Apple legt den Grundstein für ein Abo-Imperium

Gestern lancierte er gleich drei neue Dienste. Den alles entscheidenden Schritt wagt Apple allerdings noch nicht.

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Apple-Events laufen nach einem bekannten Muster ab. Sie dauern etwa zwei Stunden, und danach gibt es neue funkelnde Geräte zu bestaunen und neue Apps und Software zum Ausprobieren. Nicht dieses Mal.

Am Montag hat Apple in Cupertino all diese Gewohnheiten über Bord geworfen. Neue iPads, Mac-Computer, Kopfhörer und Uhrenarmbänder hat der Konzern schon letzte Woche ohne viel Tamtam per Pressemeldung vorgestellt. An der Präsentation im Steve Jobs Theatre auf dem Firmengelände in Cupertino ging es um Apples immer wichtigeres drittes Standbein neben Software und Hardware: um Services und Abos. Gleich drei hat der Konzern am Event, den diese Zeitung auf Einladung besuchte, vorgestellt: einen Abodienst für Magazine, einen für Games und einen für TV-Sendungen.

Apple News+: Der Abodienst kostet 10 Dollar pro Monat und kommt vorerst nur in den USA und Kanada auf den Markt. Andere englischsprachige Länder sollen noch dieses Jahr folgen. Für die Abogebühr bekommt man 300 fürs iPhone und iPad aufbereitete Magazine und Zeitungen, darunter etwa das «Wall Street Journal».

Apple Arcade: Der Abodienst für Spiele hat noch keinen Preis, soll aber im Herbst in 150 Ländern lanciert werden. Gegen Entrichtung einer Monatsgebühr erhält man Zugang zu anfänglich rund 100 Premium-Spielen für Handys, Tablets und Computer. Ob man die Titel auch einzeln kaufen kann, ist noch offen.

Apple TV+: Im Herbst soll Apples eigener Videostreamingdienst starten. Auch hier ist noch kein Preis bekannt. Sowieso ist bezüglich dieses Dienstes vieles wolkig geblieben. Apple hat zwar zahlreiche prominente Filme- und TV-Macher wie Steven Spielberg oder Oprah Winfrey für den neuen Dienst gewinnen können, aber wie das Angebot dann genau aussieht, ist noch unklar. Kern des neuen Dienstes ist die neue TV-App, die diesen Mai in 100 Ländern lanciert wird. Ob die Schweiz auch dabei ist, ist noch unklar. Fest steht: Die App wird nicht nur auf Apple-Geräten, sondern auch auf Fernsehern von Samsung, Sony und LG laufen.

Der Apple-Music-Effekt

Gemein ist all diesen Abos, dass sie das Rad nicht neu erfinden. Was Apple aber mitbringt und Konkurrenten wie Netflix nicht haben, ist die grosse Nutzerbasis. Mit 900 Millionen iPhones und 1,4 Milliarden Apple-Geräten weltweit. Wenn sich nur ein paar Benutzer für eines der neuen Apple-Abos entscheiden, ist das schon sehr lukrativ. Bei Apple Music lief das ähnlich. Der Dienst unterscheidet sich kaum vom Marktführer und Pionier Spotify. Aber da Apple Music schon auf dem Gerät ist und perfekt mit den anderen Apple-Gadgets harmoniert, ist die Versuchung gross, sich gleich dafür zu entscheiden.

So unspektakulär Apples neue Abos aktuell für sich betrachtet erscheinen mögen, so spannend wird es, sollte Apple dereinst alle diese Services zu einem Abo zusammenlegen: Musik, Video, Spiele, News und Cloudspeicher. Das kann weder Spotify noch Netflix. Doch diesen Schritt hat Apple gestern noch nicht gewagt.

Eine Karte aus Titan

Ein Nebenschauplatz am gestrigen Event dürfte die Bankenwelt einmal mehr nicht erfreut haben. Mit Apple Pay hat sich der Konzern bereits einen Teil des Kundengeschäfts geschnappt, und mit der gestern angekündigten Apple Card, einer Kreditkarte, dürfte sich Apple nun auch in einem weiteren Geschäftsfeld mit den Banken anlegen.

Die Apple Card soll direkt auf dem Handy verwaltet werden. Falls die Karte auf dem Handy einmal nicht akzeptiert wird, gibt es auch eine physische Karte aus Titan. Die Apple Card ist eine Kooperation mit Goldman Sachs und Mastercard. Sie kommt vorerst nur in den USA auf den Markt. Doch die Ambitionen des Konzerns dürften deutlich grösser sein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.03.2019, 07:12 Uhr

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