Zum Hauptinhalt springen

«Es war nicht nur mein erstes Handy, sondern wohl auch das beste»

Der finnische Handykonzern steckt tief in der Krise. Dabei prägten die Nokia-Handys eine ganze Epoche. Leser erinnern sich an ihr erstes Gerät mit begrenztem SMS-Speicher, Macken und Riesenakku.

Leser Gregor Frey schreibt : «Mein erstes Nokia, das 8110, und mein letztes Nokia, das 6700 (Bild). Dazwischen liegen die Modelle 7110, 7250 (mein absoluter Liebling) und 6300. Ich gehörte lange zu den Leuten, die Menschen mit einem Natel – wie man sie damals noch nannte – für Snobs hielten. Mein erstes Mobile habe ich mir angeschafft, weil ich damals in einer Gleitschirmschule war und nach einer Aussenlandung erst einmal eine Stunde laufen musste bis zum nächsten Telefon. Da hab ich mir das erste Nokia, ein 8110, angeschafft: Die berühmte Banane aus dem Kultfilm «Matrix» mit Keanu Reeves. Damals war man damit ganz schön hip. Und wie es halt so ist, irgendwann musste der Nachfolger her. Mit jedem Teil verbindet mich eine Geschichte. Heute habe ich ins Smartphone-Lager gewechselt.»
Leser Gregor Frey schreibt : «Mein erstes Nokia, das 8110, und mein letztes Nokia, das 6700 (Bild). Dazwischen liegen die Modelle 7110, 7250 (mein absoluter Liebling) und 6300. Ich gehörte lange zu den Leuten, die Menschen mit einem Natel – wie man sie damals noch nannte – für Snobs hielten. Mein erstes Mobile habe ich mir angeschafft, weil ich damals in einer Gleitschirmschule war und nach einer Aussenlandung erst einmal eine Stunde laufen musste bis zum nächsten Telefon. Da hab ich mir das erste Nokia, ein 8110, angeschafft: Die berühmte Banane aus dem Kultfilm «Matrix» mit Keanu Reeves. Damals war man damit ganz schön hip. Und wie es halt so ist, irgendwann musste der Nachfolger her. Mit jedem Teil verbindet mich eine Geschichte. Heute habe ich ins Smartphone-Lager gewechselt.»
Gregor Frey
Andrea Geissbühlers erstes Nokia (1999) und seine Nachfolger.
Andrea Geissbühlers erstes Nokia (1999) und seine Nachfolger.
Andrea Geissbühler
Kein Leserbild, aber eine interessante Zusatzinformation aus grauer Handy-Vorzeit: Swissair ermöglichte 1999 den Check-in mit dem Mobiltelefon – «als erste Fluggesellschaft der Welt», schrieb die Fotoagentur Keystone damals. Das System stand jedoch nur ausgewählten Vielfliegern zur Verfügung.
Kein Leserbild, aber eine interessante Zusatzinformation aus grauer Handy-Vorzeit: Swissair ermöglichte 1999 den Check-in mit dem Mobiltelefon – «als erste Fluggesellschaft der Welt», schrieb die Fotoagentur Keystone damals. Das System stand jedoch nur ausgewählten Vielfliegern zur Verfügung.
Keystone
1 / 8

Redaktion Tamedia rief die Leserinnen und Leser dazu auf, Bilder ihres ersten Nokias zu mailen. In der Bildstrecke sehen Sie, welche Modelle dies waren und was die Besitzer damit erlebt haben. Nicht jeder konnte mit einem Foto dienen, erinnerte sich aber trotzdem in unserer Kommentarspalte an dieses oder jenes Nokia-Erlebnis. Wir präsentieren eine Auswahl.

Fabian Müllers erstes Handy war ein Nokia 3210, dann folgte ein 3310 und 6230. Allesamt hätten über fünf Jahre durchgehalten im Einsatz, haben viele Baustellen gesehen etc. «Mit dem 3210 konnte man sogar Nägel einschlagen ;-).» Nico Rohrbach spielte gerne «Snake» auf seinem Nokia 6110 mit Antenne. Und er erinnert sich noch gut daran, dass sich der Akku durch das Gamen schnell leerte. Telefonieren mit dem Handy sei damals zu teuer gewesen und darum nur in Notfällen gebraucht worden.

Irgendwann Mitte 1996 hielt Markus Diethelm ein 8110 in den Händen: «Es war nicht nur mein erstes Handy, sondern wohl auch das beste.» Wenn er an die damaligen Telefontarife (1.30 Franken pro Minute) zurückdenkt, kommen bei ihm weniger romantische Gefühle auf. Die aufkommenden SMS seien unwesentlich billiger gewesen (dafür deutlich kürzer als heute): «Und man musste erst mühsam die SMS-Zentrale einrichten.»

Nokia von 2004 immer noch im Einsatz

Edith Nussbaums 2004 gekauftes Nokia war ihr erstes Handy und funktioniert bis heute einwandfrei. Sie will damit telefonieren, SMS nutzen und sonst nichts. «Es ist viel kleiner und deshalb handlicher als ein Smartphone. Hoffentlich leistet es mir noch lange treue Dienste!» John Maiers Nokia 6150 war ein Firmenhandy mit Riesenakku. Sein erstes eigenes Gerät war ein 8120. «Es war aber schon einiges schlechter. Ich musste einmal den Bildschirm mit Tastatur ersetzen. Geht heute auch bei keinem Smartphone mehr.»

Elsbeth Vocat konnte 1997 ihr Glück kaum fassen, als sie ein Occasion-Modell des Communicator 9000 erstehen konnte: «Das Gerät hat mir lange Zeit beste Dienste geleistet, konnte ich doch nebst SMS auch von überall ohne Internetanschluss Mails versenden und Websites aufrufen. Noch heute ziehe ich die einfachen, robusten, fast unzerstörbaren Nokia-Handys allen anderen vor.»

«Es sah einfach cooler aus»

In den Kommentaren finden sich Erinnerungen an andere frühe Handy-Erlebnisse: Daniel Frick hatte zum Beispiel ein Motorola Startac. «Es sah einfach cooler aus und man konnte unter anderem acht SMS speichern.»

Nina Baumgartner setzte auf ein Panasonic: Speicherplatz für 10 SMS, Ein- und Ausgang zusammen. «Als Teenie war das ein Drama. Ich habe die SMS von Hand abgeschrieben und erst dann gelöscht.» Nokia-Meilensteine waren aus ihrer Sicht das 3210 (die Antenne war zum ersten Mal integriert) und das 7210 (Farbdisplay und Kamera). «Und wer kennt noch die schwarz-weissen Logos und monofonen Ringtones, die man für ein paar Rappen herunterladen konnte?»

Hans Huber erzählt seine Nokia-Geschichte in Stichworten: 6150: «Unverwüstlich!» 3210: «Mainstream» 8210: «Klein und gut, musste wegen Displayfehler in Reparatur» 8310: «Softwarebug nicht behoben, SMS-Schreiben war der Horror» 6250: «Gutes, robustes Teil wieder» 6610: «Gleich beim Kauf kaputt, nach Umtausch tipptopp» Hubers Fazit: «Sorry Nokia. Damals hattet ihr das beste Betriebssystem, aber jetzt ist es definitiv zu spät, um noch etwas zu reissen...»

Urs Brunners Kommentar widerspiegelt die einstige Marktposition des Konzerns: «Nokia war so Mainstream, deshalb hatte ich immer andere Marken.» Max Schwarz hielt ebenfalls dagegen, weil Nokia für ihn damals ungefähr das war, was heute das iPhone ist: «Ein Gerät für Kiddies mit vielen überflüssigen Spielereien (Stichwort Logos, Klingeltöne).» Andreas Steiner ist überzeugt, dass es irgendwann heisse, Apple sei Mainstream gewesen, deshalb habe man ein anderes Gerät gekauft. «Früher war die Devise: Es muss ein Nokia sein. Ich hatte über Jahre hinweg immer wieder Nokia-Telefone gekauft. Heute gilt: Alles nur kein Nokia», schreibt Nora Martinek.

Rückrufaktionen und Macken

An seinem Nokia 8310 gefiel Michi Schmid, dass es sehr klein und schön anzusehen war. «Leider hatte es, wie auch die späteren Nokias, nach einem guten Jahr Macken.» Der Displayfehler sei beim 8310 ein weitverbreitetes Problem gewesen.

Auch bei anderen Lesern zeigten die Nokias Qualitätsprobleme: Karl Klammers Nokia «war so gut wie immer» in der Reparatur. «Genau deswegen haben sich auch so gut wie alle davon abgewendet, weil sie endlich ein Mobiltelefon wollten, das funktioniert.» Friedrich Meiers letztes Nokia war ein 6210. Auch er hat keine guten Erinnerungen: «Nach einer Rückrufaktion – man hatte kaputte Chips verbaut – und einem Totalausfall des Gerätes habe ich danach zu Motorola gewechselt. Ich hatte mit keinem anderen Telefon so viel Probleme wie mit dem Nokia. Mich wundert es eigentlich nicht, dass die Firma den Bach runtergeht.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch