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Wird so was das iPhone überflüssig machen?

Da die grösste Handymesse ausgefallen ist, wagen wir selbst einen Blick in die Zukunft. 5 Trends für die Smartphone-Zukunft.

Noch Zukunftsmusik: Ein Falt-Tablet, Kopfhörer und eine Uhr als Smartphone-Ersatz.
Noch Zukunftsmusik: Ein Falt-Tablet, Kopfhörer und eine Uhr als Smartphone-Ersatz.
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Jahr für Jahr zeigen Ende Februar die Technologiekonzerne in Barcelona, was die nächsten Monate an Entwicklungen und Neuheiten rund um Smartphones, Telekommunikation und das Internet bringen.

5G und Faltbildschirme waren die grossen Trends der letzten Jahre. Beide kommen allerdings erst langsam in die Gänge und den Alltag (Immer Ärger mit den Falthandys).

Nun, da der Mobile World Congress wegen des Coronavirus nicht stattfindet, ist das die Gelegenheit, etwas weiter in die Zukunft zu blicken.

Diese fünf Trends werden uns die nächsten fünf Jahre begleiten:

500 Franken:Handys werden zwar immer teurer (das neuste Falthandy von Huawei wird ab März 2500 Franken kosten), doch viel spannender ist die Entwicklung im unteren Preissegment. Schon heute bekommt man für 500 Franken ein sehr gutes Smartphone. In den nächsten Jahren wird es den Herstellern noch schwerer fallen, abseits von Statusobjekten und hoch spezialisierten Handys für Profi-Bedürfnisse Geräte mit Preisen über 1000 Franken zu rechtfertigen, wenn es schon für die Hälfte alles gibt, was man braucht. Solche Handys haben zwar nicht vier Kameras, aber wenn nur eine vorhanden ist, reicht diese im Alltag mehr als aus.

Erschwerte Globalisierung: Das Coronavirus und der Huawei-Bann zeigen, wie wenig es braucht, um die internationalen Grosskonzerne in Schwierigkeiten zu bringen. Die Firmen werden sich anpassen und Fabriken in neuen Ländern eröffnen, um sich besser gegen Gesetze und andere staatliche Eingriffe zu wappnen. Nationale Diskussionen um Verschlüsselungsverbote, Spionageverdacht und Datenschutz werden weiter zunehmen. Nicht nur in China finden sich Akteure, die ausländischen Apps und Diensten gerne genauer auf die Finger schauen und strengere Regeln auferlegen würden.

Weg vom Handy: Die Chancen stehen gut, dass zahlreiche Leserinnen und Leser dieser Zeilen in fünf Jahren noch dasselbe Smartphone haben werden wie heute. Es wird vorerst der wichtigste Computer in unserem Leben bleiben. Aber das Smartphone wird vermehrt Kompetenzen delegieren. Aktuell an Kopfhörer, Uhren und Haushaltgeräte wie Lautsprecher oder Fernseher. In noch etwas fernerer Zukunft auch an Brillen. Ist es doch eines der Grundversprechen von 5G, dass künftig nicht mehr nur das Handy, sondern allerhand Geräte selbstständig ins Internet können. Bis all die Geräte aber komplett ohne Smartphone auskommen, wird es noch länger dauern, als manchem Futurist lieb ist.

Software statt Hardware: Was für Prozessoren und andere Chips in einem Gerät stecken, wird immer weniger wichtig. Rechenleistung und Speicherplatz lassen sich in die Cloud auslagern. Viel wichtiger als die Hardware wird die Software. Schon heute schiessen Google-Handys mit zweitklassiger Hardware mit die besten Fotos – dank überlegener Software. iPhones übertrumpfen trotz weniger Arbeitsspeicher und Akkukapazität die Konkurrenz regelmässig – dank effizienterer Software. Diese Entwicklung wird die nächsten Jahre selbst alte Geräte noch einmal deutlich schlauer und nützlicher machen. Reine Hardware-Hersteller haben das Nachsehen.

Frische Präsentationen: Da der Mobile World Congress in diesem Jahr ausgefallen ist, mussten viele Hersteller improvisieren und ihre Neuheiten teils per Videoschaltung präsentieren. Das wird der ganzen Branche guttun. Nur weil es Steve Jobs und Apple über Jahrzehnte perfektioniert haben, auf einer Bühne neue Geräte vorzustellen, muss man das nicht unbedingt genauso machen. Auch das Konzept von Messen wird weiter unter Druck kommen. In Zeiten des Internets werden solche Jahrmärkte zusehends zu Anachronismen. Die Cebit in Hannover dürfte nicht die letzte Messe bleiben, die eingestellt wird.

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