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Nutzer sind verärgert: «Skype ruiniert sich selbst»

Skypen mit iPhone funktioniert jetzt auch mit normaler Telefonverbindung (3G/UMTS). Doch das Unternehmen will dafür plötzlich Geld. Das kommt ganz schlecht an.

Bislang funktionierte Skype nur über eine WLAN-Verbindung, jetzt auch über 3G. Der Dienst ist (noch) kostenlos.
Bislang funktionierte Skype nur über eine WLAN-Verbindung, jetzt auch über 3G. Der Dienst ist (noch) kostenlos.

Wer gestern seine iPhone-Apps auf Updates überprüfen liess, hat es wahrscheinlich bemerkt: Die Anwendung Skype wurde totalerneuert. Die wichtigste Änderung sind Sprach-Chats per UMTS (3G). Bislang war dies nur über WLAN möglich.

Kostenlos nur bis Ende Jahr

Der erweiterte Dienst ist gratis. Aber nicht für immer. Das Luxemburger Unternehmen weist via Skype-Präsentation in Apples App Store ausdrücklich darauf hin, dass Gespräche über 3G nur bis Ende Jahr kostenlos sind. Nachher werde eine «kleine Monatsgebühr» fällig. Nur Gespräche von Skype zu Skype über einen Hotspot sollen kostenlos bleiben.

Skype-Manager Russ Shaw erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur DDP, Skype-Gespräche über das UMTS-Netz seien ein Wunsch vieler iPhone-Nutzer gewesen. Die neue Version sei ein grosser Schritt, um die Dienste überall anzubieten.

«So nicht!»

Bei den Nutzern stösst Skype 2.0 allerdings auf wenig Begeisterung. «Ab Ende Jahr für UMTS/3G-Gespräche bezahlen? So nicht!», regt sich etwa Kommentarschreiber «zipi» auf. Auch «Kruckers» kann es nicht fassen: «Skype will von mir also Geld für eine Dienstleistung, die eigentlich mein Mobilfunk-Provider erbringt (Datenübertragung)! Der gleiche Dienst ist auf dem einen Datennetz kostenlos und auf dem anderen kostenpflichtig. Das macht wirklich gar keinen Sinn.»

Ein englischsprachiger Schreiber ist überzeugt, dass dieser Schritt das Ende von Skype einleitet (Übersetzung): «Wenn sie etwas für Skype-Gespräche verlangen, werde ich diesen Dienst nicht mehr nutzen. Skype war immer ein cooles Produkt, aber es scheint so, als ob sich das Unternehmen selbst ruinieren möchte.»

Swisscom und Orange erlauben neue Nutzung

In Deutschland erlaubt die Telekom die Nutzung dieses Angebots nur iPhone-Kunden, die für Zusatztarife zahlen. Wie sieht es in der Schweiz aus?« Swisscom sperrt keine Dienste auf dem iPhone», so Swisscom-Sprecher Olaf Schulze. «Bieten Skype oder andere Anbieter VoIP-Lösungen auf dem iPhone (oder anderen Endgeräten) an, können alle unsere Kunden diese nutzen - ohne einen Zusatztarif lösen zu müssen.» Zwischen Skype und der Swisscom gebe es kein Arrangement.

Auch Orange gibt sich offen: «Orange blockiert heute wie damals keine VoIP-Anwendung auf Smartphones, dem iPhone oder ähnlichen Geräten», so Mediensprecherin Marie-Claude Debons. Da eine VoIP-Anwendung aber ebenso Datenverkehr verursache wie weitere Anwendungen auf einem Smartphone – E-Mail, Internet, Youtube, Musik- und Videostreaming – empfiehlt das Unternehmen ihren Kunden den Abschluss eines hierfür geeigneten Surf-Preisplanes.

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