Gute E-Reader müssen nicht teuer sein

Konsumenten können beim Kauf von Lesergeräten für elektronische Bücher laut «Stiftung Warentest» kaum einen Fehler machen. Auch das iPad schneidet – mit einer Einschränkung – gut ab.

Einer von unzähligen E-Book-Readern: Amazons Kindle 3.

Einer von unzähligen E-Book-Readern: Amazons Kindle 3. Bild: Keystone

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Konsumenten können beim Kauf von Lesergeräten für elektronische Bücher laut «Stiftung Warentest» kaum einen Fehler machen. Zehn von 15 der untersuchten sogenannten E-Book-Reader hätten bei einem Test mit dem Qualitätsurteil «gut» abgeschnitten, berichtet die Stiftung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift «Test».

Das iPad unter der Lupe

Gute Geräte gebe es teils auch schon für unter 300 Franken. Nur zwei Reader hätten mit der Note «ausreichend» abgeschnitten und seien damit am schlechtesten bewertet worden. Bei den weniger gut bewerteten Lesegeräten habe der Akku nur vergleichsweise kurz gehalten oder sei der Bildschirm bei dunklem oder hellem Umgebungslicht nur schwer lesbar gewesen.

Die Tester nahmen auch den beliebte Flachcomputer iPad von Apple unter die Lupe, der über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedient wird. Er kann sehr viel mehr als klassische E-Buch-Lesegeräte, ist aber auch für das Lesen von Büchern, Zeitungen und Magazinen geeignet. Das iPad habe allgemein zwar «ein sehr gutes Bild» bei Dunkelheit oder mittelhellem Licht, urteilten die Tester. Bei Helligkeit aber spiegele die Bildschirmanzeige «deutlich und ist damit kaum lesbar».

Allgemein sollten Verbraucher darauf achten, welchen Kopierschutz Lesegeräte für elektronische Bücher nutzen, riet die Stiftung Warentest. Hier gibt es von Hersteller zu Hersteller unterschiedliche Systeme, sodass die Bücher teils nur auf den Geräten jeweils eines Herstellers gelesen werden können.

Die wichtigsten Fragen zu E-Readern

1. Was sind E-Book-Reader? Bei dieser Hardware handelt es sich um elektronische Geräte, welche den Text fast in derselben Qualität wie Bücher aus Papier anzeigt und oft auch bei heller Sonne genutzt werden kann. Für den Verbraucher haben die Geräte den Vorteil, dass er darauf häufig gleich mehrere tausend Bücher speichern kann – ohne, dass sie Platz im Bücherregal verbrauchen oder mit umhergetragen werden müssen. E-Book-Reader habe in etwa Grösse und Gewicht eines Taschenbuchs.

2. Wie gross ist die Auswahl an Geräten? Es gibt eine ganze Reihe solcher Geräte. Weltweit führender Anbieter ist der US-Internethändler Amazon mit seinem Kindle, der auch von Deutschland aus bestellt werden kann. Zu einem grossen Konkurrenten entwickelt sich der Computerkonzern Apple mit seinem Flachcomputer iPad, auf dem auch elektronische Bücher gelesen werden können – der aber noch weitaus mehr kann. Aber auch der japanische Hersteller Sony ist ein grosser Rivale. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Anbieter. Die meisten Geräte kosten zwischen 150 und 500 Euro.

3. Gibt es jedes Buch auch in elektronischer Form? Nein, davon ist die Buchbranche noch weit entfernt. Auf Deutsch gibt es derzeit laut Stiftung Warentest 40'000 E-Books - im Vergleich zu 1,2 Millionen gedruckten Titeln. Die Verlage bieten vor allem neue Bestseller elektronisch an. Bücher in kleinerer Auflage gibt es dagegen kaum. Amazon bietet Zugriff auf aktuell 670'000 Bücher – allerdings nur in englischer Sprache.

4. Wo gibt es E-Books zu kaufen? Bei Online-Buchhändlern und teils auch bei Verlagen direkt. Digitale Bücher werden dort heruntergeladen und können auf Geräten verschiedener Hersteller gelesen werden – sofern sie beispielsweise im Einheitsformat epub vorliegen. Amazon bietet seine E-Books in einem eigenen Format an, mit dem die Bücher ausschliesslich auf dem Kindle gelesen werden können. Ähnlich verfährt Apple mit seinen elektronischen Büchern. Die Preise für E-Books unterscheiden sich von Buch zu Buch.

5. Wie kommen E-Books auf die Lesegeräte? In aller Regel müssen Reader dafür per Kabel mit dem Computer verbunden werden. Teils können die Geräte aber auch die Titel selbst aus dem Internet laden, etwa über das Netzwerk zu Hause oder das Mobilfunknetz.

6. Können E-Books auch auf mehrere Geräte überspielt werden? Ja, sofern es sich um die eigenen Geräte handelt. E-Books haben oft einen Kopierschutz. Verbraucher müssen ihre Endgeräte, mit denen sie E-Books lesen wollen, zuvor registrieren. Danach können Nutzer die elektronischen Bücher auf eine begrenzte Anzahl von Geräten überspielen. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.

(rek/afp)

Erstellt: 25.09.2010, 11:49 Uhr

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