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Was Sie über Navi-Apps wissen müssen

Google hat sich Navi-App-Anbieter Waze gekauft. Der Milliardendeal zeigt, wie wichtig das Smartphone im Auto wird. Wir zeigen, worauf es beim Handy als Fahrbegleiter ankommt.

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Als Navi-System oder Radar-Detektor im Auto: Smartphone.
Als Navi-System oder Radar-Detektor im Auto: Smartphone.
AFP

Nach wochenlangem Wettstreit um den Navi-App-Anbieter Waze hat sich der Internetriese Google vergangene Woche durchgesetzt und das israelische Unternehmen gekauft. Die kostenlose Smartphone-Anwendung verspricht, Autofahrer nicht nur an ihr Ziel zu führen, sondern setzt bei Warnungen vor Staus, Unfällen und Blitzern auf Beiträge jedes einzelnen Nutzers. Mit Waze konkurriert bereits heute eine ganze Reihe Navi-Apps - einem Test zufolge gilt dabei: je teurer, desto besser.

Dass das Smartphone im Auto eine immer wichtigere Rolle spielen soll, betonte auch Apple-Chef Tim Cook an der Apple-Präsentation am 10. Juni in San Francisco. Mit dem neuen Betriebssystem iOS 7 soll das Smartphone einfach ins Cockpit integriert werden können. Die Anbindung ans Auto wird in Kooperation mit einem Dutzend Herstellern verbessert – darunter Mercedes, Opel, Honda und Nissan. Wir beantworten nachfolgend die wichtigsten Fragen zu Navi-Apps.

Warum sollte ich mein Handy als Navi verwenden? Fast jedes moderne Smartphone verfügt über GPS - also Satellitennavigation. Mit der richtigen Anwendung lässt sich daher aus dem Telefon ein Navigationsgerät machen. Wer sich mit dem Auto, dem Motorrad, dem Fahrrad oder zu Fuss navigieren lassen will, ist also nicht mehr auf ein Extragerät angewiesen.

Welche Voraussetzungen muss mein Handy erfüllen? Das wichtigste Kriterium ist, dass ein Smartphone über ein GPS-Modul verfügt - das ist aber bei so gut wie allen Modellen der Fall. Ansonsten gilt einer Untersuchung der Stiftung Warentest zufolge: Je hochwertiger das Smartphone, desto besser funktionieren auch Navi-Apps. Notwendig ist zum Beispiel ein heller Bildschirm. Kraftvolle Prozessoren helfen ausserdem dabei, die Route möglichst schnell zu berechnen. Wer einige - vor allem die kostenlosen - Apps nutzen oder aktuelle Informationen zur Verkehrslage abrufen möchte, benötigt zudem eine Internetverbindung.

Was bieten die Apps? Grundsätzlich zu unterscheiden sind zwei Arten von Navi-Apps: Die einen installieren die Karten zur Offline-Nutzung auf dem Handy, die anderen rufen sie jeweils aus dem Internet ab. Bei letzteren ist daher zumindest für das Berechnen der Route eine Internetverbindung nötig, teilweise aber für die gesamte Zeit der Navigation. Viele Apps können aber nicht nur Routen berechnen, sondern bieten auch zusätzliche Informationen: Sie können beispielsweise die aktuelle Verkehrslage abrufen, vor Blitzern warnen oder haben einen Spurassistenten, der bei komplizierten Kreuzungen oder Abfahren anzeigt, welche Fahrspur die richtige ist.

Was kosten Navi-Apps? Die Preise reichen von kostenlos bis etwa 90 Euro. Wenn Apps die Karten nicht auf dem Gerät speichern, sondern bei der Routenberechnung aus dem Internet herunterladen müssen, ist ein - kostenpflichtiger - Handytarif für Datennutzung notwendig. Wer viel mit solchen Apps navigiert, läuft Gefahr, sein in der Flatrate enthaltenes Datenvolumen schnell aufzubrauchen. Besonders teuer wird eine Internetverbindung beim Roaming im Ausland.

Wie schlagen sich die Gratis-Apps? Das Urteil der Stiftung Warentest ist eindeutig: «Je teurer, desto besser», urteilt die Zeitschrift «Test» in ihrer Juni-Ausgabe. Bei den Testsiegern kamen die Ansagen zum richtigen Zeitpunkt, die Karten und die Route sind bei allen Lichtverhältnissen gut zu erkennen, sie sagen Strassennamen an und haben Spurassistenten. Bei Gratis-Apps fehlte nicht nur solcher Komfort, sie haben laut «Test» meist auch weniger gute Karten, und sie leiteten an komplizierten Kreuzungen leicht zur falschen Abzweigung. Von den auf vielen Smartphones bereits vorinstallierten Apps schnitt Google Maps (Android) am besten ab, gefolgt von Here Drive+ (Windows Phone). Apple Maps (iPhone) erhielt dagegen eine schlechte Bewertung.

Was muss ich noch beachten? Am Steuer gilt beim Fahren Handyverbot - auch, wenn das Smartphone als Navi verwendet wird. Anschaffen sollten sich Autofahrer daher eine Halterung, mit der sich das Handy an der Windschutzscheibe befestigen lässt. Dann dürfen Autofahrer laut «Test» ihr Smartphone berühren, aber nur wenn sie sich dabei auf den Verkehr konzentrieren. Verursacht ein Fahrer beim Eintippen einen Unfall, gilt das als fahrlässig. Praktisch ist hier die Spracheingabe - die dem Test zufolge aber selten gut funktioniert. Die Stiftung Warentest hält bei Navi-Apps zudem den Datenschutz für kritisch, denn viele Programme übermittelten zu viele Daten ihrer Nutzer an die Anbieter.

(AFP)

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