Die Welt sucht den Superbildschirm

Vierfache Full-HD-Auflösung und OLED-Technik für 55-Zoll-Fernseher: Der südkoreanische Konzern LG sorgt schon vor der Eröffnung der grössten amerikanischen Elektronikmesse CES für Furore.

Gigantomanie, made in Südkorea: LGs über zwei Meter grosser UD-TV, der Mitte Januar in Las Vegas vorgestellt wird.

Gigantomanie, made in Südkorea: LGs über zwei Meter grosser UD-TV, der Mitte Januar in Las Vegas vorgestellt wird.

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Auf der Funkausstellung IFA entdeckte Hardware-Experte Sascha Pallenberg von Netbooknews.com ein Sharp-Display mit vierfacher HD-Auflösung (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete): «NHK, ein japanischer TV-Sender, hat hier entsprechenden hochauflösenden Content erstellt – und das Ergebnis war einfach atemberaubend.» (Das Video finden Sie hier).

Laut Pallenberg zugetragenen Informationen wird Apple 2012 ein iPad 3 mit einer Displayauflösung von 2048 mal 1536 Pixel zeigen. «Diese Bildschirme sind einfach ein Trend – und die Industrie setzt ihn um.» Ob Apple aber tatsächlich mit einer solchen Displayverbesserung aufwarten wird, darüber kann derzeit nur spekuliert werden.

Das grosse «Aber»

Fakt hingegen ist, dass der südkoreanische Unterhaltungselektronikkonzern LG an der am 10. Januar startenden Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas im Pixelrennen die Poleposition übernehmen wird: Das Unternehmen hat bestätigt, dort einen TV mit einer Auflösung von 3840 mal 2160 Pixeln zu zeigen. Der Bildschirm des noch namenlosen Fernsehers misst in der Diagonalen 213 Zentimeter, der Fernseher ist 3D- sowie internetfähig (der Nutzer erhält Zugriff auf etwa 1200 Applikationen).

Der Preis des Riesen-Heimkinos steht noch nicht fest, dürfte allerdings das Budget eines Mittelklassehaushaltes sprengen (derzeit geht man von einem Preis von mindestens 8000 Franken aus). Wer sich dieses Teil nicht leisten kann, sei damit getröstet, dass es noch gar keine Inhalte gibt, welche in Ultra-Definition-Qualität wiedergegeben werden können. Derzeit ist Full-HD (1920 mal 1080 Pixel) das höchste der Gefühle.

Stellt LG das Display für den Apple-Fernseher her?

LG zeigt an der CES ausserdem einen sogenannten OLED-TV (siehe Begriffserklärung in der linken Spalte) mit einer Bildschirmdiagonalen von 140 Zentimetern. Der vier Millimeter dünne und 7,5 Kilogramm schwere TV von LG wäre somit der grösste je gezeigte OLED-Fernseher. Dieser soll über die sogenannte Magic Remote unter anderem via Sprach- und Gestensteuerung bedient werden können.

Die Meldung ist auch für Apple-Fans interessant, da LG im Bildschirm-Business seit längerem mit dem amerikanischen iPad- und iPhone-Hersteller kooperiert. Der gewöhnlich gut informierte Blog 9t05mac.com schreibt, dass Cupertino auch bei der Produktion des gerüchtehalber in diesem Jahr erscheinenden Apple-Fernsehers auf diesen südkoreanischen Partner setzt.

Erstellt: 03.01.2012, 13:54 Uhr

Die wichtigsten TV-Begriffe

LCD: Bei einem Liquid Crystal Display werden die Bildpunkte/Pixel zwischen zwei transparenten Scheiben aus Kunststoff oder aus Glas dargestellt. Diese Pixel beinhalten je eine Kammer mit Flüssigkristallen, eine Elektrode, welche die Regulierung der Helligkeit übernimmt, und eine andere Elektrode, welche die Ausrichtung der Flüssigkristalle beim LCD-Bildschirm übernimmt. Diese drei Untereinheiten des Pixel wirken je nach Dicke als Farbfilter und lassen nur das polarisierte Licht der gewünschten Farben-Wellenlänge durch.

LED: «LED-Geräte, also Fernseher, bei denen das Bild durch LED dargestellt wird, gibt es eigentlich gar nicht», sagt Albrecht Gasteiner von Hdtv-forum.ch. Dabei handle es sich nur um LCD-Geräte, bei denen die Hintergrundbeleuchtung von Leuchtdioden übernommen wird.

OLED: «Leuchtdioden, die mit pflanzlichen Kristallen arbeiten, nennt man organische LEDs oder OLED», erklärt Albrecht Gasteiner vom HDTV-Forum Schweiz. Das Revolutionäre an dieser Technik ist, dass dieses Bauelement nicht mehr nur primär der Beleuchtung dient, sondern sich bestens zur Bildschirmherstellung eignet. Gasteiner: «Hier sind bedeutend kleinere Einheiten möglich. Man kann damit selbstleuchtende Displays von hoher Qualität bauen, allerdings sind diese äusserst empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Sauerstoff, ausserdem ist die Herstellung enorm teuer.»

Quellen: Ratgeber.vergleiche.ch, Hdtv-forum.ch, Bluray-disc.de

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