobbyfotograf kann die zusätzliche Sicherheit freilich auch nicht schaden. Aber ganz ehrlich, mir ist in 20 Jahren noch nie eine Speicherkarte kaputt gegangen. Kameras ja. Speicherkarten nie.

Fazit: Wer eine Speicherkarte möchte, die noch funktioniert, selbst wenn die Kamera mit Wasser vollgelaufen ist, einen Sturz nicht überlebt hat oder sonst wie Totalschaden erlitten hat, sollte sich die Tough-Karte mal genauer anschauen. Gegen Verlust schützt aber auch die stabilste Karte nicht. Darum immer auch an Back-ups denken! (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.01.2019, 14:59 Uhr

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