Gadget-Tagebuch

Kamera für Selbstdarsteller

Mit der Legria mini von Canon filmt man sich selbst für Auftritte im Web. Ein Gadget als Wegbereiter für die Youtube-Karriere? Unser Videotest.

Ein Gadget für Videopodcaster lässt sich natürlich nur im Video standesgemäss besprechen.


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«Ihr Publikum wartet auf Sie», verspricht Canon den Käufern der Canon-Legria-Minikamera. Das winzige Gadget passt in jede Hosentasche, ist mit 160 Gramm sehr leicht und treibt den Trend zur Selbstdarstellung im Netz auf die Spitze: Mit seinem drehbaren Display ist es dazu gedacht, dass man sich selbst filmt, während man referiert, performt, singt oder Interviews führt.

Die Aufnahmen erfolgen in HD. Der Ton wird per Stereomikrofon eingefangen. Dank der sehr weitwinkligen Linse stellt das «Talent» die Kamera auf Armlänge vor sich auf. So ist das Display jederzeit im Blickfeld, und die Bedienelemente sind in Reichweite – und weil die Kamera einen Blickwinkel von 160 Grad abdeckt, ist die Gefahr klein, dass man sich aus dem Bild bewegt, selbst wenn ein Gruppenauftritt ansteht. Da viel von der Umgebung sichtbar ist, erhält das Publikum das Gefühl, hautnah mit dabei zu sein. Allerdings produziert die Weitwinkellinse auch die für Fischaugenobjektive typischen Verzerrungen – und die sind nicht jedermanns Geschmack.

In unserem Test (295 Franken bei Digitec.ch, die uns das Testgerät zur Verfügung gestellt haben) war die Kamera einfach zu handhaben. Die Bedienung erfolgt per Touchscreen, und man kann sich als angehender Youtube-Star oder Videoblogger ganz auf seine Performance konzentrieren. Bei den Kreativfunktionen wie Zeitraffer wünscht man sich flexiblere Einstellungsmöglichkeiten, und es wäre praktisch, wenn sich die Kamera über USB aufladen oder am Stromnetz betreiben liesse. Das ist nicht möglich, der Akku wird über das separate Kabel aufgeladen. Wenn man die Kamera für längere Aufnahmen am Stromnetz betreiben will, benötigt man den separat erhältlichen Netzadapter. Ab Akku kann man laut Angaben von Canon rund 75 Minuten aufzeichnen.

Fazit: Wer sich nicht scheut, sich selbst in Szene zu setzen, und von den Verzerrungen des Fischaugenobjektivs nicht in der persönlichen Eitelkeit gekränkt wird, der findet in der kleinen Kamera ein nützliches Gadget, das eine erstaunliche Qualität liefert. Sogar in Full-HD, wobei man bei Speicherkarten mit der üblichen Schreibgeschwindigkeit die Qualität besser auf den Modus «4 Mbps» (1280 × 720 Pixel) reduziert. Wer eine Kamera universeller nutzen will, der greift besser zu einer Go Pro, einer Spiegelreflexkamera mit Videofunktion, oder zum klassischen Camcorder. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.10.2013, 10:49 Uhr

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