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«Wenn Tim Cook anruft, würde ich nicht sofort Nein sagen»

Auf zur Show am Vierwaldstädtersee: Jean-Claude Biver entsteigt in Brunnen dem Helikopter. (14. März, 2017)
Schaut her, die neue Smartwatch: Biver präsentiert vor bester Kulisse sein neustes Stück. (14. März, 2017)The CEO of TAG Heuer, Jean-Claude Biver at the press conference of the Watch company TAG Heuer in Brunnen, Switzerland Tuesday, March 14, 2017. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Rechnet nicht mit einem Anruf von Tim Cook: TAG-Heuer-Chef Jean-Claude Biver.
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Sie sammeln Patek-Uhren und besitzen auch sonst ein paar der schönsten und teuersten Uhren, die es gibt. Was motiviert sie, trotzdem eine Smartwatch zu tragen?

Als Traditionsunternehmen muss man aber auch nach hinten schauen, oder nicht?

Was machen Sie denn mit ihrer Smartwatch, wenn Sie sie tragen?

In fünfzig Jahren, sehen Sie da Sammler Unsummen für die erste TAG-Heuer-Smartwatch bezahlen, wie sie es heute für alte Heuer-Uhren tun?

Warum?

Bei der ersten Connected Watch haben Sie die Nachfrage unterschätzt. Wie mutig sind Sie dieses Mal?

Ja, dann ist es damit schnell vorbei.

Apropos exklusiv, wie schwierig war es, Ihren Partnern Google und Intel beizubringen, was eine schöne Uhr ausmacht?

Was hat Sie an Google und Intel am meisten überrascht?

Bei der Connected Watch spielt nebst Hardware, wo Sie Expertisen haben, vor allem Software eine zentrale Rolle, wie sind Sie da drangegangen?

Schon bei Ihrer ersten Uhr hat Google Android Wear ein bisschen individualisiert. Was bei anderen Uhren weiss war, war bei ihnen schwarz. Wie kam es dazu?

Haben Sie das bei der neuen Uhr auch wieder gemacht?

Haben Sie keine Angst, dass die Leute dann mit schönen TAG-Heuer-Uhren mit grässlichen Zifferblättern rumlaufen werden?

Sie haben Apples iOS angesprochen. Wenn nun Ihr Telefon klingelt, Tim Cook ist dran und bietet ihnen die Apple-Software für Ihre Uhr an. Was sagen Sie da?

Aber auf Google würden Sie dann verzichten?

Ich verstehe: Die Schweizer Neutralität.

Aber ich glaube nicht, dass dieser Anruf kommen wird. Sie?

Sie sind ein Marketing-Profi. Ihnen ist es damals gelungen, James Bond zum Omega-Botschafter zu machen. Nun lassen Sie Ihre Connected Watch in Ihrer Fabrik in La Chaux-de-Fonds zusammensetzen. Wie viel davon ist Marketing, und wie hoch ist der tatsächliche Nutzen?

Wie profitiert denn die neue Uhr davon, dass Sie die neue Produktionsstrasse im gleichen Gebäude wie Ihr Büro haben.

Das ist sehr viel wert?

Und wie sieht das mit Arbeitsplätzen aus?

Der TAG-Heuer-Chef Jean-Claude Biver zeigt dem Autor die neue Smartwatch, während rundherum ...
... fleissig gearbeitet wird.
Schon vom Gang aus sieht man durch grosse Fenster die neue Produktionsstrasse.
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Werfen wir einen Blick auf die Konkurrenz. Sie kennen die Swatch Group und Nick Hayek sehr gut. Warum warten die mit Smartwatches?

Aber sie zeigen es nicht.

Wo wir von der Swatch Group und James Bond gesprochen haben, wäre der nicht der beste Markenbotschafter für die Connected Watch?

Und den werden sie nie wieder hergeben.

Aber die hatten im letzten Film ja Bremont.

Auf jeden Fall ein toller Film. Ich freue mich schon auf den nächsten Ende Jahr. Sprechen wir noch über die anderen Marken Ihres Konzerns. Eine Connected Zenith oder Connected Hublot, wäre das denkbar?

Warum?

Ein bisschen?

So etwas habe ich vor einem Jahr einmal für meine mechanische Uhr selbst gebastelt und fand es ziemlich toll.

Machen Sie es?

Da bin ich aber gespannt. Wann?

Was war die Hauptidee hinter den neuen Connected Watches?

Sie verzichten entgegen dem Trend auf einen Pulssensor, warum?

Einerseits sind Android-Uhren ziemlich gross. Andererseits werden analoge Uhren gerade wieder ein bisschen kleiner. Können Sie mit der Connected Watch dem Trend folgen?

Wie steht es um Damenmodelle? Wie lange muss man darauf noch warten?

Es ist also ein Bedürfnis, wieder kleinere Uhren zu haben?

Auch für Hublot?

Sprechen wir wieder über TAG Heuer. Sie haben verschiedene Modelle. Sie haben die Carrera als Basis für die Connected Watch gewählt. Wäre nicht auch zum Beispiel eine Autavia denkbar?

Andererseits die Monaco, wäre ja auch eine Überlegung wert. Die ist quadratisch, was für einen Bildschirm ja ideal wäre. Warum trotzdem die Carrera?

Wie wichtig ist es bei Uhren, Armbänder einfach wechseln zu können?

Apple hat da sicher einen Beitrag geleistet, dass heute mehr über einfache Mechanismen zum Wechseln von Armbändern nachgedacht wird. Oder würden Sie dem widersprechen?

Aber nicht jeder hats einfach gemacht. Ich nerve mich jedes Mal, wenn ich mit dieser Spezialgabel das Armband meiner nicht ganz billigen mechanischen Uhr wechseln möchte.

Bei der Präsentation Ihrer ersten Connected Watch haben Sie gleich gesagt, wann die nächste kommt. Machen Sie das erneut?

Warum sind Sie da so offensiv? Apple und andere Hersteller machen da immer ein grosses Geheimnis darum. Was spricht für Ihre Strategie?

Nicht dass er dann zwei Monate vorher die Uhr kauft und sich dann ärgert.