«Die Wertevernichtung muss beendet werden»

Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin platzt in diesem Jahr aus allen Nähten. Rund viereinhalb Monate vor ihrer Eröffnung am 31. September ist sie bereits überbucht.

Die Hersteller von Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik erwarten dieses Jahr weltweit eine steigende Nachfrage: Samsung-TV.

Die Hersteller von Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik erwarten dieses Jahr weltweit eine steigende Nachfrage: Samsung-TV. Bild: Reuters

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Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin platzt in diesem Jahr aus allen Nähten. Rund viereinhalb Monate vor ihrer Eröffnung am 31. August ist sie bereits überbucht. Messe-Berlin-Chef Christian Göke erwartet nach eigenen Worten ein neues Rekordjahr bei der vermieteten Fläche, dem «wichtigsten Indikator für das Vertrauen der Branche in die IFA».

Vergangenes Jahr zeigten 1441 Aussteller auf mehr als 140'000 Quadratmetern in 26 Hallen ihre Produkte. Göke hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der internationalen Besucher auf der IFA in diesem Jahr weiter zu steigern. Neue Direktverbindungen vom künftigen Hauptstadtflughafen, der am 3. Juni eröffnen soll, böten dafür gute Voraussetzungen, sagte er am Samstag auf der internationalen IFA-Pressekonferenz vor rund 300 Journalisten im kroatischen Dubrovnik.

Branche unter Druck

Die Hersteller von Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sowie Hausgeräten erwarten dieses Jahr weltweit eine steigende Nachfrage. Dennoch steht die Branche massiv unter Druck und will dem Preisverfall ihrer Produkte auf der IFA den Kampf ansagen.

Mit Blick auf wirtschaftliche Probleme von Branchengrössen wie Sony, Samsung, Sharp und Panasonic forderte der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Rainer Hecker: «Die Wertevernichtung der Industrie muss beendet werden.» Er fügte hinzu: «Unsere Produkte sind so attraktiv, dass ein Verkauf nur über den Preis nicht erforderlich ist.» Handel und Industrie müssten profitabel wirtschaften, um in Innovationen für neue Produkte und Dienstleistungen investieren zu können.

Daher sei der Wandel zur Werteorientierung unabdingbar, fügte Hecker hinzu. Die Wachstumsprognose von drei bis fünf Prozent auf den weltweiten Märkten für Unterhaltungselektronik und Hausgeräte in diesem Jahr sorge für Optimismus bei Herstellern und Handel.

Potenziale in Asien-Pazifik und Lateinamerika

Grosse Potenziale sehe die Branche vor allem in aufstrebenden Märkten in Asien-Pazifik und Lateinamerika sowie in Russland, sagte Jürgen Boyny von der Nürnberger Marktforschungsgesellschaft GfK. Europa sei nach wie vor ein bedeutender Käufermarkt. Darüber hinaus werde Wachstum erzielt durch innovative Produkte, wie sie jährlich auf der IFA zu sehen seien. Wachstumstreiber seien Smartphones, Tablet-PCs sowie weiterhin Flachbildfernseher mit hochauflösender und dreidimensionaler Technik.

Die Internetfähigkeit sowie die steigende Energieeffizienz der Geräte würden das Marktgeschehen in Zukunft weiter prägen, ergänzte Boyny. Die IFA sei wie im Vorjahr auch in diesem Jahr schon weit vor der Eröffnung überbucht, sagte IFA-Chef Jens Heithecker. Die meisten namhaften Hersteller seien wieder vertreten. Zum ersten Mal dabei sei Intel. (rek/dapd)

Erstellt: 15.04.2012, 20:17 Uhr

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