31 Tipps und Tricks rund ums iPad

Welches Modell ist der Preisleistungs-Sieger, worauf man bei Tastatur und Stift achten sollte, nützliche Apps und die wichtigsten Kniffe.

Nicht alles am iPad ist selbsterklärend. Manch nützliche Funktion ist gut versteckt.

Nicht alles am iPad ist selbsterklärend. Manch nützliche Funktion ist gut versteckt.

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Das richtige iPad

Welches Modell? Das beste iPad ist bekanntlich das, das man schon hat. Aber wenn es ein neues oder gar das erste sein soll, ist die Auswahl mit Air, Pro, Mini und Normal grösser denn je. Tatsächlich aber ist die Auswahl auch einfacher denn je. Denn das günstigste iPad kann nahezu alles, was die grösseren und teureren Apple-Tablets auch können. Mit einem Startpreis von 380 Franken ist es der Preisleistungssieger. Dank der gigantischen App-Auswahl und der einfachen Bedienung sticht es auch die Konkurrenten im Windows- und Android-Lager aus. Ein ausführlicher Test findet sich hier. Für mehr Geld bekommt man mit dem iPad Mini (ab 450 Franken) ein handlicheres Tablet, mit dem iPad Air (ab 580 Franken) einen etwas besseren Bildschirm und mit dem Pro (ab 900 Franken) einen grösseren Bildschirm, mehr Leistung und USB-C. Da iPads sehr langlebig sind, empfiehlt es sich aber auch einen Blick auf Secondhandplattformen zu werfen. Dort finden sich immer wieder Schnäppchen.

Wie viel Speicher? Da man bei iPads den Speicher nachträglich nicht nachrüsten kann, muss man die Entscheidung gleich beim Kauf treffen. 32 GB reichen für Wenignutzer und Cloudprofis. Wer aber viele Fotos, Musik oder Videos hat oder das eine oder andere Spiel herunterladen will, kommt damit schnell in die Klemme. Da man beim iPad (mit dem richtigen Adapter) nun auch externe Speichermedien anschliessen kann und ein Cloud-Speicher nicht die Welt kostet, ist die Speicherwahl aber nicht mehr ganz so entscheidend wie früher.

LTE, ja oder nein? Gegen einen Aufpreis gibts das iPad auch mit einem eigenen Modem. Damit kann das Tablet unabhängig von einem WLAN ins Handynetz. Das ist ausgesprochen bequem, kann aber je nach Handy-Abo teuer werden. Alternativ kann man natürlich auch den Hotspot des eigenen Handys nutzen und so gratis unterwegs ins Netz. Wer sein iPad sowieso nur zu Hause nutzen möchte, kann sich den Aufpreis für LTE bedenkenlos sparen.

Das richtige Zubehör

Tastatur: Die sicherste und teuerste Wahl sind Apples offizielle iPad-Tastaturen. Die halten magnetisch und müssen nicht extra aufgeladen werden und haben auch keine Bluetooth-Verbindungsprobleme. Wer sparen oder eine Funktion (z. B. beleuchtete Tasten) möchte, findet eine Vielzahl an Alternativen. Besonders bewährt hat sich für den Einsatz zu Hause die Logitech-Tastatur K780 mit iPad-Halterung für unter 100 Franken. Bluetooth-Tastaturen findet man aber auch für deutlich unter 50 Franken.

Stift: Anders als bei der Tastatur empfiehlt es sich, beim Stift keine Experimente mit Drittherstellern zu machen. Die bieten zwar auch Tablet-Stifte (schon für wenige Franken) an. Doch harmonieren die nur mässig mit den Apple-Tablets. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als die Originale zu kaufen. Wer sparen will, sollte sich auf Occasions-Plattformen umschauen oder zum Logitech-Crayon greifen. Der zusammen mit Apple entwickelte Stift ist etwas günstiger als die offiziellen iPad-Stifte und funktioniert mit allen neueren iPads. Fürs Schreiben reicht er. Wer malen möchte, dürfte die verschiedenen Druckstufen vermissen.

Hülle: Angebote gibt es in allen Farben, Materialien und zu allen Preisen, die man sich denken kann. Da es aber über die Jahre auch viele verschiedene iPads gegeben hat, lohnt es sich, genau zu prüfen, ob man die richtige Hülle ausgewählt hat. Eine Hülle lohnt sich aber nicht nur als Schutz. Es gibt noch einen zweiten Grund: Da das iPad keinen ausklappbaren Ständer hat, empfiehlt es sich, eine Hülle zu kaufen, die auch als Ständer funktioniert. So kann man das iPad auch mal auf den Tisch stellen, wenn man etwas auf Youtube oder gar einen Film schauen möchte.

Adapter: Möchte man das iPad mit einem Beamer oder einer Fotokamera verbinden, braucht es je nach Modell einen Adapter. Wer an einem iPad, iPad Mini oder iPad Air eine externe Festplatte oder einen Memorystick anschliessen möchte, braucht den «Lightning auf USB 3 Kamera-Adapter» (45 Franken). Dabei muss man aufpassen, dass man nicht den günstigeren fast gleichnamigen Adapter kauft. Mit dem funktionieren USB-Sticks nämlich nicht. Da das iPad Pro einen USB-C-Anschluss hat, kommt es mit weniger Adaptern aus.

Hub: Dank des USB-C-Anschlusses am iPad Pro kann man am teuersten iPad auch Hubs nutzen. Die machen aus einem Anschluss mehrere. So bekommt man etwa zusätzliche USB-A-, Netzwerk-, SD-Karten- und Bildschirm-Anschlüsse. Persönlich verwende ich einen Samsung EE-P5000 (120 Franken) an meinem iPad Pro und bin damit ausserordentlich zufrieden. Vergebens sucht man aktuell nach einem Hub, der aus einem USB-C-Anschluss mehrere macht. Solche gibt es aktuell noch nicht. Sollten aber laut Intel nächstes Jahr kommen.

Festplatte: Welche Festplatten mit welchem iPad harmonieren, ist nicht immer ganz klar. Theoretisch sollten alle funktionieren, doch hört und liest man immer mal wieder von Problemen. Da die Funktion aber auch erst seit diesem Sommer freigeschaltet ist, braucht es vielleicht noch ein paar Detailkorrekturen. Gute Erfahrungen mache ich mit den T5-SSD-Festplatten von Samsung.

Maus: Seit der Einführung der neuen iPadOS-Software kann man das Apple- Tablet nun auch mit einer Maus bedienen. Die Funktion ist allerdings etwas versteckt. Man findet sie unter Einstellungen/Bedienungshilfen/AssistiveTouch. Hat man die Funktion aktiviert, kann man das iPad mit einer Bluetooth-Maus verbinden. Sehr gut funktioniert das mit den MX-Master-Mäusen von Logitech. Dort kann man zudem einzelne Funktionstasten belegen. In den Einstellungen kann man – falls nötig – die Zeiger-Geschwindigkeit anpassen. Auch die Grösse des kreisförmigen Mauszeigers lässt sich dort reduzieren.

Monitor: Immer mehr iPad-Apps wissen einen zusätzlichen Monitor zu nutzen und spiegeln nicht mehr nur einfach stur den Bildschirminhalt des Tablets. Verbinden kann man nahezu jeden Monitor über einen Bildschirm-Adapter oder Hub. Die iPad-Pro-Modelle können auch per USB-C-Kabel direkt mit einem Monitor verbunden werden. Entsprechende Monitore sind allerdings noch rar und vergleichsweise teuer.

Die richtigen Apps

Die Zeiten, in denen man für jedes PC-Programm mühsam eine Alternative auf dem iPad suchen und kaufen musste, sind längst vorbei. Microsofts Office findet man auf dem iPad genauso wie Adobes Design-Apps. Neuerdings ist selbst der Klassiker schlechthin Photoshop auf dem iPad. Allerdings noch in einer auf die wichtigsten Grundfunktionen reduzierter Form.

An der Stelle seien ein paar speziell fürs iPad optimierte Apps dennoch kurz empfohlen:

GoodNotes: Es muss nicht immer OneNote sein. Die Notiz-App GoodNotes gefällt auf dem iPad dank der konsequenten Stift-Unterstützung sehr. Wer will, kann Handschrift auch mit einem Klick in Maschinentext umwandeln.

Ulysses: Schreib-Apps gibt es wie Sand am Meer. Von Apple gibts Pages, von Google Docs und von Microsoft Word. Warum also für eine Schreib-App gar ein Monats-Abo lösen? Ulysses begeistert mich als Vielschreiber seit Jahren mit einer so tollen wie aufs Nötigste reduzierten App. Ferrite: Die teuerste App, die ich mir bis jetzt gekauft habe. 30 Franken für einen Audiorekorder klingt nach viel Geld. Die App ist jedoch hochgradig zuverlässig, harmoniert mit meinem USB-Mikrofon und bietet zahlreiche Edit-Funktionen.

Affinity Photo: Wer nicht warten mag, bis Photoshop auf dem iPad in die Gänge kommt, wird seit Jahren bei Affinity Photo fündig. Das Grafikprogramm bietet alles, was man sich von Photoshop erhofft, schon heute.

Pixelmator Photo: Wem Affinity Photo zu abschreckend oder zu teuer ist, sollte sich Pixelmator Photo anschauen. Die Bildbearbeitungs-App bietet alles, was sich auch ambitionierte Fotografen wünschen.

Luma Fusion: Das häufigste Killer-Argument bei iPad-Diskussionen lautet jeweils: Toll, dieses Tablet. Aber ich muss 4K-Videos schneiden. Ich antworte dann jeweils: «Na und?» und empfehle Luma Fusion. Der Video-Editor braucht sich vor der PC-Konkurrenz nicht zu verstecken.

Outlook: Nein, das ist kein Scherz. Die am Büro-PC verhasste Mail-Software hat auf dem iPad einen fantastischen Ableger. Outlook ist aktuell (und schon seit Jahren) die beste Mail-App auf dem iPad.

Noch ein letzter App-Tipp: Der Safari-Browser ist mit iPadOS deutlich vielseitiger geworden. Man kann damit nun vor allem komplexe Webdienste besser nutzen. Gute Erfahrungen habe ich bisher mit Google Docs, Twitter, Grammarly oder Squarespace gemacht. So werden Web-Apps (Apps die man im Browser nutzt und nicht runterlädt) auf dem iPad endlich brauchbar.

Die richtige Bedienung

Die wohl beste Eigenschaft des iPads ist die einfache und intuitive Bedienung. Doch Halt! Es gibt ein paar Tricks und Kniffe, die man nicht von alleine errät und die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Fünffingerhomescreen: Man kann mit iPadOS nun einfach mit dem Finger von unten nach oben wischen und kommt auf den Homescreen (den Startbildschirm). Doch es gibt auch eine andere Methode. Wenn man die fünf Finger einer Hand auf den Bildschirm legt und zusammenzieht, als würde man jemandem signalisieren, die Klappe zu halten, kommt man ebenfalls auf den Homescreen. Das ist etwa praktisch, wenn man das iPad im Laptop-Modus hat und nicht so leicht von unten nach oben wischen kann.

Dreifinger-CopyPaste: Mit iPadOS hat Apple neue Gesten für Copy und Paste eingeführt. Hat man eine Textpassage markiert, kann man sie mit drei Fingern hochheben und mit drei Fingern auch wieder an die gewünschte Stelle fallen lassen. Die Geste braucht etwas Übung, ist dann aber sehr praktisch.

Multitasking: Ja, man kann mehrere Apps nebeneinander darstellen. Dazu wischt man die App-Leiste herbei oder öffnet per Command-Leertaste den App-Sucher und zieht das Symbol der gewünschten App an den linken oder rechten Bildschirmrand. So angeordnete App-Paare kann man auch über die Multitasking-Ansicht wieder aufrufen. Manche Apps erlauben es inzwischen übrigens, auch zwei Fenster zu öffnen. Besonders praktisch ist das bei Safari, wo man so zwei Webseiten nebeneinander anordnen kann.

Reinwisch-Fenster: Wenn man regelmässig in eine App schauen möchte (zum Beispiel Twitter oder iMessage), kann man die App auch als Wisch-App ablegen. Mit einem schnellen Wisch vom rechten Rand kommt sie ins Bild. Mit einem zweiten Wisch lässt man sie wieder verschwinden. Dazu muss man eine App wie beim Multitasking holen und dann aber nicht links oder rechts, sondern schwebend platzieren. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber ebenfalls sehr nützlich.

Zweifinger-Maus: Wer in Schreib-Apps den Cursor (den blinkenden Strich, der anzeigt, wo man gerade schreibt) verschieben möchte, kann das entweder unbequem mit den Pfeiltasten oder halb präzise mit einem Finger, indem man an die gewünschte Stelle tippt oder den Cursor packt und ihn manuell verschiebt. Praktischer ist es, auf der Touch-Tastatur mit zwei Fingern den Cursor indirekt zu verschieben. Manche Apps erlauben das auch überall auf dem Bildschirm. Mit der Zweifinger-Maus kann man übrigens auch Textpassagen markieren.

Tastatur-Kürzel anzeigen: Wie man es vom PC kennt, unterstützen auch iPads zahlreiche Tastaturkürzel. Die unterscheiden sich je nach App. Auswendig lernen muss man die zum Glück nicht. Drückt man lang auf die Command-Taste der Tastatur, werden die Kürzel angezeigt.

Schnell zurück: Wenn man sich in einer langen Liste oder einem langen Artikel wie diesem verloren hat, hilft es, schnell die obere Bildschirmkante anzutippen, und schon scrollt das iPad zurück an den Anfang.

Apps nicht schliessen: Der Glaube hält sich wacker, dass man Akku sparen könne, wenn man Apps schliesst. Tatsächlich ist iOS schlauer als wir und weiss besser, wie man Akku spart. Darum sollte man das iPad die Arbeit machen lassen und nicht dazwischenpfuschen. Apps sollte man nur schliessen, wenn sie abgestürzt sind oder sonst wie Probleme machen.

Apps verschieben: Mit iPadOS muss man, um Apps zu verschieben, nicht mehr lange den Finger auf das entsprechende Symbol halten und warten bis die App zu wackeln beginnt. Man muss nur den Finger drauf halten und kann die App sofort verschieben.

Screenshots nutzen: Screenshots sind so viel nützlicher, als viele meinen. Ich nutze sie zum Beispiel, um schnell einen Text gegenzulesen oder ein Dokument zu unterschreiben. Einfach schnell Power und Home resp. auf dem iPad Pro Power und Lauter gedrückt, und dann kann man jedes Dokument per Stift mit Notizen und Unterschriften versehen. Ohne dass man sich mit PDFs und ähnlichem herumärgern muss. Bei Screenshots kann man übrigens oben wählen, ob man nur den Bildschirminhalt oder zum Beispiel eine ganze Webseite haben möchte.

Stift-Screenshot: Screenshots kann man mit dem Stift übrigens noch bequemer machen als mit den Knöpfen. Man muss nur mit dem Stift von unten links oder unten rechts in Richtung Bildschirmmitte wischen, schon ist man im Screenshot-Tool.

Drehen statt ärgern: Der letzte Trick hat mir schon oft geholfen, wenn auf einer nicht fürs iPad optimierten Webseite ein wichtiger Knopf partout nicht auftauchen wollte. Einfach mal das iPad drehen. Vielleicht taucht der Knopf im Hoch- oder Querformat ja doch noch auf.

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Erstellt: 06.11.2019, 13:02 Uhr

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