Test

Die Roboter sind im Haus

Staubsauger-Roboter nehmen einem ein gutes Stück Hausarbeit ab, wenn auch nicht die ganze.

Auf Haustiere spezialisiert: Der iRobot Roomba 564 Pet.

Auf Haustiere spezialisiert: Der iRobot Roomba 564 Pet. Bild: PD

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Sie melken die Kühe, finden und entschärfen Minen oder gehen Chirurgen zur Hand. Im Militär, der Landwirtschaft und der Industrie sind Roboter längst Alltag. Aber auch im Privatgebrauch halten sie Einzug. Gemäss der International Federation of Robotics wurden 2010 weltweit 5,6 Millionen sogenannte Serviceroboter für den persönlichen Gebrauch verkauft. Die Zahl beinhaltet automatische Helfer, die Fenster putzen, den Pool reinigen oder den Rasen mähen – ausgenommen sind Spielzeugroboter oder Hilfsroboter für Behinderte und Pflegebedürftige.

Am populärsten und am weitesten verbreitet sind jene Roboter, die Böden staubsaugen. Lange Zeit wurde diese Domäne von kleinen spezialisierten Anbietern alleine beackert – etwa der amerikanischen Firma iRobot. Mittlerweile steigen mehr und mehr Hersteller in den Massenmarkt mit verhältnismässig günstigen Alltagsrobotern ein – etwa Samsung oder als jüngstes Beispiel Philips.

Gummi-Enten als Hindernisse

Wir haben zwei aktuelle Geräte ausprobiert, den Roomba 564 Pet von Weltmarktführer iRobot sowie den HomeRun, den ersten Putzassistenten von Philips. Die Testwohnung stellte keine allzu schwierigen Anforderungen: 65 Quadratmeter, alles Parkett oder Steinplattenböden, keine Teppiche, keine Stufen, nicht einmal Türschwellen. Dass es nicht zu einfach wird, dafür sorgt ein Hund, der haart und der seine ständig wachsende Sammlung von Gummi-Enten gerne überall verteilt.

In Betrieb genommen sind beide Geräte in wenigen Minuten und mit nur wenigen Handgriffen. Es gilt, jeweils die Basisstation aufzustellen, an den Strom anzuschliessen und den Roboter daran zu platzieren. Anschliessend reicht ein Knopfdruck, und es kann losgehen.Der Roomba bahnt sich seinen Weg spiralförmig durch den Raum, er legt ein eher chaotisch wirkendes Hin und Her an den Tag. Der HomeRun hingegen saugt den Boden in parallelen Bahnen ab, schön einen Raum nach dem anderen, während man beim Zickzackkurs des Roomba nie genau weiss, wohin er als Nächstes düst.Beide Geräte orientieren sich anhand von Infrarot- und Kontaktsensoren.

Zackiger Roomba

Der Philips-Roboter hat zusätzlich eine Kamera eingebaut, die senkrecht nach oben schaut. Mithilfe der Bilder von der Raumdecke orientiert er sich zusätzlich. Deshalb kann er übrigens auch nur mit Licht reinigen – im Dunkeln funktioniert er nicht.Der Roomba ist flotter unterwegs und macht mehr Lärm. Da er etwas flacher und schmäler ist, kommt er mit engen Stellen besser zurecht, etwa zwischen Stuhlbeinen. Der HomeRun geht leiser und gemütlicher ans Werk, braucht aber insgesamt nicht länger. Weil er grösser ist, muss er aber auch öfters Stellen auslassen, etwa unter dem Esstisch. Dort, wo er putzt, macht er das jedoch einen Tick gründlicher als der Roomba. Das mag an seinen zwei Seitenbürsten liegen, von denen der Roomba nur eine hat. In dessen Lieferumfang sind dafür gleich eine ganze Reihe Ersatzteile dabei: Bürsten, Staubbehälter oder Filter.Was beiden nicht bekommt, sind Kabel am Boden. Der Roomba kann damit zwar besser umgehen, doch bei beiden Geräten gilt es, die Wohnung richtig zu präparieren, bevor man sie laufen lässt. Kleider etwa, die von Stühlen auf den Boden hängen, verwirren sie. Auch Bettdecken und dergleichen können zum Hindernis werden, wenn sie den Boden berühren.

Gummi-Enten übrigens werden vom Philips-Gerät umfahren – das von iRobot schiebt sie mit. Insgesamt macht der HomeRun einen schonenderen Eindruck, was das Mobiliar angeht, der Roomba geht teils etwas gar zackig auf die Einrichtung los.Beiden zum Verhängnis werden übrigens Möbel, unter die sie ganz knapp fahren können, aber dann doch hängen bleiben. Im Fall des Roomba war dies ein Corbusier-Sessel, beim HomeRun das TV-Möbel. Diese muss man also jedes Mal abschirmen (etwas davorstellen, damit der Staubsauger nicht drunterfährt) oder wegräumen.Deshalb ist es besser, wenn man die ersten paar Mal dabei ist, wenn der Roboter saugt. Später kann man ihn mit der Timer-Funktion auch laufen lassen, wenn man nicht zu Hause ist. Auch Haustiere und kleine Kinder müssen sich erst daran gewöhnen. Dem Hund war übrigens der gemächlichere Philips-Roboter etwas sympathischer.

Was liegen bleibt

In alle Ecken kommt keiner der beiden Roboter. Auch liegt es in ihrer Natur, dass sie keine Leisten oder auch nicht auf dem Sofa saugen – dieses Privileg bleibt dem Menschen, ebenso das Feuchtwischen. Es gibt zwar erste Roboter, die das auch übernehmen, die haben wir aber nicht ausprobiert.

Die beiden Testroboter haben ihren Job zufriedenstellend erledigt, der eine kann besser mit engen Stellen umgehen, der andere reinigt Flächen gründ-licher – beide aber erwischen nicht allen Staub und Dreck, jedenfalls weniger als der gute alte Dyson.Somit stellt sich am Schluss vor allem die Frage, wie viel es einem Wert ist, die manuellen Staubsaugereinsätze auf ein Minimum zu reduzieren: Den iRobot gibt es ab 435 Franken, den HomeRun ab 674 Franken (u. a. bei www.galaxus.com). (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.04.2011, 20:31 Uhr

HomeRun nennt sich der erste Staubsauger-Roboter von Philips. (Bild: PD)

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