Ehemaliger Google-Manager verkündet Ende der Spiegelreflex

Der Ex-Chef von Google+ erklärt, warum Apple bei Handy-Kameras die Nase vorn hat und Google den Vorsprung verspielt hat.

Apples-Trumpf im Kampf um die Handykrone: Die Doppelkamera des iPhone 7 Plus.

Apples-Trumpf im Kampf um die Handykrone: Die Doppelkamera des iPhone 7 Plus. Bild: Reuters

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Die Woche fing für Apple nicht gut an: Auf Druck von China VPN-Apps aus dem Appstore gelöscht und dann noch in einem Softwarepaket viele Details zum nächsten iPhone verraten.

Besser ankommen dürfte dagegen diese Meldung: Ausgerechnet ein ehemaliger Google-Manager hat auf Facebook ein Loblied auf die iPhone-Kamera angestimmt.

Von Google+ in den Gesundheitssektor

Als Senior Vice President war Vic Gundotra zuletzt beim Suchkonzern für Google+ zuständig. Seit 2015 ist er Chef der Medtech-Firma Alivcor.

Schon zu seinen Google-Zeiten liess Gundotra mehrfach durchblicken, dass er viel Freude an Fotografie hat. Unter seiner Führung wurde das soziale Netzwerk auch zu einer Fotoplattform ausgebaut. Selbst wenn man sich nicht fürs Netzwerken begeistern konnte, als Fotospeicher gefiel Google+.

Mit ein paar Jahren Abstand hat sich Gundotra nun auf Facebook zum Thema Handyfotografie geäussert:

Gundotra zeigte sich in seinem Beitrag begeistert von der Porträt-Funktion des iPhone 7 Plus. Für die meisten Leute sei damit das Ende der Spiegelreflex-Kamera gekommen. Als Beispiel zeigt er zwei Fotos, die er in einem Restaurant ohne Blitz gemacht habe. Computational Photography mache althergebrachte Kameras überflüssig. «Toller Job, Apple!», fügt er noch an.

Nachgedoppelt

Als sich in den Kommentaren drei Personen für die Kameras von Samsung-Handys aussprechen, doppelt der ehemalige Google-Manager nach: «Ich würde nie ein Android-Handy zum Fotografieren nehmen.»

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In einem weiteren Facebook-Post erklärt er seinen Standpunkt. Als offenes Betriebssystem dauere es bei Android Jahre, bis Samsung Google überzeugen könne, eine neue Kamera mit der nötigen Software zu unterstützen.

Googles Rückschläge

Die grössten Innovationen würden nämlich nicht bei der Hardware, sondern bei der Software passieren. In dem Bereich habe Google seinen anfänglichen Vorsprung verspielt. Vor fünf Jahren sei die «Auto Awesome»-Funktion grossartig gewesen. Damit wurden Fotos automatisch und ziemlich zuverlässig aufgehübscht.

Die Funktion wurde in der Zwischenzeit wieder abgeschafft. Bei Google Fotos, dem Nachfolger des Fotoarchivs von Google+ muss man Bilder nun wieder manuell bearbeiten.

Vorteil Apple

Apple hätte im Gegensatz zu Google keine solchen Probleme, so Gundotra weiter. Der iPhone-Konzern könne Hardware und Software im Gleichschritt entwickeln. Nur so seien Innovationen wie der Porträt-Modus möglich.

Sein Fazit: Wenn einem Fotografie am Herzen liegt, dann nutzt man ein iPhone. Wems nichts ausmacht, ein paar Jahre Rückstand zu haben, kauft ein Android.

(zei)

Erstellt: 02.08.2017, 16:44 Uhr

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