Leser unter Strom

Der Flachcomputer ersetzt das Bücherregal. E-Reader und E-Books sollen bald zum Massenmarkt werden. Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Gegen die iPad-Dominanz: Amazons Kindle Fire (Mitte). Links im Bild der Kindle touch, rechts der neue Kindle als Nachfolger des Original-Kindle.

Gegen die iPad-Dominanz: Amazons Kindle Fire (Mitte). Links im Bild der Kindle touch, rechts der neue Kindle als Nachfolger des Original-Kindle.

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Verlage und Buchhändler setzen auf die Elektronik: Bei der in dieser Woche stattfindenden Buchmesse in Frankfurt am Main (12. bis 16. Oktober) gehört das Thema E-Buch wie selbstverständlich dazu. Was bald auch in der Schweiz zum Massenmarkt werden soll, ist vielen Leseratten aber noch vollkommen fremd. Darum hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

1. Wie lassen sich elektronische Bücher lesen?
Es gibt Geräte, die nur dazu dienen, elektronische Bücher zu lesen: E-Book-Reader. Daneben lassen sich zu diesem Zweck auch herkömmliche Computer, Laptops und Smartphones nutzen. Als grösster Konkurrent für die E-Book-Reader gelten aber Tablets, allen voran das iPad von Apple. Dessen Dominanz will nun der Online-Buchhändler Amazon mit seinem Gerät Kindle Fire brechen. Es wird ab 15. November ausgeliefert - allerdings noch nicht in der Schweiz.

2. Was sind die Unterschiede zwischen den Geräten?
Die meisten E-Book-Reader besitzen einen unbeleuchteten Schwarz-Weiss-Bildschirm. Im Dunklen braucht der Nutzer somit eine Leselampe, dafür sind die Texte auch in der Sonne gut zu erkennen. Die Augen haben fast den Eindruck, sie läsen von Papier. Tablets bieten mehr multimediale Anwendungen als die reinen Lesegeräte. Dafür aber ist im Sonnenlicht auf ihrem Bildschirm kaum etwas zu sehen. Auch die Akkulaufzeit ist deutlich kürzer: Bei klassischen E-Buch-Lesegeräten beträgt sie rund zwei Wochen, Tablet-PCs geht spätestens nach zehn Stunden der Saft aus.

3. Wie gross ist das Angebot an Lesestoff?
Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) vertreibt rund ein Drittel aller Verlage in Deutschland elektronische Bücher, Tendenz steigend. Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Code Mantra zum E-Buch-Markt gibt an, dass das Angebot an E-Büchern in deutscher Sprache je nach Anbieter zwischen 25'000 und 80'000 Stück liegt. An gedruckten Werken sind hingegen mehr als 1,2 Millionen Titel lieferbar.

4. Wie kommen die Texte aufs Endgerät?
Die Texte gelangen über das Internet auf die Geräte. Teilweise verfügen sie dafür über drahtlose Internetzugänge per WLAN, teils sogar über mobiles Internet per Handynetz. Bei einigen Geräten ist ein Umweg über den Computer notwendig: Nutzer müssen dann die Inhalte aus dem Internet auf den Rechner laden und sie anschliessend auf das Lesegerät übertragen.

5. Sind alle Inhalte auf allen Endgeräten zu lesen?
Nein. Die Texte liegen in bestimmten Formaten vor. Hier haben sich mit PDF und EPUB zwei Versionen durchgesetzt, die von fast allen Geräten verstanden werden. Grössere Probleme bereitet der Kopierschutz, mit dem zahlreiche E-Books versehen sind. Apple und Amazon, die sowohl Lesegeräte als auch digitale Bücher verkaufen, verwenden jeweils einen Kopierschutz, der nur auf den Geräten aus eigener Herstellung läuft. Amazon stellt hierbei noch ein Programm zur Entschlüsselung für andere Geräte zur Verfügung.

6. Wie viel kostet das E-Buch-Lesen?
Zunächst einmal fallen die Kosten für das Gerät an. Ein E-Book-Reader kostet bis zu 400 Franken, Tablets sind teurer, dafür können sie auch deutlich mehr. Hinzu kommen die Kosten des Lesestoffs. Es gibt aber auch kostenlose Bücher im Netz, etwa auf der Website gutenberg.org. (rek/AFP)

Erstellt: 12.10.2011, 08:15 Uhr

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Der Verlag Weltbild und die Buchhandlung Hugendubel haben zur Frankfurter Buchmesse ein neues elektronisches Lesegerät vorgestellt, den Ebook Reader 3.0.

Das Gerät verfügt über einen 7-Zoll-Farbbildschirm und bietet Platz für 2'000 Bücher, wie beide Firmen mitteilten. Es sei offen für alle gängigen E-Book-Formate und koste knapp 60 Euro. Das Angebot an E-Books bei beiden Unternehmen beläuft sich derzeit auf mehr als 120'000 Titel.

Um das Lesen bei schlechtem Licht zu erleichtern, ist das Display beleuchtet. Dank eines Lagesensors kann man im Hoch- und im Querformat lesen. Die Schrift lässt sich in fünf Stufen einstellen. Interessante Textstellen lassen sich mit Lesezeichen markieren. Darüber hinaus kann man auch MP3-Songs abspielen und Bilder speichern und betrachten. (DAPD)

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