Reportage

Nur die scharfen Inhalte fehlen

Der HD-Nachfolger 4K wird immer wichtiger, Oled hingegen scheint an Bedeutung zu verlieren: Sony, Samsung und andere Hersteller haben an der CES ihre TV-Neuheiten präsentiert.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die TV-Hersteller präsentieren an der Consumer Electronic Show in Las Vegas derzeit, wie die Fernsehzukunft aussieht – mit der Super-Auflösung 4K (3840 mal 2160 Pixel) forciert die Branche vor allem eine neue Bildqualität, die Full HD deutlich übertrifft. Oled scheint hingegen vorerst keine Option mehr zu sein, dagegen dominiert eben an der Messe 4K.

So stellt Samsung in Las Vegas einen 85 Zoll grossen TV mit Ultra High Definition (UHD) vor. Die Upscaling-Funktion soll dafür sorgen, dass Full-HD-Inhalte auf 4K hochgerechnet werden. Die Südkoreaner zeigen zudem den neusten Smart-TV, den F8000 LED TV, der mit einem Quadcore-Prozessor läuft. Das kleinste Modell bietet einen 46-Zoll-, das grösste einen 75-Zoll-Bildschirm.

Schliesslich kündigte der Konzern das lang erwartete Evolution Kit an: Mit der Hardware kann man bestehende Samsung-Fernseher aus dem Jahr 2012 auf den Stand von 2013 bringen. Diese Modelle erhalten einen Quadcore-Prozessor und das Empfehlungs-Feature S-Recommendation (siehe Infobox).

4K-Inhalte geplant

Auch Sony liess an seiner Pressekonferenz am Montag die Muskeln spielen: Der Konzern stellte zwei neue 4K-Fernseher vor. Zum bereits bekannten 84-Zöller (Bravia 84X900) kommen neu ein Modell mit 55 Zoll (FSL-55) respektive 65 Zoll (Bravia X900A). Sie sollen preislich moderater ausfallen als das 84-Zoll-Modell (25'000 Dollar!), dürften aber immer noch deutlich teurer sein als Full-HD-Fernseher. Preise nannte Sony nicht.

Ein Problem von 4K will Sony gleich selber in die Hand nehmen: Derzeit fehlen Inhalte, welche diese Auflösung überhaupt ausnutzen. Hier will der japanische Elektronikriese mit neuen Filmen selbst vorangehen. Laut Sony-Chef Kazuo Hirai gibt es bereits Filmstudios, die Filme in 4K-Auflösung drehen. Ausserdem sollen bestehende Filme überarbeitet werden.

«4K ist nicht die Zukunft, es findet jetzt statt»

In 4K wird Sony so zum Beispiel «Spiderman», «Karate Kid», «Total Recall 2012» und weitere Blockbuster anbieten. In den USA soll im Sommer der erste Download-Service mit 4K-Inhalten starten. Auch Blu-Rays sind geplant. Bisherige Full-HD-Inhalte kann man mit den neuen Fernsehern problemlos anschauen.

«4K ist nicht die Zukunft, es findet jetzt statt», sagte Hirai an der Pressekonferenz. Und er konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf die Mitbewerber nicht verkneifen, die auf Oled setzen. Während andere bei ihren Technologien schon mal ihre Headline vergessen würden, liefere Sony wie geplant, so der Sony-Chef.

Allerdings kündigten auch Sharp (32-Zoll-Modell) und LG (55 und 65 Zoll) Geräte mit 4K-Auflösung an. Ganz nebenbei sagten LG-Manager, was das Oled-Modell kosten soll: Es wird ab März für 12'000 Dollar in den USA erhältlich sein.

Erstellt: 08.01.2013, 10:45 Uhr

Artikel zum Thema

«Diese TVs zu produzieren, ist irrwitzig heikel»

Die Bildschirmtechnologie Oled stellt die TVs von heute in den Schatten. Doch die Probleme der Hersteller sind offenbar grösser als erwartet. Kommt am Ende eine ganz andere Fernsehtechnologie zum Zug? Mehr...

«Beispiellose neue Fernseher-Form»

Technik-Freaks schauen in der kommenden Woche wieder gebannt in den Wilden Westen: Ab Dienstag öffnet die Elektronikmesse CES in Las Vegas ihre Pforten. Tagesanzeiger.ch/Newsnet wird direkt aus der Wüstenstadt berichten. Mehr...

Apple-Jünger gucken in die Röhre

Foxconn und Sharp sollen diverse Apple-TV-Designs testen, berichtet das «Wall Street Journal». Tim Cooks «Next Big Thing» wird aber kaum vor Ende 2013 erscheinen. Mehr...

Der mitdenkende TV

Smart-TV bleibt das zentrale Thema der grossen TV-Hersteller: Der Fernseher wird seit zwei Jahren kontinuierlich zur intelligenten App-Zentrale mit Internetdiensten ausgebaut.

So hat Samsung an der CES die komplett überarbeitete Benutzeroberfläche präsentiert, die jetzt den Homescreens von Smartphones ähnelt. Man blättert durch Seiten mit Schwerpunkten wie On Demand, Live-TV, Fotos, Apps oder Social Network.

Ebenfalls vorgestellt hat der Konzern das Empfehlungs-Feature S-Recommendation. Auf Basis der persönlichen Sehgewohnheiten stellt das System dem Zuschauer Sendungen vor, die ihm gefallen könnten. Quelle für die Auswertung sind das TV-Programm, aber auch On-Demand-Dienste und TV-Apps, die auf dem TV bereits installiert sind.

Den smarten Fernseher bedient man neben Fernbedienung mit Gestensteuerung oder Stimmeingabe. Die Kontrolle via Smartphone oder Tablet (je nach Inhalt als Zweitbildschirm verwendbar) gehört inzwischen zum Standard.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Blogs

Never Mind the Markets Die Inflation wird überschätzt
Mamablog Freiwillige Kinder vor!
Sweet Home Da werden wir weich

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

In allen Farben: Die Saint Mary's Kathedrale in Sydney erstrahlt in ihrem Weihnachtskleid. (9. Dezember 2019)
(Bild: Steven Saphore) Mehr...