Musikliebhaber haben Besseres verdient

Apple hat die Musik-App in den letzten Jahren laufend verschlechtert. Macht nichts: Es gibt hervorragenden Ersatz.

Mit diesen Apps spielt die Musik!
Video: Matthias Schüssler

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Mit dem iPod hat Steve Jobs die Musikindustrie revolutioniert und die Art und Weise, wie die meisten von uns Musik hören, von Grund auf verändert. Doch auf dem iPhone mit der Musik-App zerreisst der Konzern heute keine Stricke mehr: Sie ist mit den letzten Versionen kontinuierlich schlechter geworden. Zum Beispiel hat Apple mit iOS 10 die tolle Genius-Funktion entfernt. Die hat zu einem Song passende Stücke gesucht und automatisch stimmige Wiedergabelisten erstellt.

Zwei Apps, die auch riesige Musiksammlungen aufs Telefon bringen: Links Google Play Music, rechts Evermusic.

Die Vermutung liegt nahe, dass Apple auf diese Weise seinem hauseigenen Streamingdienst Schützenhilfe leisten will. Dieser bietet eine ähnliche Funktion, was aber den Leuten nichts nützt, die einem anderen Musikdienst den Vorzug geben oder lieber die eigenen Songs hören würden. Und auch in anderer Hinsicht ist die Musik-App nicht das Gelbe vom Ei und die Konkurrenz – wie unser Video zeigt – um Welten besser.

Mehr Musik und mehr Flexibilität

Zum Beispiel beim Umgang mit grossen Musiksammlungen. Wenn nicht alle Songs aufs Mobilgerät passen, dann hilft Google Play Music weiter (gratis für Android und iPhone/iPad): Diese App erlaubt es, die Musiksammlung in die Cloud auszulagern. Bis zu 50'000 Songs darf man gratis bei Google deponieren. Das Hochladen erledigt Music Manager bei Windows oder dem Mac automatisch, und auch neue Musik wandert automatisch ins Netz.

Ist sie einmal hochgeladen, kann man sie im Browser anhören oder über die App geniessen. Fürs Hören ohne Internetverbindung lädt man Alben oder Wiedergabelisten aufs Gerät herunter. Und Play Music springt auch in die Bresche, was die von Apple beseitigte Genius-Funktion angeht. Ein «Schnellmix» ist eine automatische Wiedergabeliste, die zu einem ausgewählten Künstler oder Stück passt. Weitere Tipps zu der App finden Sie hier.

Gekaufte Musik und Streaming in Kombination

Vox (gratis für iPhone/iPad) kombiniert die eigene Mediathek mit den riesigen Repertoires von Spotify und Soundcloud. Die App erlaubt es, in Wiedergabelisten Songs aus den verschiedenen Quellen beliebig zu kombinieren. Die App ist auch für Ordnungsfreaks hervorragend geeignet: Sie sortiert Alben, Titel und Interpreten nämlich genauso, wie man es haben möchte – und wie man seinerzeit seine CD-Sammlung organisiert hat. Mehr Tipps zu Vox haben wir hier gesammelt.

Spotify, Soundcloud und die eigene Sammlung, bei Vox harmonisch vereint.

Evermusic Pro (3 Franken für iPhone/iPad) erschliesst Musiksammlungen, die bei Dropbox, bei Onedrive oder auf einer Netzwerkfestplatte abgelegt sind und kombiniert sie zusammen mit den Titeln aus der Musik-App von Apple zu einer globalen Mediathek. In Wiedergabelisten können Songs aus allen Quellen kombiniert werden. Ein Equalizer erlaubt individuelle Klanganpassungen. Und Evermusic ist auch für Hörbücher gerüstet: Für sie gibt es eine Lesezeichen-Verwaltung und einen Regler für die Wiedergabegeschwindigkeit. Eine ausführliche Besprechung finden Sie hier.

Die Jukebox in Digital

Tunes Flow (5 Franken fürs iPhone) hat ein überraschendes Bedienkonzept: Es gibt (fast) keine Menüs, sondern nur die Ansicht mit den Plattencovern, die sich wie bei einer riesigen Jukebox per Wischgeste durchblättern lassen. Auch zwischen Alben, Wiedergabelisten, Interpreten und Kompilationen wechselt man, indem man mit dem Finger über den Bildschirm streift. Und es gibt Wischgesten für die Suche, um schnell durch lange Listen zu navigieren, und für das Menü mit Equalizer und den Einstellungsmöglichkeiten.

Tunes Flow ist auch optisch sehr ansprechend.

Die Wischbedienung hat etwas für sich, doch da sie sich einem aber nicht auf Anhieb erschliesst, erklären wir sie im Detail. Weitere Stärken von Tunes Flow sind die flexible Anpassung von Sortierung und Filterung und die Möglichkeit, den Look farblich anzupassen.

Und ein letzter Tipp, der im Video nicht vorkommt: Wenn Sie die Musik-App von Apple an sich mögen, sich aber mehr Funktionen wünschen, dann besorgen Sie sich den Cesium Music Player (2 Franken fürs iPhone und iPad). Er sieht dem Original sehr ähnlich, ist ihm bei den Möglichkeiten aber weit überlegen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.03.2018, 09:53 Uhr

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In der Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gibt Matthias Schüssler exklusiv für Tagesanzeiger.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

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