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Die besten Taschen für Laptops und Kameras

Wasserdicht, gepolstert oder mit Diebstahlschutz? Wie man technische Geräte unterwegs sicher verstaut inklusive fünf Beispielen.

Der in der Schweiz entworfene Vargu Roll-X macht im urbanen Umfeld eine gute Figur.
Der in der Schweiz entworfene Vargu Roll-X macht im urbanen Umfeld eine gute Figur.
Andrea Zahler

So dünn und leicht unsere Tablets, Laptops und Kameras in den letzten Jahren auch geworden sind: In die Hemdtasche passen sie noch immer nicht. Um sie mitzuführen, braucht man irgendein Transportbehältnis. Und was die angeht, sind die Auswahlmöglichkeiten noch viel grösser als bei den Geräten: Es gibt Taschen, Rucksäcke, Messenger-Bag, Koffer und Trolleys in jeglichen Grössen und Ausführungen – und mit sehr unterschiedlichen modischen Ansprüchen.

Und wie jedes x-beliebige Notebook oder Tablet mit seinen technischen Features prahlt, hält auch jeder Rucksack, der etwas auf sich hält, Extrataschen für Speicherkarten, Adapter, Kabel aller Art und die Powerbank bereit. Manche haben sogar einen Durchlass fürs Ladekabel, damit man sein Handy in der Hand halten kann, während es über die gut verpackte Extrabatterie mit Strom versorgt wird.

Wenn man die Spreu vom Weizen trennen will, stellt sich als Erstes eine grundsätzliche Frage: Braucht es überhaupt ein spezielles Tech-Behältnis? Wieso nimmt man nicht eine hundskommune Aktentasche oder den Rucksack-Klassiker von Eastpak oder Fjällräven?

Die Antwort hängt davon ab, wie häufig man seine Gerätschaften mit dabei hat. Ist das ständig der Fall, lohnt sich die Extra-Investition. Eine spezielle Tasche bietet mehr Sicherheit: Sie ist besser gepolstert und hat je nach Modell auch eine gewisse Knautschzone. Sollte man sie fallen lassen, ist das Risiko für Display und Gehäuse geringer.

Gut geschützt gegen Wasser und Diebe

Ein Laptop-Behältnis sollte wasserdicht sein. Und manche Modelle haben auch einen Diebstahlschutz: Das bedeutet, dass sie sich nicht einfach aufschlitzen lassen, Reissverschlüsse versteckt angebracht oder extra geschützt sind oder dass es eine schwer zugängliche Innentasche gibt.

Auch wenn diese Sicherheitsfeatures nicht unüberwindbar sind, erhöhen sie die Sicherheit. Trotzdem ist unbedingt zu empfehlen, dass Sie die Geräteverschlüsselung Ihres Laptops oder Tablets einschalten (FileVault beim Mac, Bitlocker bei Windows Pro), Ihre Daten regelmässig sichern und eine allfällige Such- und Fernlöschfunktion einschalten (bei Apple über die Wo-ist-App).

Die richtige Zahl an Taschen

Die zweite wichtige Frage bezieht sich auf die Grösse. Da hat man die Auswahl von wenigen bis zu mehreren Dutzend Litern Fassungsvermögen. Bei Peak Design gibt es Taschen mit 45 Litern und sogar eine Monstertasche mit sagenhaften 65 Litern. Es lohnt sich, das Fassungsvermögen darauf auszurichten, was man im Alltag meistens braucht, und ein bisschen Reserve einzuplanen – aber auch nicht zu viel. Falls Sie gelegentlich fliegen, sollte die Tasche unbedingt tauglich als Handgepäck sein. Denn zur Gepäckaufgabe bringen möchte man seinen Laptop nicht.

Achten Sie darauf, dass genügend Taschen für kleine Dinge wie Adapter, Speicherkarten und Ähnliches vorhanden sind. Auch schnell zugängliche Aussentaschen, zum Beispiel für eine Wasserflasche, sind sinnvoll, wenn man sein Tragbehältnis nicht nur fürs Pendeln dabei hat. Zu viele Taschen sind indes unpraktisch: Sie steigern die Wahrscheinlichkeit, dass man unnötig lange nach seinen Gegenständen sucht.

Komfort ist wichtiger als Design

Dritte Frage: der Komfort. Gerade Rucksäcke und Taschen mit grossem Fassungsvermögen sollten bequem zu tragen sein. Bequeme, einstellbare Gurte bei Rucksäcken und eine gute Polsterung sind unverzichtbar und wichtiger als das Design.

Das Design ist der Aspekt, bei dem die Ansichten am weitesten auseinanderdriften: Ob modisch, elegant, topmodern oder Recycle-Look à la Freitag – über Geschmack lässt sich nicht streiten. Gelegentlich wird argumentiert, dass ein unscheinbares Modell auf Diebe weniger anziehend wirkt als eines, das offensichtlich für teure Technik gedacht ist. Bei unerfahrenen Dieben mag das funktionieren. Aber es gibt sicher auch die mit dem geübten Auge, das teure Ausstattung auch getarnt erkennt.

Das letzte Kriterium ist die Robustheit und Langlebigkeit. Hier haben die Hersteller bewährter Outdoor-Produkte einen natürlichen Vorteil, zum Beispiel Deuter oder Thule. Auch der Kofferhersteller Samsonite oder als einheimische Vertreter Victorinox oder Freitagtaschen gehören dazu – Letztere gibt es in gepolsterten Varianten für Laptops und Tablets.

Die exotischsten Transportmöglichkeiten für technische Gerätschaften gibt es naturgemäss auf den Crowdfunding-Plattformen. Zwei Vertreter, die sich seit einiger Zeit halten konnten, sind die minimalistischen Nomatic Bags oder die Taschen von Korin Design mit speziellen Diebstahlschutzmechanismen.

Laptop ausschalten oder nicht?

Bleibt eine Sache: Sollte man den Laptop ausschalten, bevor man ihn in die Tasche steckt, oder ist es ausreichend sicher, ihn eingeschaltet zu transportieren? Das Risiko durch Datenverlust nach einem Sturz ist in den letzten Jahren kleiner geworden. Statt der drehenden Festplatten stecken nun SSD-Laufwerke in den Geräten, und die sind viel weniger anfällig auf Stösse.

Es gibt aber auch andere Gefahren: Wenn eine App weiterhin auf vollen Touren arbeitet, droht eine Überhitzung. Ausserdem ist es sinnvoll, Stromadapter und externe Geräte abzustecken und sicherzustellen, dass der Deckel gut geschlossen ist.

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Ein Arbeitstier mit Schweizer Design

Genug Platz, bequem zu tragen, ein gut gepolstertes Fach für den Laptop, wasserdicht und robust: Das waren die Kriterien, die mich zum Kauf des Vargu Roll-X bewogen haben. Dank Rolltop (das man von den Velokuriertaschen kennt) ist er auch für sperrige Gegenstände geeignet. Das Fassungsvermögen beträgt um die 23 Liter. Es gibt eine für Tablets geeignete Tasche, ein spezielles Fach für die Powerbank mit Öffnung fürs Kabel. Der Rucksack ist, wie seinerzeit die Freitagtaschen, teilweise aus rezykliertem Material gefertigt und dem (in der Schweiz entworfenen) Design nach ein echtes Arbeitstier. Preis: 169 Franken. (schü)

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Feriengrüsse aus Kos

Ich hatte schon immer eine Schwäche für kleine Leder-Umhängetaschen. Viel mehr als ein iPad und eine Fotokamera müssen gar nicht reinpassen. Meine alte Ledertasche von Aunts And Uncles war im Begriff auseinanderzufallen, als ich in einem kleinen Lederwarengeschäft auf der griechischen Insel Kos diese Tasche fand. Unzerstörbar und ausgesprochen robust, ist sie seit sieben Jahren mein fast ständiger Begleiter. Als das Surface Pro 3 oder das erste iPad Pro vorgestellt wurden, war meine erste Frage: Passen sie in die Tasche? Sie passten knapp. Mein 11-Zoll-iPad passt heute dafür perfekt. Preis: vergessen. (zei)

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Stativ statt Eispickel

Als mein Dakine-Wanderrucksack letztes Jahr endgültig untragbar wurde, musste ein Ersatz her. Schliesslich brauche ich den Rucksack auch für Reportagen und Reisen. Ich konnte mich mit keinem Design anfreunden. Entweder zu sportlich oder dann zu unpraktisch oder gar zu praktisch mit unzähligen Taschen und Fächern. Fündig wurde ich bei Fjällräven. In einem Outlet gab es das Vorjahresmodell des sonst teuren Keb Hike 30L angenehm reduziert. Der Rucksack hat zwei grosse Fächer und ist ausgesprochen bequem. Die Halterung für Eispickel eignet sich super für Fotostative oder einen Regenschirm. Preis: 280 Franken. (zei)

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Das Multitalent

Wenn ich mich nicht zwischen Rucksack und Umhängetasche entscheiden kann, schlägt die Stunde des Wotancraft Messenger-Bag/Seemannsack. Die Tasche wurde 2015 von einer für Uhrenarmbänder und Fototaschen bekannten taiwanischen Manufaktur für Fahrradkuriere erfunden. Mal kleine Umhängetasche, mal Umhängesack, die Tasche kann alles. Gerade an Flughäfen, wo man ständig Sachen ein- und auspacken muss, bewährt sie sich immer wieder. Inzwischen gibt es eine ganze Kollektion dieser Sling-Bags mit verschiedenen Grössen und Preisen. Meine hat ein gepolstertes iPad-Fach. Preis: ab 200 Franken. (zei)

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Handgemacht und integrativ

Die Geschäftstasche «Pändler» hat nicht nur Extrafächer für den Laptop und die Kabel, sondern auch für Stifte, Brille und Visitenkarten. Sie kann entweder als Rucksack oder über die Handschlaufe getragen werden. Das Obermaterial ist wasserabweisend, und die Textilien sind ökologisch und teils rezykliert. Preis: 380 Franken. Die Taschen des Herstellers Kokoté (kokote.com) werden im Urnerland mit einem sozialen Auftrag handgefertigt. Der Gründer Franz Huber hat die Produktion vor vier Jahren als Integrationsprojekt für Flüchtlinge gestartet. Bei jeder Tasche liegt eine Karte der Person bei, die sie hergestellt hat. (schü)

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