iPhone-Streit: Apple hat recht

Eine Schweizer Firma will iPhones entsperren lassen und verklagt den Techkonzern. Keine gute Idee.

So praktisch Smartphones auch sind, gehen sie verloren oder werden sie gestohlen, ist der Ärger gross.

So praktisch Smartphones auch sind, gehen sie verloren oder werden sie gestohlen, ist der Ärger gross. Bild: Reuters

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Es gibt viele gute Gründe, warum man sich über Apple ärgern kann. Deutlich weniger gute Gründe gibt es, Apple zu verklagen.

Einen ausgesprochen schlechten Grund hat sich Fundsachenverkauf.ch ausgesucht (Schweizer Firma verklagt Apple). Da Apple im ÖV verlorene und von ihren Eigentümern als verloren gemeldete iPhones nicht entsperrt, lassen sich diese nicht weiterverkaufen. Dadurch verletze der Konzern das Schweizer Eigentumsrecht, sagen die Kläger.

Verloren und gesperrt

Was Fundsachenverkauf.ch ärgert, ist meinem Göttibuben kürzlich auch passiert. Nachdem ein verlorener iPod in seiner Kirchgemeinde ein Jahr lang nicht abgeholt worden war, hat er ihn geschenkt bekommen. Die Freude währte nur kurz. Da der Eigentümer das Gerät als verloren gemeldet hatte, liess es sich nicht neu aufsetzen und schon gar nicht mehr nutzen.

Mein Göttibub liess das Gerät ein paar Tage lang am Strom, in der Hoffnung, der Eigentümer würde sich doch noch melden. Als sich nichts tat, verkaufte er den iPod für ein paar Franken an einen Zwischenhändler, der die Ersatzteile weiterverkaufen wollte.

Der enttäuschte Göttibub

So gross die Enttäuschung des Göttibuben war, so nützlich ist diese Sicherheitsfunktion insgesamt. Sorgt sie doch dafür, dass der iPhone-Klau äusserst unattraktiv geworden ist. Ein einmal als verloren oder gestohlen gemeldetes iPhone lässt sich nur noch von seinem Eigentümer reaktivieren.

Dass Wiederverkäufer und Göttibuben dabei in die Röhre schauen, ist ein kleiner Preis, den zu zahlen es sich lohnt. Juristisch dürften die Chancen der Kläger übrigens klein sein. Das sehen auch die «Espresso»-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner und der Anwalt Martin Steiger so.

Apropos: Wer einmal ein iPhone findet, tut gut daran, nicht einfach abzuwarten, ob sich jemand meldet. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man das gefundene iPhone noch mal laden, sodass es der Eigentümer mit der «Finde mein iPhone»-Funktion lokalisieren kann. Das klappt nämlich nur, wenn das Gerät noch einen geladenen Akku hat. Im besten Fall springt dann sogar ein Finderlohn dabei raus.

Erstellt: 08.09.2016, 16:28 Uhr

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