Snowden will iPhones abhörsicher machen

Edward Snowden wird zum Erfinder: Der NSA-Whistleblower hat eine Hülle entwickelt, die iPhones abhörsicher machen soll.

Edward Snowden bei einem Videointerview vor Publikum im dänischen Roskilde im Juni.

Edward Snowden bei einem Videointerview vor Publikum im dänischen Roskilde im Juni. Bild: Mathias Loevgreen Bojesen/Keystone

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NSA-Enthüller Edward Snowden hat Pläne für eine iPhone-Hülle vorgestellt, die das Telefon gegen Schnüffelversuche absichert. Die Hülle erinnert optisch an ein Akkupack, das an das Telefon gekoppelt wird, um die Batterielaufzeit zu erhöhen. Sie hat aber einen gänzlich anderen Zweck: Sie meldet, wenn ein manipuliertes Smartphone unerlaubte Signale sendet. So zeigt ein Display auf dem Gerät an, wenn das Telefon Verbindungen via Bluetooth, Wi-Fi oder das Mobilnetz aufbaut, obwohl es sich im Flugmodus oder im abgeschalteten Zustand befinden sollte. Dazu klinkt sich die Hülle unter anderem in den SIM-Karten-Schlitz des Telefons ein.

Snowden präsentierte gestern das Design des Geräts auf Twitter. Es handelt sich um eine Hülle, die aktuell ausschliesslich für die Verwendung mit einem iPhone 6 gedacht ist.

Als Abnehmer der Geräts sieht Snowden vor allem Journalisten in Krisengebieten, die zum Ziel feindlicher Mächte werden können. Es bestehe die Gefahr, dass solche Reporter «von ihren eigenen Werkzeugen verraten» würden. Smartphones seien nicht nur essenzielle Arbeitsgeräte für Journalisten, sondern auch perfekte Abhör- und Ortungsgeräte. Als Beispiel zitiert Snowden den Tod der US-Reporterin Marie Colvin. Colvin sei während der Berichterstattung aus dem syrischen Homs durch gezielten Beschuss von Regierungstruppen getötet worden, nachdem diese via Funkortung ihren Standort ermittelt hätten.

Für die Entwicklung der Handyhülle arbeitet der NSA-Whistleblower mit dem US-Sicherheitsspezialisten Andrew Huang zusammen. Bislang existieren nur erste Pläne für das Gerät. Snowden will bis 2017 einen Hardware-Prototypen herstellen und ist aktuell auf der Suche nach einer Finanzierung des Projekts.

Snowden hatte schon in der Vergangenheit davor gewarnt, dass US-Geheimdienste sich Zugang zu Smartphones verschaffen könnten, um deren Nutzer auszuspionieren. Nach seiner Flucht nach Hongkong bat er Journalisten bei Treffen in seinem Hotelzimmer, ihre Telefone in den Kühlschrank zu legen, wie die «New York Times» schrieb. Dies, um Abhörversuche zu verhindern.

Erstellt: 22.07.2016, 11:53 Uhr

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