Alles Ultra HD oder was?

Irgendwie scheinen die Erfinder von neuen Techniken in Abkürzungen verliebt zu sein. Was verbirgt sich hinter kryptischen Kürzeln wie LTE, NFC, QR oder M2M?

Die nächste Generation des Handy-Netzes: 4G, auch LTE genannt.

Die nächste Generation des Handy-Netzes: 4G, auch LTE genannt. Bild: Walter Bieri/Keystone

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Irgendwie scheinen die Erfinder von neuen Techniken in Abkürzungen verliebt zu sein. Wer also Prospekte verstehen und an Diskussionen teilhaben will, sollte im neuen Jahr wissen, was sich hinter kryptischen Kürzeln wie LTE, NFC, QR, M2M und UHD TV verbirgt.

Die teuerste Abkürzung des Jahres ist wohl LTE. Hinter dem Begriff Long Term Evolution (Langfristige Weiterentwicklung) verbirgt sich die nächste Generation des Handy-Netzes. Weil immer mehr Mobilgeräte immer mehr Daten konsumieren, ist LTE für die Internetnutzung optimiert.

Eine Stunde Musik innert 6 Sekunden übertragen

Dank dem neuen Handynetz können mehr Personen gleichzeitig mit höherem Tempo surfen. Unter optimalen Bedingungen gelangen pro Sekunde 100 Megabit Daten auf das Smartphone. Eine Stunde Musik im MP3-Format wird so innert 6 Sekunden übertragen.

LTE braucht allerdings neue Sender mit neuen Frequenzen und auch neue Handys oder Empfangsticks für Notebook. Die Telekomfirmen investieren in den nächsten Jahren mehrere Milliarden Franken in die neue Technik.

Wertvolle Berührung

Mit Geld hat auch die Abkürzung NFC zu tun. Bei der Near Field Communication werden drahtlos Daten über sehr kurze Distanzen von wenigen Zentimetern übertragen. Aktive NFC-Geräte wie Handys und Kassenterminals tauschen so im Dialog Zahlungsinformationen aus. Statt nach Bargeld zu klauben, legt man also lediglich sein Handy auf eine Zahlfläche an der Kasse. Je nach Betrag muss man die Zahlung zusätzlich mit einem Code autorisieren.

NFC funktioniert aber auch mit passiven und stromlosen Datenträgern wie Plastikkarten, Aufkleber oder Plakaten. Von diesen kann ein mit NFC ausgerüstetes Handy einfach Informationen drahtlos abfragen. Das kann beispielsweise ein Fahrplan, Visitenkarteninfos oder eine Internetadresse sein. Solche passive NFC-Transponder kosten wenige Rappen, sind sehr dünn und lassen sich selber «programmieren».

QR-Code befreit vom lästigen Eintippen

Befestigt man persönliche NFC-Kleber auf Nachttisch und Büropult verhält sich das Handy situationsgerecht, sobald es darauf abgelegt wird. Am Bett schaltet es den Klingelton aus, im Büro verbindet es sich mit dem drahtlosen Netzwerk. Alle modernen Smartphones - mit Ausnahme der Apple-Geräte - unterstützten NFC.

Ganz auf Smartphones ausgerichtet sind auch QR-Codes. Diese Ansammlung von kleinen Quadraten wird mit dem Handy abfotografiert und von diesem in eine Quick Response (QR) übersetzt. Letztlich wird das Punktemuster - ähnlich wie der Strichcode auf Konsumgütern - in eine Buchstabenfolge übersetzt.

Ein QR-Code kann eine Internetadresse, Telefonnummer, Visitenkarte oder unzählige andere Infos enthalten. Meist findet man diese auf Plakaten oder in Zeitschrifteninseraten. Das Abfotografieren der QR-Codes befreit Smartphone-Besitzer so vom lästigen Eintippen.

Ultra HD - bessere Fernseher für Geduldige

Um Bilder geht es auch bei Ultra High Definition (Ultra HD). Die nächste TV-Generation mit dieser Technik verspricht Bilder, die von der Realität kaum zu unterscheiden sind. Nachdem die verbreiteten HD-TV bereits zwei Millionen Bildpunkte (1920 mal1080) auflösen, werden es beim Ultra HD TV mindestens 8 Millionen Bildpunkte (3840 mal 2160 ) sein.

Ultra-HD-Fernseher kann man bereits ab 15'000 Franken kaufen. Wer so viel Geld in die neue Technik investiert, braucht aber auch viel Geduld. Bis Fernsehsender auf Ultra HD (auch 4K genannt) umstellen, wird es einige Zeit dauern.

M2M macht vieles schlau

Die Abkürzung M2M steht für Machine-to-Machine Communication - also der Plauderei zwischen Maschinen. Das dies kein orwellscher Albtraum, sondern eine praktische Lösung ist, beweisen beispielsweise Öltanks in Mehrfamilienhäusern, die bei drohender Leere mit dem Brennstofflieferanten Kontakt aufnehmen.

M2M setzt sich auch im trauten Heim durch. So macht beispielsweise das modulare Steuerungssystem Quing Home die Wohnung intelligent. Man installiert einfach Sensoren an Türen und Fenstern, Bewegungsmelder in Räumen, Videokameras an neuralgischen Punkten und Adapter an Lichtsteckdosen.

Alle diese Module sind drahtlos mit einer kleinen Zentrale vernetzt, welche zusätzlich mit dem Internet verbunden ist. Betritt man Räume, wird das Licht eingeschaltet. Ist man abwesend, löst ein Eindringling stattdessen Alarm aus. Der Nachbar wird dann angerufen und eine Videoaufzeichnung auf das Smartphone des Hausbesitzers geschickt.

Dutzende Geräte kooperieren so untereinander intelligent und die nötigen Regeln lassen sich einfach am PC definieren. M2M wird dieses Jahr an immer mehr Orten auftauchen. Allerdings dürfte der Regenschirm, der selbständig die Wetterprognose abruft und seinen Besitzer beim Verlassen der Wohnung piepsend um Mitnahme bittet, noch einige Jahre Zukunftsmusik bleiben. (rek/sda)

Erstellt: 15.01.2013, 14:43 Uhr

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