Happy Birthday, iPad!

Eine Hommage unseres Digital-Redaktors an das Apple-Tablet, das ihn seit zehn Jahren begleitet und ihm sogar einen neuen Job brachte.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Liebes iPad,

Was haben wir für turbulente zehn Jahre hinter uns. Wir haben uns angefreundet, auseinandergelebt und wieder neu angefreundet. Und heute bist du mein unverzichtbarster, bequemster und insgesamt persönlichster Computer.

Kennen gelernt haben wir uns vor ziemlich genau zehn Jahren. Am 27. Januar 2010 stellte dich Steve Jobs der Welt vor. Tatsächlich begann die Arbeit am iPad schon zehn Jahre früher. Nach seiner Rückkehr zu Apple forderte Steve Jobs einen radikal neuen Computer für unter 500 Dollar.

Dass man dafür Kompromisse machen und bewährte Sachen weglassen musste, war klar. Der Durchbruch kam in Apples Geheimlabors mit einem Touchscreen, den man mit mehreren Fingern gleichzeitig bedienen konnte.

Umweg übers iPhone

Doch statt des iPads entstand aus dem Projekt erst einmal das iPhone – und veränderte in der Folge die Welt. Kein Wunder, waren nach der Präsentation des iPads viele verblüfft: «Das ist ja nur ein grosses iPhone.» – «Wer braucht so was?» – «Wie soll das der PC der Zukunft sein?»

Die Präsentation des ersten iPad im Video

Ich selbst war auch überrascht, wie simpel das Apple-Tablet daherkam. Trotzdem war ich fasziniert. Und nicht zuletzt verdankte ich ihm einen neuen Job. Einer Bewerbung legte ich einen Radiobeitrag über das iPad bei, in dem ich das Tablet erklärte und dessen Grösse mit der einer Mausmatte verglich.

Ende Mai kam das iPad dann in der Schweiz auf den Markt. Zu meiner Überraschung blieb ich standhaft und wartete erste Tests und Eindrücke ab. Erst ein paar Monate später wurde ich schwach und kaufte mir mein erstes iPad und damit mein erstes Apple-Gerät.

Der erste Eindruck

Der Start war holprig. Im Zug nach Hause wollte ich sofort loslegen. Fehlanzeige! Das iPad liess sich nur von einem verbundenen Computer aus aktivieren. Als Android-Nutzer fiel ich aus allen Wolken. So ist das also im behüteten Apple-Garten!

In der Folge musste ich mich auch damit arrangieren, dass auf dem iPad nicht mehrere Apps gleichzeitig geöffnet sein konnten und auch kein Flash (ja, das war damals noch wichtig) lief. Trotzdem legte ich es kaum mehr aus der Hand: So ein gutes Lesegerät hatte ich noch nie. Ich las darauf im Zug unzählige Artikel und mehrere Bücher.

Ja, ich war so begeistert, dass ich die Gelegenheit beim Schopf packte und vom Radio zur Zeitung wechselte, als der Zürcher «Tages-Anzeiger» einen Produzenten und Blattmacher für eine künftige iPad-App suchte.

Die Zukunft der Zeitung

Damals herrschte Goldgräberstimmung in der Branche. Das iPad würde die Zeitung ablösen und sowieso das Lesen revolutionieren und digitalisieren. Meinten viele. Der Medienmilliardär Rupert Murdoch lancierte gar eine spezielle Zeitung exklusiv fürs iPad namens «The Daily».

Auch bei Apple herrschte Goldgräberstimmung; die ersten iPad-Jahre waren geprägt von rasantem Wachstum. Nicht einmal das iPhone legte so einen rasanten Start hin. Da durfte man schon etwas übermütig werden.

Bei uns im iPad-Team arbeiteten die Kolleginnen und Kollegen mit dem neuen, dünneren und leichteren iPad 2. Ich blieb beim 1er und wartete auf das 3er. Das liess auf sich warten.

Kleinere Alternative

2012 lancierte Google das Nexus 7. Ein kleineres Tablet mit Android. Um zu sehen, ob es künftig auch Raum für kleinere Tablets geben würde, kaufte ich mir eines und war begeistert. Als Lesegerät gefiel es mir sehr gut. Dank Android konnte ich damit auch mal etwas an unserer Website ändern und auch sonst viele Sachen, die mir das iPad verwehrte. Dass die Apps nicht so durchdacht und vielfältig waren, liess sich verschmerzen.

Im selben Jahr wechselte ich im Sommer auf ein iPad 3. Der hochauflösende Bildschirm war grossartig. Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich ausgerechnet im dümmsten Moment der zehnjährigen iPad-Geschichte ein neues Gerät kaufte. Denn schon im Herbst folgte das iPad 4. Ich ärgerte mich fürchterlich. Mein damaliger Chef dagegen freute sich riesig. Neben dem neuen iPad gab es nämlich erstmals auch ein iPad Mini.

Er war nicht der Einzige, der sich freute. Das kleinere und etwas günstigere Tablet heizte den iPad-Boom noch mal an. Dass das mit den iPad-Zeitungen keine Goldgrube ist, konnte aber auch das iPad Mini nicht überdecken.

Rupert Murdochs «Daily» kündigte ein Sparprogramm an. Rund 50 Stellen (etwa ein Drittel) wurden gestrichen. Zudem erschien die Zeitung nur noch im Hochformat. Querformat wurde eingespart.

Was heute lächerlich klingt, war tatsächlich eine Sparmassnahme. Auch unser kleines Team war jeweils bis in die frühen Morgenstunden damit beschäftigt, zu kontrollieren, ob die Zeitung in beiden Formaten gut aussah.

Übers iPad schreiben

Alles Sparen nützte nichts, und Ende 2012 wurde «The Daily» wieder eingestellt. Ich selbst wechselte 2013 auch weg von der iPad-App hin ins Digital-Ressort. Statt iPad-Zeitungen zu machen, würde ich fortan über iPads (und natürlich vieles Weitere) schreiben.

Eine meiner ersten Artikelserien war dann auch ein Selbstversuch, bei dem ich eine Woche nur mit Tablets statt mit einem Laptop oder Redaktionscomputer arbeitete. Zugegeben, das war ein bisschen ein Stunt, und manche Leserin, mancher Leser fand es eine ziemlich widersinnige Idee. Dennoch, mit etwas Erfindergeist, Geduld und einem kleinen Kniff zum Schluss gelang das Experiment (Der PC kommt flach raus).

Abstecher zu Microsoft

Für mich war klar, eigentlich würde ich gern so arbeiten. Aber es ging dann halt doch nicht und nur mit vielen Kompromissen. Das änderte sich schlagartig, als im Sommer 2014 das Surface Pro 3 von Microsoft kam. Endlich ein Tablet mit Tastatur, Stift und einem vollwertigen Betriebssystem. Ich hatte das Testgerät kaum zurückgeschickt, kaufte ich mir privat eins. Ich war fortan auch an Apple-Präsentationen im Meer der Macbooks jeweils der Typ mit dem Surface.

Grafik vergrössern

Beim iPad war die Luft derweil ziemlich raus. Es hiess inzwischen iPad Air, aber es war in erster Linie nur dünner und leichter geworden. Auch bei den Verkaufszahlen sah es nicht mehr so rosig aus.

Schlagzeilen, dass Apple ohne Steve Jobs (er war 2011 verstorben, wir machten damals eine Sonderausgabe der iPad-Zeitung) verloren sei, machten die Runde. Mitschuldig daran: das iPad. Das eben doch nicht so genial und nützlich war, wie man anfangs dachte. Grössere iPhones und die Apple Watch bewiesen postwendend, dass Apple alles andere als verloren ist. Aber beim iPad herrschte weiter Flaute.

Stifte und Tastaturen

Ich experimentierte damals mit verschiedenen Stiften und Tastaturen fürs iPad, aber nichts kam ans Surface Pro 3 heran (Her mit Stift und Tastatur).

Das änderte sich erst Ende 2015, als Apple das iPad Pro vorstellte. Ein grösseres iPad mit Stift und Tastatur. Endlich! Selbst Microsoft spielte an der Präsentation eine prominente Rolle und zeige die Office-Apps auf dem neuen Tablet.

Schnell fiel auf, dass die Microsoft-Apps auf dem iPad schneller, schöner und zuverlässiger waren als auf meinem Surface. Auch sonst liess sich spätestens zu dem Zeitpunkt nicht mehr wegdiskutieren, dass das iPad in Sachen spezieller Tablet-Apps Windows und Android deutlich abgehängt hat.

Zurück zum iPad

Auch wenn das iPad Pro etwas gar gross war, ich wechselte zurück ins iPad-Lager. Kein Jahr später reichte Apple ein kleineres iPad Pro nach, und ich hatte endlich das fast perfekte Arbeits-iPad. Das letzte Puzzleteil kam schliesslich letzten Herbst dazu: Das iPad bekam mit iPadOS (wenigstens dem Namen nach) ein eigenes Betriebssystem. Seither harmoniert das iPad auch mit externen Festplatten, und man kann es (wenn man das denn unbedingt will) mit einer Maus bedienen.

Doch auch abseits der teuren Pro-iPads hat sich in den letzten Jahren viel getan. 2017 gab es zum ersten Mal nach langer Pause wieder ein ganz gewöhnliches iPad ohne Pro, Air oder Mini – und das zu einem sehr fairen Preis. Für unter 400 Franken war es in Sachen Preis-Leistung kaum zu schlagen. Während sich andere Hersteller aus diesem Preissegment verabschiedeten, wurde das iPad auf einmal auch zum Budget-Tablet.

Das gewöhnliche iPad wurde über die Jahre sogar noch besser. Inzwischen gibt es auch dafür einen Stift und eine Tastatur. Wer nur ein Tablet oder einen Gelegenheits-Computer braucht, kann damit nichts falsch machen. Selbst Kinder und Senioren kommen damit schnell zurecht, wie ich im Alltag immer wieder erlebe.

Mehr als ein grosses iPhone

Ob mit dem günstigsten iPad für 300 Franken oder dem teuersten für 2000 Franken, man kann damit Filme schneiden, Grafiken zeichnen, Websites erstellen, Fotos bearbeiten, per Fernzugriff Mac- und Windows-Computer steuern und natürlich auch Texte wie diesen schreiben. Das iPad ist längst nicht mehr nur das zu grosse iPhone oder die Zeitung der Zukunft. Es ist in den letzten zehn Jahren ein ausgewachsener Computer geworden.

Ja, liebes iPad, das waren turbulente zehn Jahre, die wir zusammen verlebt haben. Jetzt bin ich gespannt auf die nächsten. Ausruhen kannst du dich nicht. Microsoft hat gerade nach langer Flaute endlich wieder ein spannendes Surface vorgestellt, und die restliche Konkurrenz schläft nicht. Und wer weiss, vielleicht kann man dich schon bald zusammenfalten oder eine Brille macht dich gar überflüssig.

Aber fürs Erste sag ich nur: Alles Gute zum Geburtstag, liebes iPad!

Erstellt: 22.01.2020, 08:38 Uhr

31 Tipps und Tricks rund ums iPad

Dieser Artikel gehört zu den meistgelesenen Texten des Jahres 2019. Er erschien erstmals am 7. November 2019.

Das richtige iPad

Welches Modell? Das beste iPad ist bekanntlich das, das man schon hat. Aber wenn es ein neues oder gar das erste sein soll, ist die Auswahl mit Air, Pro, Mini und Normal grösser denn je. Tatsächlich aber ist die Auswahl auch einfacher denn je. Denn das günstigste iPad kann nahezu alles, was die grösseren und teureren Apple-Tablets auch können. Mit einem Startpreis von 380 Franken ist es der Preisleistungssieger. Dank der gigantischen App-Auswahl und der einfachen Bedienung sticht es auch die Konkurrenten im Windows- und Android-Lager aus. Ein ausführlicher Test findet sich hier. Für mehr Geld bekommt man mit dem iPad Mini (ab 450 Franken) ein handlicheres Tablet, mit dem iPad Air (ab 580 Franken) einen etwas besseren Bildschirm und mit dem Pro (ab 900 Franken) einen grösseren Bildschirm, mehr Leistung und USB-C. Da iPads sehr langlebig sind, empfiehlt es sich aber auch einen Blick auf Secondhandplattformen zu werfen. Dort finden sich immer wieder Schnäppchen.

Wie viel Speicher? Da man bei iPads den Speicher nachträglich nicht nachrüsten kann, muss man die Entscheidung gleich beim Kauf treffen. 32 GB reichen für Wenignutzer und Cloudprofis. Wer aber viele Fotos, Musik oder Videos hat oder das eine oder andere Spiel herunterladen will, kommt damit schnell in die Klemme. Da man beim iPad (mit dem richtigen Adapter) nun auch externe Speichermedien anschliessen kann und ein Cloud-Speicher nicht die Welt kostet, ist die Speicherwahl aber nicht mehr ganz so entscheidend wie früher.

LTE, ja oder nein? Gegen einen Aufpreis gibts das iPad auch mit einem eigenen Modem. Damit kann das Tablet unabhängig von einem WLAN ins Handynetz. Das ist ausgesprochen bequem, kann aber je nach Handy-Abo teuer werden. Alternativ kann man natürlich auch den Hotspot des eigenen Handys nutzen und so gratis unterwegs ins Netz. Wer sein iPad sowieso nur zu Hause nutzen möchte, kann sich den Aufpreis für LTE bedenkenlos sparen.

Das richtige Zubehör

Tastatur: Die sicherste und teuerste Wahl sind Apples offizielle iPad-Tastaturen. Die halten magnetisch und müssen nicht extra aufgeladen werden und haben auch keine Bluetooth-Verbindungsprobleme. Wer sparen oder eine Funktion (z. B. beleuchtete Tasten) möchte, findet eine Vielzahl an Alternativen. Besonders bewährt hat sich für den Einsatz zu Hause die Logitech-Tastatur K780 mit iPad-Halterung für unter 100 Franken. Bluetooth-Tastaturen findet man aber auch für deutlich unter 50 Franken.

Stift: Anders als bei der Tastatur empfiehlt es sich, beim Stift keine Experimente mit Drittherstellern zu machen. Die bieten zwar auch Tablet-Stifte (schon für wenige Franken) an. Doch harmonieren die nur mässig mit den Apple-Tablets. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als die Originale zu kaufen. Wer sparen will, sollte sich auf Occasions-Plattformen umschauen oder zum Logitech-Crayon greifen. Der zusammen mit Apple entwickelte Stift ist etwas günstiger als die offiziellen iPad-Stifte und funktioniert mit allen neueren iPads. Fürs Schreiben reicht er. Wer malen möchte, dürfte die verschiedenen Druckstufen vermissen.

Hülle: Angebote gibt es in allen Farben, Materialien und zu allen Preisen, die man sich denken kann. Da es aber über die Jahre auch viele verschiedene iPads gegeben hat, lohnt es sich, genau zu prüfen, ob man die richtige Hülle ausgewählt hat. Eine Hülle lohnt sich aber nicht nur als Schutz. Es gibt noch einen zweiten Grund: Da das iPad keinen ausklappbaren Ständer hat, empfiehlt es sich, eine Hülle zu kaufen, die auch als Ständer funktioniert. So kann man das iPad auch mal auf den Tisch stellen, wenn man etwas auf Youtube oder gar einen Film schauen möchte.

Adapter: Möchte man das iPad mit einem Beamer oder einer Fotokamera verbinden, braucht es je nach Modell einen Adapter. Wer an einem iPad, iPad Mini oder iPad Air eine externe Festplatte oder einen Memorystick anschliessen möchte, braucht den «Lightning auf USB 3 Kamera-Adapter» (45 Franken). Dabei muss man aufpassen, dass man nicht den günstigeren fast gleichnamigen Adapter kauft. Mit dem funktionieren USB-Sticks nämlich nicht. Da das iPad Pro einen USB-C-Anschluss hat, kommt es mit weniger Adaptern aus.

Hub: Dank des USB-C-Anschlusses am iPad Pro kann man am teuersten iPad auch Hubs nutzen. Die machen aus einem Anschluss mehrere. So bekommt man etwa zusätzliche USB-A-, Netzwerk-, SD-Karten- und Bildschirm-Anschlüsse. Persönlich verwende ich einen Samsung EE-P5000 (120 Franken) an meinem iPad Pro und bin damit ausserordentlich zufrieden. Vergebens sucht man aktuell nach einem Hub, der aus einem USB-C-Anschluss mehrere macht. Solche gibt es aktuell noch nicht. Sollten aber laut Intel nächstes Jahr kommen.

Festplatte: Welche Festplatten mit welchem iPad harmonieren, ist nicht immer ganz klar. Theoretisch sollten alle funktionieren, doch hört und liest man immer mal wieder von Problemen. Da die Funktion aber auch erst seit diesem Sommer freigeschaltet ist, braucht es vielleicht noch ein paar Detailkorrekturen. Gute Erfahrungen mache ich mit den T5-SSD-Festplatten von Samsung.

Maus: Seit der Einführung der neuen iPadOS-Software kann man das Apple- Tablet nun auch mit einer Maus bedienen. Die Funktion ist allerdings etwas versteckt. Man findet sie unter Einstellungen/Bedienungshilfen/AssistiveTouch. Hat man die Funktion aktiviert, kann man das iPad mit einer Bluetooth-Maus verbinden. Sehr gut funktioniert das mit den MX-Master-Mäusen von Logitech. Dort kann man zudem einzelne Funktionstasten belegen. In den Einstellungen kann man – falls nötig – die Zeiger-Geschwindigkeit anpassen. Auch die Grösse des kreisförmigen Mauszeigers lässt sich dort reduzieren.

Monitor: Immer mehr iPad-Apps wissen einen zusätzlichen Monitor zu nutzen und spiegeln nicht mehr nur einfach stur den Bildschirminhalt des Tablets. Verbinden kann man nahezu jeden Monitor über einen Bildschirm-Adapter oder Hub. Die iPad-Pro-Modelle können auch per USB-C-Kabel direkt mit einem Monitor verbunden werden. Entsprechende Monitore sind allerdings noch rar und vergleichsweise teuer.

Die richtigen Apps

Die Zeiten, in denen man für jedes PC-Programm mühsam eine Alternative auf dem iPad suchen und kaufen musste, sind längst vorbei. Microsofts Office findet man auf dem iPad genauso wie Adobes Design-Apps. Neuerdings ist selbst der Klassiker schlechthin Photoshop auf dem iPad. Allerdings noch in einer auf die wichtigsten Grundfunktionen reduzierter Form.

An der Stelle seien ein paar speziell fürs iPad optimierte Apps dennoch kurz empfohlen:

GoodNotes: Es muss nicht immer OneNote sein. Die Notiz-App GoodNotes gefällt auf dem iPad dank der konsequenten Stift-Unterstützung sehr. Wer will, kann Handschrift auch mit einem Klick in Maschinentext umwandeln.

Ulysses: Schreib-Apps gibt es wie Sand am Meer. Von Apple gibts Pages, von Google Docs und von Microsoft Word. Warum also für eine Schreib-App gar ein Monats-Abo lösen? Ulysses begeistert mich als Vielschreiber seit Jahren mit einer so tollen wie aufs Nötigste reduzierten App. Ferrite: Die teuerste App, die ich mir bis jetzt gekauft habe. 30 Franken für einen Audiorekorder klingt nach viel Geld. Die App ist jedoch hochgradig zuverlässig, harmoniert mit meinem USB-Mikrofon und bietet zahlreiche Edit-Funktionen.

Affinity Photo: Wer nicht warten mag, bis Photoshop auf dem iPad in die Gänge kommt, wird seit Jahren bei Affinity Photo fündig. Das Grafikprogramm bietet alles, was man sich von Photoshop erhofft, schon heute.

Pixelmator Photo: Wem Affinity Photo zu abschreckend oder zu teuer ist, sollte sich Pixelmator Photo anschauen. Die Bildbearbeitungs-App bietet alles, was sich auch ambitionierte Fotografen wünschen.

Luma Fusion: Das häufigste Killer-Argument bei iPad-Diskussionen lautet jeweils: Toll, dieses Tablet. Aber ich muss 4K-Videos schneiden. Ich antworte dann jeweils: «Na und?» und empfehle Luma Fusion. Der Video-Editor braucht sich vor der PC-Konkurrenz nicht zu verstecken.

Outlook: Nein, das ist kein Scherz. Die am Büro-PC verhasste Mail-Software hat auf dem iPad einen fantastischen Ableger. Outlook ist aktuell (und schon seit Jahren) die beste Mail-App auf dem iPad.

Noch ein letzter App-Tipp: Der Safari-Browser ist mit iPadOS deutlich vielseitiger geworden. Man kann damit nun vor allem komplexe Webdienste besser nutzen. Gute Erfahrungen habe ich bisher mit Google Docs, Twitter, Grammarly oder Squarespace gemacht. So werden Web-Apps (Apps die man im Browser nutzt und nicht runterlädt) auf dem iPad endlich brauchbar.

Die richtige Bedienung

Die wohl beste Eigenschaft des iPads ist die einfache und intuitive Bedienung. Doch Halt! Es gibt ein paar Tricks und Kniffe, die man nicht von alleine errät und die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Fünffingerhomescreen: Man kann mit iPadOS nun einfach mit dem Finger von unten nach oben wischen und kommt auf den Homescreen (den Startbildschirm). Doch es gibt auch eine andere Methode. Wenn man die fünf Finger einer Hand auf den Bildschirm legt und zusammenzieht, als würde man jemandem signalisieren, die Klappe zu halten, kommt man ebenfalls auf den Homescreen. Das ist etwa praktisch, wenn man das iPad im Laptop-Modus hat und nicht so leicht von unten nach oben wischen kann.

Dreifinger-CopyPaste: Mit iPadOS hat Apple neue Gesten für Copy und Paste eingeführt. Hat man eine Textpassage markiert, kann man sie mit drei Fingern hochheben und mit drei Fingern auch wieder an die gewünschte Stelle fallen lassen. Die Geste braucht etwas Übung, ist dann aber sehr praktisch.

Multitasking: Ja, man kann mehrere Apps nebeneinander darstellen. Dazu wischt man die App-Leiste herbei oder öffnet per Command-Leertaste den App-Sucher und zieht das Symbol der gewünschten App an den linken oder rechten Bildschirmrand. So angeordnete App-Paare kann man auch über die Multitasking-Ansicht wieder aufrufen. Manche Apps erlauben es inzwischen übrigens, auch zwei Fenster zu öffnen. Besonders praktisch ist das bei Safari, wo man so zwei Webseiten nebeneinander anordnen kann.

Reinwisch-Fenster: Wenn man regelmässig in eine App schauen möchte (zum Beispiel Twitter oder iMessage), kann man die App auch als Wisch-App ablegen. Mit einem schnellen Wisch vom rechten Rand kommt sie ins Bild. Mit einem zweiten Wisch lässt man sie wieder verschwinden. Dazu muss man eine App wie beim Multitasking holen und dann aber nicht links oder rechts, sondern schwebend platzieren. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber ebenfalls sehr nützlich.

Zweifinger-Maus: Wer in Schreib-Apps den Cursor (den blinkenden Strich, der anzeigt, wo man gerade schreibt) verschieben möchte, kann das entweder unbequem mit den Pfeiltasten oder halb präzise mit einem Finger, indem man an die gewünschte Stelle tippt oder den Cursor packt und ihn manuell verschiebt. Praktischer ist es, auf der Touch-Tastatur mit zwei Fingern den Cursor indirekt zu verschieben. Manche Apps erlauben das auch überall auf dem Bildschirm. Mit der Zweifinger-Maus kann man übrigens auch Textpassagen markieren.

Tastatur-Kürzel anzeigen: Wie man es vom PC kennt, unterstützen auch iPads zahlreiche Tastaturkürzel. Die unterscheiden sich je nach App. Auswendig lernen muss man die zum Glück nicht. Drückt man lang auf die Command-Taste der Tastatur, werden die Kürzel angezeigt.

Schnell zurück: Wenn man sich in einer langen Liste oder einem langen Artikel wie diesem verloren hat, hilft es, schnell die obere Bildschirmkante anzutippen, und schon scrollt das iPad zurück an den Anfang.

Apps nicht schliessen: Der Glaube hält sich wacker, dass man Akku sparen könne, wenn man Apps schliesst. Tatsächlich ist iOS schlauer als wir und weiss besser, wie man Akku spart. Darum sollte man das iPad die Arbeit machen lassen und nicht dazwischenpfuschen. Apps sollte man nur schliessen, wenn sie abgestürzt sind oder sonst wie Probleme machen.

Apps verschieben: Mit iPadOS muss man, um Apps zu verschieben, nicht mehr lange den Finger auf das entsprechende Symbol halten und warten bis die App zu wackeln beginnt. Man muss nur den Finger drauf halten und kann die App sofort verschieben.

Screenshots nutzen: Screenshots sind so viel nützlicher, als viele meinen. Ich nutze sie zum Beispiel, um schnell einen Text gegenzulesen oder ein Dokument zu unterschreiben. Einfach schnell Power und Home resp. auf dem iPad Pro Power und Lauter gedrückt, und dann kann man jedes Dokument per Stift mit Notizen und Unterschriften versehen. Ohne dass man sich mit PDFs und ähnlichem herumärgern muss. Bei Screenshots kann man übrigens oben wählen, ob man nur den Bildschirminhalt oder zum Beispiel eine ganze Webseite haben möchte.

Stift-Screenshot: Screenshots kann man mit dem Stift übrigens noch bequemer machen als mit den Knöpfen. Man muss nur mit dem Stift von unten links oder unten rechts in Richtung Bildschirmmitte wischen, schon ist man im Screenshot-Tool.

Drehen statt ärgern: Der letzte Trick hat mir schon oft geholfen, wenn auf einer nicht fürs iPad optimierten Webseite ein wichtiger Knopf partout nicht auftauchen wollte. Einfach mal das iPad drehen. Vielleicht taucht der Knopf im Hoch- oder Querformat ja doch noch auf.

Haben Sie Fragen rund ums iPad – unser Autor beantwortet sie gerne auf Twitter und Telegram:

Für Technologie- und Gadget-Aficionados

Interessieren Sie sich für Digitalthemen, haben Sie Fragen zu einem Artikel, oder wollen Sie einfach nur mit Gleichgesinnten diskutieren?

Für all diese Anliegen unterhält der Tamedia-Digital-Experte Rafael Zeier in der Telegram-App einen News-Kanal für die wichtigsten Neuigkeiten und einen Chat-Kanal, um darüber zu diskutieren.

News Telegram Chat Telegram

Artikel zum Thema

31 Tipps und Tricks rund ums iPad

Welches Modell ist der Preisleistungs-Sieger, worauf man bei Tastatur und Stift achten sollte, nützliche Apps und die wichtigsten Kniffe. Mehr...

Das bessere Macbook

Wie schlägt sich das neue iPad Pro im Alltagstest? Wir haben es schon ausprobiert. Das sind die Highlights und Enttäuschungen. Mehr...

Wie schlägt sich das neue Surface gegen Apples iPad?

Microsofts neustes Tablet Surface Pro X soll es mit dem iPad Pro aufnehmen. Wir haben es getestet – und einige Vorzüge gefunden. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Mamablog Ab auf die Bäume, Kinder!

Sweet Home Ferien im Chalet

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Buntes Treiben: Mit dem Schmutzigen Donnerstag hat auch die Luzerner Fasnacht begonnen. Am Fritschi-Umzug defilieren die prächtig kostümierten Gruppen und Guggen durch die Altstadt. (20. Februar 2020)
(Bild: Ronald Patrick/Getty Images) Mehr...