Das können die schlauen Fernseher

Die neuste Generation von Fernsehern kann mehr als das Programm wiedergeben. Die Branche versucht mit Smart-TVs den Tablets und Smartphones entgegenzuhalten.

Ein Smart-TV an der IFA in Berlin. (3. September 2013)

Ein Smart-TV an der IFA in Berlin. (3. September 2013) Bild: Reuters

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Die Elektronikbranche wird bei der diesjährigen IFA-Messe in Berlin eine neue Generation von Fernsehern in den Mittelpunkt rücken: die sogenannten Smart-TVs.

Fernseher geben schon seit längerem nicht mehr nur das laufende Programm oder Videofilme von DVD wieder. Moderne Geräte sind mit dem Internet verbunden und bringen den Kunden zahlreiche Zusatzfunktionen. Die Branche setzt auf die Produkte, um der wachsenden Konkurrenz etwa von Tabletcomputern und Smartphones etwas entgegenzusetzen.

Was sind Smart-TVs?

Smart-TVs sind Fernseher mit einem erheblich erweitertem, multimedialem Funktionsumfang. Sie können mit dem Internet verbunden werden. Zum Ende dieses Jahres werden nach Schätzung des deutschen Hightech-Verbands drei Viertel aller neu verkauften Fernseher Bitkom netzwerkfähig sein.

Durch die Netzwerk-Anbindung können auf Smart-TVs verschiedene Onlinedienste genutzt werden, aber auch Inhalte von anderen Geräten abgespielt werden: etwa Fotos und Videos von Computern, Smartphones oder Multimedia-Speichern. Die Funktionen der Fernseher werden - wie bei Smartphones - durch Mini-Anwendungen erweitert, sogenannten Apps.

Welche Funktionen und Vorteile bringen die schlauen Fernseher?

Das Spektrum an Zusatzfunktionen ist breit gefächert. Mit den verfügbaren Apps können Verbraucher etwa Sendungen und Inhalte abrufen, die mit einem normalen Fernseher nicht verfügbar wären. Wurde etwa eine Sendung verpasst, besteht über Smart-TVs Zugriff auf die Videoarchive der Fernsehsender. Auch Online-Videotheken, über deren Apps Verbraucher Filme ausleihen können, sind beliebt.

Daneben können Nutzer am Fernseher Spiele spielen, im Internet surfen, Musik hören oder sich mit Online-Plattformen wie Facebook und Twitter verbinden, um sich dort mit Freunden über das laufende Programm auszutauschen. Auch Videoanrufe über Dienste wie Skype sind möglich, sofern Fernseher über Kameras und Mikrofone verfügen.

Was ist der Unterschied zwischen Smart-TV und anderen Varianten des Fernsehens mit Internet-Anbindung?

Neben Smart-TV sind «IPTV» und «Web-TV» weitere Schlagworte der Elektronikbranche. Beim IPTV handelt es sich um die Übertragung und den Empfang regulären Fernsehens über die Internetleitung - statt über Antenne, Kabel oder Satellit. Entsprechende Angebote besitzen in der Regel viele Funktionen, über die auch Smart-TVs verfügen: Apps mit Zusatzfunktionen, Online-Videotheken und Nutzung des Programms auch mit anderen Geräten als dem Fernseher.

Beim IPTV garantieren die Anbieter eine Qualität wie beim normalen Fernsehen. Web-TV hingegen bezeichnet die blosse Übertragung von Fernsehangeboten und -inhalten über das Internet.

Was ist technisch nötig für smartes Fernsehen?

Natürlich sind ein entsprechendes netzwerkfähiges Fernsehgerät und ein Internetanschluss die wichtigsten Voraussetzungen. In Kombination mit anderen Geräten wie Smartphones und Tabletcomputern aber ergeben sich mit Smart-TVs darüber hinaus zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten.

So ist es zum Beispiel möglich, Bilder und Videos vom Handy direkt auf den Fernsehbildschirm zu übertragen. Um Fotos und Clips einer Gruppe zu zeigen, müssen die Geräte dann nicht mehr herumgereicht werden. Auch ist es teils möglich, das laufende TV-Bild vom Fernseher auf ein anderes Gerät zu übertragen, etwa einen Tabletcomputer. Dieser wird damit selbst zum kleinen Fernseher - beispielsweise für den Liegestuhl im Garten oder das Bett.

Können auch alte Geräte zu Smart-TVs aufgerüstet werden?

Ja. Verschiedene Anbieter verkaufen entsprechende Boxen. Diese können einfach mit dem Fernseher verbunden und ans Heimnetzwerk angeschlossen werden. (sda)

Erstellt: 04.09.2013, 21:11 Uhr

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