Ferienfotos unterwegs sichern, ganz ohne Laptop oder Cloud

Dieses Gadget ist ideal auf Reisen. Doch auch ambitionierte Fotografen und Hobbyfilmer dürften daran Gefallen finden.

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Normalerweise besprechen wir hier Neuheiten. Doch in diesem Fall muss eine Ausnahme erlaubt sein. Denn neu ist der WD My Passport Wireless Pro nun wirklich nicht mehr. Ziemlich genau zwei Jahre hat das Gerät schon auf dem Buckel.

Selbst bin ich mehr durch Zufall darauf aufmerksam geworden. Videos mit hoher Auflösung (4K) oder hoher Bildfrequenz (120p) lassen sich nämlich zum Schneiden nicht direkt von meiner Kamera auf das iPad übertragen. Der Umweg über einen Laptop ist zwar möglich, aber reichlich unsinnig.

Glücksgriff im Onlineshop

Zufällig stiess ich in einem Onlineshop auf den WD My Passport Wireless Pro (ab 170 Franken). Eine Festplatte mit WLAN, SD-Kartenleser und einem Akku. Das quadratische Gerät ist etwa so gross wie ein Aschenbecher oder eine Untertasse und wiegt etwas unter 500 Gramm. In der Hosentasche wird man es nicht mittragen wollen, aber in einem Rucksack sehr wohl.

Vom Prinzip funktioniert die Festplatte so: Man nimmt die SD-Karte aus seiner Fotokamera und steckt sie in die Festplatte. Dann muss man nur warten, bis alle Punkte blau leuchten. Das bedeutet, dass die Karte komplett auf die Festplatte überspielt worden ist und man sie wieder herausnehmen kann.

Auch per USB

Auf Wunsch kann man auch einstellen, dass die Fotos gleich von der SD-Karte gelöscht werden, sobald sie auf der Festplatte gesichert wurden. Das schafft Platz für neue Fotos, läuft allerdings dem Backup-Gedanken entgegen.

Alternativ zu SD-Karten kann man Kameras auch per USB an die Festplatte anschliessen und so seine Fotos und Videos sichern. Dabei hat die Festplatte in meinem Alltag keine Probleme mit verschiedenen Dateiformaten. Gerade ambitionierte Fotografinnen und Fotografen dürften sich freuen, dass das Gerät auch Fotos im RAW-Format sichert.

Per WLAN aufs Tablet

Als wäre der Backup-Aspekt der Festplatte nicht schon nützlich genug, kommt im Anschluss der zweite Trumpf zum Zug. Da die Festplatte ein eigenes WLAN-Netz aufbauen oder sich in ein vorhandenes einwählen kann, ist es möglich, von unterwegs drahtlos per Handy, Tablet oder Laptop auf den gesamten Inhalt zuzugreifen.

Selbst bekomme ich so die eingangs erwähnten Videodateien bequem und schnell aufs iPad. Da das WLAN der Festplatte deutlich schneller ist als das meiner Fotokamera, übertrage ich nun auch grossen Mengen Fotos nicht mehr direkt aufs iPad, sondern zuerst per SD-Karte auf die Festplatte und von da aufs iPad.

Reichlich Speicherplatz

Was den Speicherplatz angeht, dürfte schon das günstigste Modell mit einem Terabyte mehr als ausreichen. Es gibt aber auch Modelle mit bis zu vier Terabyte. Diese enormen Speichergrössen sind allerdings nur bezahlbar, weil im Inneren eine gewöhnliche Laptop-Festplatte steckt.

Alternativ gibt es aber auch Modelle mit modernerem SSD-Speicher. Der hat keine beweglichen Teile und ist damit weniger fehleranfällig. Allerdings kostet dort ein Modell mit 250 Gigabyte (also einem Viertel des Speicherplatzes) 290 Franken.

Der Akku soll laut Beschreibung 10 Stunden durchhalten. Da ich ihn jeweils nur kurze Zeit nutze, hatte ich damit bis jetzt auch auf Ausflügen und Reisen nie Probleme. Notfalls könnte man damit sogar ein Handy aufladen. Ein richtiges Multifunktionsgerät, dieser WD My Passport.

Die Nachteile

Doch nicht alles ist perfekt. Die App ist zwar einfach gehalten, und die Konfiguration klappte ohne Probleme. Dennoch erinnern die verästelten Ordnerstrukturen an Windows-Dateimanager aus dem Vor-Smartphone-Zeitalter.

Auch schade ist, dass man die Festplatte nicht per USB-C laden und auslesen kann. Aber klar, vor zwei Jahren war die Welt noch nicht bereit für den neuen Standard. Heute sieht das freilich anders aus. Aber das spezielle Micro-USB-Kabel braucht ja nicht viel Platz im Reisegepäck. Vergisst man es trotzdem, lässt sich der My Passport auch mit einem normalen Micro-USB-Kabel laden.

Kein Bildschirm

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die LEDs. Da die Festplatte keinen Bildschirm hat, informiert sie stattdessen per LEDs, was sie gerade macht und wie es um sie steht. Das spart zwar Strom, ist aber mindestens in den ersten Tagen mit dem neuen Gerät gewöhnungsbedürftig.

Schliesslich ist da noch das bereits erwähnte Risiko, das mit althergebrachten Festplatten immer mitschwingt. Was, wenn sie den Geist aufgibt? Am Gerät sehe ich keine Schrauben, es dürfte also schwierig werden, die Festplatte auszubauen und zu ersetzen.

Da man per WLAN aber auch direkt auf die eingesteckte SD-Karte zugreifen kann, dürfte der My Passport bei einem allfälligen Defekt der Festplatte immer noch als drahtloser SD-Kartenleser funktionieren.

Fazit: Der WD My Passport Wireless Pro hat sich in meinem Privat- und Berufsalltag bereits bestens bewährt. Ob als zuverlässige Backup-Lösung, wenn die Cloud einmal keine Option ist, oder um Dateien schnell aufs iPad zu bringen, die sogar Apples eigene Adapter nicht unterstützen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.06.2018, 06:55 Uhr

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