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iPhone 5 im Test – was gefällt und was nicht

Apple hat in San Francisco das iPhone 5 präsentiert. Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat es einem ersten Test unterzogen. Das Fazit von Apple-Experte Roger Zedi: Eine solide Weiterentwicklung, die sich im Kern treu bleibt.

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Wer die Gerüchte im Vorfeld der heutigen Vorstellung verfolgt hat, für den hat es heute wenig Überraschungen gegeben. Die wichtigsten Neuerungen am iPhone 5 sind der grössere, längere 4-Zoll-Bildschirm, das dünnere Design mit einer Alu-Rückseite sowie der neue Stecker namens Lightning.

Etwa ein Fingerbreit länger als das iPhone 4S ist das neue Mobiltelefon und 20 Prozent dünner (noch 7,6 Millimeter), ausserdem hat es einen Fünftel des Gewichts abgespeckt und wiegt noch 112 Gramm. Es wird in metallisiertem Schwarz und Weiss erhältlich sein.

Rückseite wieder aus Alu

Die gläserne Rückseite des Vorgängers verlieh diesem einen edlen Look, doch bemängelten viele Nutzer, dass das Gerät deshalb leicht aus der Hand rutsche und das Glas dabei brechen konnte. Diese Zeiten sind mit dem iPhone 5 vorbei, die Rückseite ist neu – wie bereits beim allerersten iPhone – aus Alu. Vor allem das geringere Gewicht fällt sofort auf. Die Verarbeitung ist hochpräzis und das Gerät fühlt sich tatsächlich hochwertig an, stärker noch als das heutige iPhone.

Die zusätzliche Reihe App-Icons auf dem Homescreen sind eine willkommene Erweiterung, am meisten profitieren Apps wie Karten, Kalender, der Webbrowser oder das Benachrichtigungszenturm vom grösseren Screen. Dessen Auflösung ist, wie bereits beim 4 und 4S, gestochen scharf, auch im neuen iPhone setzt Apple auf die so genannte Retina-Auflösung, deren einzelne Pixel vom menschlichen Auge aus normaler Distanz nicht wahrgenommen werden.

Entwickler werden sich sputen müssen

Apps müssen für das neue Bildschirmformat angepasst werden, die Entwickler werden sich bis zum Verkaufsstart in zwei Wochen sputen, entsprechende Versionen anzubieten. Immerhin war ihnen das neue Format (1136 mal 640 Pixel) vorab schon bekannt. Nicht angepasste Apps werden so angezeigt wie bisher, mit schwarzen Balken oben und unten (respektive links und rechts).

Apple baut einen neuen, schnelleren Chip ins iPhone 5 ein, den A6. Dieser verspricht die doppelte Leistung, generell wie insbesondere auch bei der Grafik, allem voran Games. Davon profitiert auch die Kamera, die weiterhin 8 Megapixel Auflösung aufweist, die vordere Kamera bietet neu 720p. Neu gibt es einen integrierten Panorama-Modus. Der schnellere Chip sorgt, so unser erster Eindruck, für ein noch flüssigeres Touchinterface, Apps starten schneller. Viel mehr konnten wir in der Hitze des Gefechts nicht ausführlich testen.

Adapter für altes Zubehör

Der neue Stecker ärgert und freut die Zubehörhersteller gleichzeitig – sie müssen nun so rasch als möglich ihre Geräte anpassen, gleichzeitig winkt aber ein neues Geschäft. Ausserdem wird es einen Adapter geben, so dass auch älteres Zubehör weiter verwendet werden kann.

Der Homebutton bleibt auch beim iPhone 5 unverändert ein physischer Knopf (der einzige auf der Vorderseite), anders als beim Gros der Konkurrenz, die diesen (plus weitere Buttons) direkt ins Glas des Bildschirms integrieren.

Verzicht auf NFC

Apple verzichtet ausserdem auf NFC oder ähnliche Technologien, die für das Bezahlen per Mobiltelefon genutzt werden können. Offenbar hält man die Zeit dafür noch nicht für reif. Google und andere Hersteller bieten hingegen bereits erste NFC-Handys an, allerdings hat sich bisher keine mobile Bezahllösung breit durchsetzten können.

Alles in allem ist das iPhone 5 eine solide Weiterentwicklung, die sich im Kern treu bleibt, ohne technische Funktionen der Konkurrenz blindlings nachzuahmen – das zeugt von Selbstsicherheit. Das iPhone 5 wird bisherige Kunden erfreuen und wohl so manchen zum baldigen Kauf verleiten. Jene, die andere Plattformen oder grösstmögliche Screens bevorzugen, wird es hingegen kaum bekehren, dafür ist es zu wenig radikal anders als das, was man bereits kennt.

Unveränderter iPod shuffle

Apple hat ausserdem neue Modelle des iPod touch, des iPod nano mitsamt neuen Kopfhörern präsentiert, ebenso eine komplett überarbeitete Version von iTunes, die ab Oktober zum Download zur Verfügung stehen wird. Der iPod shuffle bleibt unverändert.

Das iPhone 5 wird ab dem 28. September in der Schweiz verfügbar sein. Die Preise für die unterschiedlichen Modelle (16, 32 oder 64 GB) werden erst später kommuniziert.

Erstellt: 12.09.2012, 21:04 Uhr

Und es hat Ping gemacht

«Ping ist ab dem 30. September nicht mehr verfügbar», kündigte Apple in der Nacht zum Donnerstag an. Apple wollte mit Ping eine Plattform aufbauen, über die Künstler mit Fans kommunizieren und Nutzer sich über Musik austauschen können. Vor allem die fehlende Integration mit dem weltgrössten Online-Netzwerk Facebook sorgte jedoch dafür, dass der Dienst ein nur wenig genutztes Nischenangebot blieb.

Ursprünglich sollte Ping eine Facebook-Verknüpfung bekommen, sie wurde jedoch 2010 kurz vor dem Start gekappt. Facebook habe inakzeptable Bedingungen aufgestellt, sagte Apple-Gründer Steve Jobs damals dem Blog «All Things D» ohne nähere Angaben. Schon in den ersten zwei Tagen meldeten sich eine Million Nutzer an, das Interesse sackte jedoch schnell ab. Der neue Apple-Chef Tim Cook deutete das Ende von Ping bereits im Mai an. (SDA)

Apple setzt im Kampf mit Samsung auf ein leichteres und dünneres iPhone. (Video: Reuters )

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