Zum Hauptinhalt springen

iO-App überträgt Daten ins Ausland

Die Swisscom versichert, dass persönliche Daten des Messengers in der Schweiz gespeichert werden. Einige Informationen werden jedoch anonym an ausländische Unternehmen übermittelt.

Konkurrenziert Whatsapp: iO-Messenger.
Konkurrenziert Whatsapp: iO-Messenger.
Keystone

Nur knapp einen Monat nach der Lancierung eines neuen Gratis-Messengers von Swisscom sorgt die App namens iO schon für Gesprächsstoff. Während der Anbieter versichert, dass persönliche Daten in der Schweiz gespeichert werden, ist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen erwähnt, dass einige anonym an ausländische Unternehmen übermittelt werden.

Christian Neuhaus, Sprecher des grössten Schweizer Telekomanbieters, sagte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass Swisscom mit den beiden amerikanischen Gesellschaften Crittercism und Localytics zusammenarbeite. Er bestätigte damit Berichte, die am Dienstag und Mittwoch in verschiedenen Medien erschienen waren.

Nutzung der App analysieren

Die beiden Unternehmen analysierten aber nur die Nutzung der App, nicht aber die Benutzer. Somit seien die übertragenen Daten völlig anonym. «Eine Firma konzentriert sich auf die Analyse der App-Nutzung, die andere soll Störungen und andere Fehler der Anwendung identifizieren», hielt Neuhaus fest.

Lediglich das Smartphone-Modell, das Betriebssystem sowie die gebrauchten Tasten würden erfasst und ins Ausland übertragen.

Verbesserung der Anwendung

Neuhaus versicherte, dass mit der Datenübermittlung nur das Ziel verfolgt werde, die App zu verbessern. Er wies weiter darauf hin, dass kein europäisches Unternehmen vergleichbare Dienstleistungen zu ähnlichen Bedingungen angeboten habe wie die zwei US-amerikanischen Firmen.

Der Waadtländer SP-Nationalrat Jean-Christoph Schwaab, der aktuell mit einer parlamentarischen Initiative den Datenschutz im Gesetz verschärfen möchte, hält die iO-App trotzdem für problematisch. Die Einwilligung der iO-Benutzer zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen genüge nicht.

Das Problem liegt laut dem Juristen in der Verschlüsselung der Daten. Zwar zweifle er nicht an der Fähigkeiten der Swisscom, diese Daten zu anonymisieren. Doch die Prism-Affäre in den USA habe gezeigt, dass verschlüsselte Daten an Nachrichtendienste gelangen könnten, die in der Lage seien, diese zu entschlüsseln.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch