Huawei präsentiert neues Flaggschiffhandy

Die Chinesen bringen ihr erstes Smartphone mit Force-Touch-Technologie auf den Markt, und sie nennen Preis und Verkaufsstart der Huawei Watch W1.

Stolz des Chefs: Richard Yu und das Mate S.

Stolz des Chefs: Richard Yu und das Mate S. Bild: AP

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Richard Yu, Chef der Huawei Consumer Business Group, stellte gestern im Vorfeld der IFA das neue Zugpferd Mate S vor und liess sich dafür über eine Stunde Zeit. Der Nachfolger des Ascend Mate 7 hat einen 5,5 Zoll grossen Bildschirm, wurde in vielen Details verbessert und kommt als erstes Smartphone in einer Force-Touch-Version – aber nicht in der Schweiz.

Äusserlich sticht die neue Form ins Auge. Das Mate S ist «curved», das heisst, es hat einen gekrümmten Rücken und einen leicht gewölbten Bildschirm. Dadurch misst es in der Mitte 7,2 Millimeter, an den Ecken angeblich nur noch 2,6 Millimeter, auch wenn es von blossem Auge betrachtet etwas dicker zu sein scheint. Es ist wie das Vorgängermodell hochwertig verarbeitet, kompakt gebaut – kleiner als das iPhone 6 plus, wie Yu verlauten liess – und passt gut in kleinere Hände.

Das Mate S ist, und darauf ist Yu besonders stolz, das erste Smartphone mit Force-Touch-Technologie. Die Technologie hat Apple auf den Touchpads seiner Notebooks eingeführt, brachte sie dann auf die Apple Watch und wird sie wohl auch im kommenden iPhone einbauen. Sie erlaubt es, durch starkes Drücken zusätzliche Funktionen auszulösen, etwa das Raus- und Reinzoomen bei Fotos. Oder man kann mit dem Finger über die Fotogalerie streichen; durch stärkere Berührung öffnet sich dann automatisch eine Vorschau der Bilder. Oder auch witzig: Das Mate S lässt sich dank Force Touch als Waage benutzen.

Die neue Funktion wird allerdings nur in den 128-GB-Modellen eingebaut sein – und die kommen nicht in die Schweiz. Allzu traurig müssen wir darüber nicht sein: Beim kurzen Hands-on nach der Präsentation in der Max-Schmeling-Halle hat sich gezeigt, dass die Technologie noch nicht einwandfrei funktioniert.

Weiter führte Yu zahlreiche kleinere Features vor, die im neuen Edelhandy stecken. Etwa den Fingerprintsensor auf der Rückseite, der Fingerabdrücke deutlich schneller erkennen soll. Mit ihm lässt sich das Smartphone entsperren, und man kann damit auch bequem Selfies schiessen, eine Funktion, die man von LG-Handys schon länger kennt. Praktisch ist auch das Sliden durch die Fotogalerie, indem man einfach mit einem Finger über den Sensor streicht.

Anklopfen bitte

Auch die Knöchelfunktion wurde weiterentwickelt. So lassen sich auf dem Mate S etwa Videos mitschneiden, indem man zweimal mit dem Fingerknöchel auf den Bildschirm klopft. Durch nochmaliges Doppelklopfen wird der Mitschnitt beendet. Mit einem weiteren Klopfen lassen sich die Videos einfach teilen.

Auch eine Funktion zum schnellen Start von Apps wurde integriert, die man bereits auf Nokia-Tablets sehen konnte: Schreibt man mit dem Knöchel etwa ein «M» auf den Bildschirm, startet die Musik-App, bei einem «e» öffnet sich der Internetexplorer, mit «c» die Kamera. Das geht wirklich schnell, sofern das Smartphone das Zeichen lesen kann. Das war im Kurztest noch nicht immer der Fall.

Das Mate S hat ferner drei Mikrofone eingebaut, mit denen sich etwa Nebengeräusche gezielt ausschalten lassen sollen. Ob dem so ist, konnten wir in der lauten Halle auf die Schnelle indes nicht überprüfen. Die Kameras – 13 MP und 8 MP – haben ebenfalls ein paar neue Funktionen wie Schwarzweissfilter erhalten. Die Bildqualität dürfte, so der erste Eindruck, etwa gleich geblieben sein. Genaueres wird aber erst ein ausführlicher Test zeigen.

Das neue Huawei-Handy wird in vier Farben und mit den Speicheroptionen 32 und 64 Gigabyte ab Ende September in der Schweiz erhältlich sein. Kostenpunkt: 649 Franken (32 GB Speicher) bzw. 699 Franken (64 GB).

Fazit: Das Mate S gefällt äusserlich sehr gut und macht einen soliden Eindruck. Die zahlreichen Features sind originell und teils auch sinnvoll. Es dürfte aber seine Zeit brauchen, bis man sie kennt und wirklich nutzen kann. Wermutstropfen: Der Preisvorteil, den chinesische Smartphones bisher boten, ist klar geschrumpft.

Huawei Watch W1 kostet 399 Franken

Zu guter Letzt überliess Yu die Bühne noch kurz der ersten Huawei-Smartwatch, der W1, die schon am Mobile World Congress in Barcelona im Februar ein Thema war. Die Watch W1 ist rund, recht klobig und läuft mit Android Wear. Sie ist mit Android- und iOS-Geräten kompatibel und wird ab 399 Franken zu haben sein. Verkaufsstart ist der 23. September.

Erstellt: 03.09.2015, 10:55 Uhr

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