Microsofts neuste Tablets und Laptops: Ein erster Eindruck

Der Techkonzern hat neue Surface-Geräte vorgestellt. Wir haben uns die Neuheiten schon einmal angeschaut und einen Favoriten ausgemacht.

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Die Präsentation der neuen Surface-Geräte Anfang Oktober war spektakulär. Nach den an sich schon spannenden Verbesserungen aktueller Geräte zeigte der Surface-Chef Panos Panay zwei Klappgeräte, ein Tablet und ein Handy, die aber erst in einem Jahr in den Handel kommen.

An einer Veranstaltung in Berlin Anfang Woche, die wir auf Einladung besuchten, zeigte Panay die Neuheiten den zahlreichen deutschen Journalisten und dem Schweizer Journalisten. An einem Podium erklärten er, der Design-Chef und eine Designerin die Überlegungen hinter den neuen Geräten und beantworteten Fragen aus dem Publikum.

Eine gute Zusammenfassung des Auftritts gibt es etwa bei Heise.de. Ein ausführliches Interview mit dem Design-Chef Ralf Groene zur Vergangenheit und Zukunft des Surface-Programms folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Konzentrieren wir uns nun aber auf die Neuheiten, die man im Anschluss ans Podium anschauen und ausprobieren konnte:

Surface Pro 7: Es spricht für das seit Jahren etablierte und bewährte Design des Surface Pro, dass man bei der neusten Auflage nicht viel ausprobieren oder anschauen muss. Es ist und bleibt das Rückgrat der Surface-Reihe und die Vorlage für so manches Nachahmerprodukt. Die Kombination aus Andock-Tastatur, ausklappbarem Ständer und schlankem Tablet mit vollem Windows hat über die Jahre viele Fans gefunden.

Auffällig ist heuer nebst den neuen/schnelleren/effizienteren Chips und den neuen Farben der Tastatur-Deckel vor allem eine Neuerung: Der in die Jahre gekommene Mini-Display-Anschluss musste einem zeitgemässen USB-C-Anschluss weichen. Damit erfüllt Microsoft einen der lautesten Kritikerwünsche. So ist das Surface Pro nun gut für die nächsten Jahre gerüstet. Nebst USB-C hat es auch den immer noch häufiger anzutreffenden USB-A-Anschluss und den magnetischen Surface-Anschluss.

Surface Pro X: Wer sich (wie der Autor) von einem neuen Surface Pro mehr Akku, LTE und ein schlankeres Design erhofft hat, wird beim Surface Pro X fündig. Das zweite Surface-Tablet spielt in einer anderen Liga und ist klar auf den mobilen Einsatz ausgerichtet. Es nutzt einen mit Qualcomm entwickelten ARM-Chip (statt Intel) und kann per LTE und eSIM selbstständig ins Handynetz. Dank dem neuen Chip sollte die Akkulaufzeit bis zu 13 Stunden betragen. Wie viel das im Alltag ist, wird ein Test zeigen. Die sparsamere und grundlegend andere Prozessor-Architektur hat aber auch zur Folge, dass nicht mehr alle (besonders alte) Windows-Programme auf dem Pro X laufen werden.

Hält man das Tablet in der Hand, staunt man, wie dünn und leicht es ist. Verglichen mit den eher kantigen Surface-Tablets wirkt es mit den runden Kanten regelrecht elegant. Dass in dem dünnen Design trotzdem noch Platz ist für den ausklappbaren Ständer und nebst dem Surface-Anschluss auch noch gleich für zwei USB-C-Anschlüsse, ist beeindruckend.

Ebenfalls äusserst gelungen scheint die neue Tastatur, die auch gleich als Ladedock für den Stift dient. Eine bessere Möglichkeit, einen Stift zu laden und beim Transport zu schützen, hat bislang noch kein Hersteller vorgestellt. Anders als bei Apples neusten Pro-iPads kann beim Surface Pro X der Stift nun nicht mehr abfallen, wenn man das Tablet in der Tasche mit sich trägt. All diese Neuerungen haben ihren Preis. Wo das normale Surface Pro ab 900 Franken erhältlich ist, fängt der Preis hier bei 1200 Franken an, wenn es Ende November in den Handel kommt. Und aufgepasst: Stift und Tastatur kosten nochmal extra.

Surface Laptop 3: Was soll man zu den neuen Laptops gross sagen? Es sind Laptops. Anders als bei Tablets ist diese Kategorie seit Jahren ausgereift. Ausser man leistet sich als Hersteller grobe Patzer, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Neu gibt es den Surface-Laptop nun in beiden geläufigen Grössen: 13 Zoll und 15 Zoll. Interessant ist, dass Microsoft den Laptop nun auch ohne Alcantara-Lederimitat-Handauflage anbietet. Wer dem flauschig-ledrigen Material bislang nichts abgewinnen konnte, kann nun auch eine reine Aluminiumvariante wählen.

Surface Neo und Duo: Die Stars der Präsentation waren in Berlin nur auf der Bühne in den Händen der Microsoft-Mitarbeiter zu sehen. Auffällig war, wie gut die Geräte schon zu funktionieren scheinen. Panos Panay nutzte, wenn er grad nicht reden musste, ein Duo (das kleinere Falt-Tablet/Handy mit Android). Was er machte (Kurznachrichten, Twitter, E-Mail, Notizen), blieb dem Publikum freilich verborgen.

Auffällig war auch, dass das Surface Duo keine Kamera auf der Rückseite hatte. Mindestens keine sichtbare. Auf Nachfrage reagierte Panay ausweichend: Man könne zu so einem frühen Zeitpunkt noch nicht alles zeigen und sagen, was man plane.

Die Microsoft-Mitarbeiter äusserten sich auch zur Frage, warum die Geräte zwei getrennte Bildschirme statt eines grossen faltbaren Displays hätten. Nutzertests hätten ergeben, dass unsere Hirne besser mit zwei separaten Bildschirmen zurechtkämen. Zudem seien faltbare Oled-Bildschirme immer noch sehr fragil.

Persönlich habe ich keine Zweifel, dass Microsoft das alles ausführlich untersucht und getestet hat. Aber längerfristig wird es auch bei Microsoft auf falt-, bieg- oder rollbare Bildschirme hinauslaufen. Ein schwarzer Balken in der Mitte des Blickfelds ist – Hirnstrommessungen hin oder her – optisch einfach zu irritierend. Ein Detail am Rande: Das Surface Neo ist erstaunlich dünn. Legt man ein Galaxy Fold daneben, wirkt das Samsung-Handy wie ein Relikt aus vergangenen Nokia-Tagen. Bis die Falt-Surfaces aber Ende 2020 auf den Markt kommen, hat Samsung nochmal reichlich Zeit, nachzubessern. Wer weiss, vielleicht sehen die jetzt noch futuristischen Surface Duo und Neo dann schon wieder ziemlich alt aus.

Surface Earbuds: Schliesslich wurden in Berlin auch noch die Surface Earbuds (kabellose In-Ear-Kopfhörer) vorgeführt. Die Airpod-Konkurrenten sollen in den USA 250 Dollar kosten, wenn sie noch dieses Jahr auf den Markt kommen. Das Design mit dem runden und auffälligen Knopf im Ohr dürfte anfangs ähnlich kontrovers sein wie bei den drahtlosen Apple-Kopfhörern. Auch das Bedienprinzip ist ähnlich. Die zwei Kopfhörer kommen mit einem Ladeböxli, in dem sie nachgeladen werden können. Wie gut die Microsoft-Kopfhörer sind, muss man sich genauer anschauen, so sie denn irgendwann in die Schweiz kommen. Generell gilt beim Kopfhörerkauf: Erst anprobieren, dann kaufen.

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Erstellt: 24.10.2019, 17:13 Uhr

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