Mit diesen 9 Apps wird das iPad zum Profi-Tablet

Für Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Autor Rafael Zeier ist das Apple-Tablet das wichtigste Arbeitsgerät. Diese Apps machen es möglich.

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Ist das iPad ein Laptop-Ersatz oder gar der Computer der Zukunft? Die Frage ist so alt wie das Apple-Tablet selbst. Ganz unabhängig vom eigenen Standpunkt in dieser nach wie vor unentschiedenen Diskussion lassen sich zwei Sachen mit Sicherheit sagen:

Erstens: Das iPad kann manche Sachen besser und manche schlechter als ein Laptop.

Zweitens: Dank Profi-Software und Profi-Computern können Profis unglaubliche Sachen. Das iPad dagegen erlaubt es einem grösseren Publikum, ohne entsprechende Kenntnisse und Software annähernd Ähnliches zu tun.

Selbst verwende ich ein iPad, seit es 2010 auf den Markt kam. Jahr für Jahr wuchs seine Rolle in meinem Computeralltag. Einerseits weil Apple die Funktionen nach und nach erweiterte, doch in erster Linie, weil die Apps immer besser wurden und mehr von meinen Computerbedürfnissen abdeckten.

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Für rund 100 Franken habe ich mir in den letzten Jahren ein paar Apps zusammengekauft, die das Apple-Tablet zu meinem Lieblings-Arbeitsgerät machen. Inzwischen kann ich damit Sachen, die ich zuvor nur an meinem Windows-PC konnte. Manche Sachen kann ich dank diesen Apps sogar besser als je zuvor.

Das sind diese Apps:

OneNote (gratis)
Mein Microsoft-Surface-Tablet verwende ich Jahr für Jahr weniger. Doch ohne das Surface hätte ich wohl nie die Vorzüge von OneNote für mich entdeckt. Microsofts-Notizapp ist inzwischen nicht nur Notizblock und Gedankenstütze. Ich notiere darin Kochrezepte, skizziere Layouts für Zeitungsseiten und schreibe Artikel. Fürs iPad gab es schon immer eine Schwette an Notiz-Apps. Was OneNote von allen abhebt, ist die Möglichkeit, Notizen kreuz und quer auf allen möglichen Geräten zu nutzen. Der Dienst funktioniert genauso gut auf Android wie im Browser. So habe ich meine Notizen immer und überall dabei. Besonders hilfreich ist für mich die Suchfunktion. Häufig mache ich mit dem Stift handschriftliche Notizen. Die Suchfunktion des Dienstes ist so gut, dass ich zum Beispiel «A8X» oder «Alcantara» eingeben kann, und innert Sekunden finde ich meine dahingekrakelten Notizen zum iPad von 2014 oder zur neuen Surface-Tastatur von Microsoft. Müsste ich ein Papier-Notizbuch durchblättern, ich könnte meine Schrift vermutlich kaum noch lesen.

Ulysses (25 Franken)
Meine bis dato teuerste App kostete mich 25 Franken. Für Apps ein kleines Vermögen – für Computerprogramme ein Schnäppchen. Ulysses ist kurz zusammengefasst eine sehr schöne Schreib-App. Neugierig gemacht haben mich all die begeisterten Testerinnen und Tester. Kann eine App wirklich so gut sein? Eigentlich war ich mit Google Docs immer ganz zufrieden, und mit dem iA Writer habe ich ja schon eine minimalistische und elegante Schreibapp. Trotzdem bin ich schwach geworden, habe die App gekauft und das bis heute nie bereut. Immer wenn ich einen längeren Text schreiben möchte, kommt die App zum Einsatz. Das Design und die Bedienung der App gefallen und sind nie im Weg. Dank dem Nachtmodus kann ich damit auch einmal im Flieger arbeiten, wenn sonst alle schlafen. Der schöne Zeichenzähler sagt mir, wie viel ich noch schreiben muss oder darf. Trotzdem kann ich die App nur Vielschreibern empfehlen. Für Gelegenheitsschreiber reicht auch eine der oben erwähnten Apps.

LumaFusion (20 Franken)
Anders als der Kollege Schüssler mit seiner wöchentlichen Video-Kolumne ist das Medium Video für mich noch Neuland. Erste Versuche, Videos zu schneiden, scheiterten meist an unzulänglicher Software und zu hohen Erwartungen. So stiess ich auf LumaFusion. Die App kann alles, was ich von einer Video-Schnitt-Software erwarte. Ich kann damit bequem Videos schneiden, Hochformat-Aufnahmen fürs Querformat zuschneiden, nachträglich vertonen, Farben anpassen usw. Wems gefällt, der kann sogar direkt aus der App lizenzfreie Hintergrundmusik in seine Videos einbauen. Der einzige Schwachpunkt der App: das hässliche Logo. Doch da ist Besserung in Sicht. Auf Nachfrage haben die Entwickler versichert, an einem neuen zu arbeiten.

Pixelmator (5 Franken)
Ich fotografiere privat viel und beruflich immer mehr. Von meiner Fotokamera übertrage ich die Bilder jeweils aufs Handy oder iPad. Wenn ich Bilder dort bearbeiten möchte, reichen mir für gewöhnlich die Möglichkeiten von Apple Fotos und Google Fotos. Doch wenn es etwas mehr sein muss und ich zum Beispiel einen Fleck von einem Staubkörnchen auf dem Fotosensor entfernen möchte, kommt Pixelmator zum Einsatz. Mit der App können auch Anfänger ohne Einarbeitungszeit Fotos bearbeiten, retten oder aufhübschen.

Affinity Photo (20 Franken)
Wenn der Pixelmator mit seinem Latein am Ende ist, kommt Affinity Photo zum Einsatz. Die App widerlegt das Vorurteil, dass komplexe Software mit vielen Menüs auf dem Tablet nichts verloren hat. Alles, was ich an Photoshop schätze, kann die App, und dank Touchbedienung ist sie sogar noch einfacher zu bedienen als das berühmte Profi-Programm auf manchem PC. Ich habe die App erst seit knapp zwei Monaten und lerne ständig neue Tricks.

Outlook (gratis)
Auf dem Büro-PC war mir Microsofts Outlook immer ein Graus. Was für ein überladenes, unnützes Programm! Seit es mein Arbeitgeber durch Googles Gmail ersetzt hat, habe ich ihm keine Träne nachgeweint. Doch auf dem iPad verwende ich Outlook weiterhin. Anders als auf dem Windows-PC ist die App auf dem Apple-Tablet elegant, einfach zu bedienen und äusserst zuverlässig. Sie harmoniert hervorragend mit unserem Google Mail. Um zu verhindern, dass sich meine privaten und geschäftlichen Mails in die Quere kommen, habe ich für jede Lebenssphäre eine entsprechende Mail-App. Googles Inbox ist für Privates. Outlook fürs Geschäftliche.

Duet (15 Franken)
Diese App habe ich mir mehr als Spielerei gekauft und erst mit der Zeit schätzen gelernt. Mit Duet kann man das iPad zum Zweitbildschirm machen. Man muss nur die App öffnen, den eigenen PC/Mac per USB mit dem Tablet verbinden, und schon hat man einen zweiten Bildschirm. Wenn ich mal wieder an meinem Surface arbeite, schliesse ich häufig das iPad an und ziehe ein Browserfenster mit Twitter oder einem Livestream drauf. Grafiker (und alle anderen, die das wollen) können zudem gegen eine Jahresgebühr von 20 Franken ein Upgrade lösen. Dann kann man das iPad mit dem Apple-Stift als Grafik-Tablet nutzen. Ähnliches bietet auch Astropad. Die App harmoniert allerdings aktuell nur mit MacOS und nicht mit Windows.

Linea (5 Franken)
Besser, als das iPad als Zeichen-Tablet für einen PC zu nutzen, ist es, direkt in den Apps auf dem iPad zu zeichnen. Meine Lieblings-Zeichnungs-App ist Linea. Die App kann nicht besonders viel und verzichtet auf allen möglichen Schnickschnack. Dafür ist die Bedienung ausgesprochen einfach. Man wählt eine Art von Stift oder Pinsel, eine Farbe, und schon gehts los. Wer will, kann noch verschiedene Ebenen verwenden, aber dann ists mit den Funktionen schon vorbei. Man kann sich ganz aufs Zeichnen, Skizzieren oder Malen konzentrieren. Besonders gelungen: Wenn man löschen möchte, muss man keinen virtuellen Radiergummi wählen, man nimmt einfach den Finger.

Procreate (6 Franken)
Wenn es dann doch einmal eine etwas aufwendigere Zeichnung oder gar ein Gemälde werden soll, dann ist das ein Fall für Procreate. Die App richtet sich an Profis und bietet alle möglichen Stifte, Pinsel und Texturen. Dank dem Apple-Stift und dem schnellen Bildschirm der neusten iPads sieht man von blossem Auge keine Verzögerung mehr. Ja ich vergesse regelmässig, dass ich auf einem Bildschirm und nicht auf Papier male. Mit der App wurden übrigens auch schon Titelbilder des «New Yorker» gemalt.

Der Vollständigkeit halber hier noch die weiteren Apps, die es nicht in diese Liste geschafft haben, die ich aber auf dem iPad ebenfalls nicht mehr missen möchte: Calendars 5, Pocket, Google Fotos, Secure Safe, MeteoSwiss, Google Chrome, Inbox, Twitter, Hangouts, Google Maps, Kindle, Spotify, Netflix, Pocket, Homekit, Playgrounds, Bring, Google Earth, Office Lens, VLC, und Minecraft.

Haben Sie eigene Apps entdeckt, die Sie auf dem iPad nicht mehr missen möchten? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Leserinnen, Lesern und dem Autor in den Kommentaren.

Erstellt: 09.08.2017, 06:29 Uhr

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