Wann eine Fernbedienung perfekt ist

Fernseher mit Apps und Internet machen auch neuartige Steuerungen nötig. Die Hersteller gehen das unterschiedlich an.

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An der kommenden IFA (31. August bis 5. September in Berlin) werden wieder unzählige neue TV-Modelle präsentiert. Sie werden dünner, grösser und smarter sein als ihre Vorgänger. Der zeitgemässe Fernsehapparat kommt mit Zugang ins heimische WLAN und ins Internet, kann Websites darstellen und via Apps auf Dienste wie Facebook, Flickr, Picasa und andere zugreifen.

Das bedeutet, dass der TV ein bisschen zum Stuben-PC wird (so unattraktiv würden es die Hersteller natürlich nie formulieren). Doch ein PC bedarf einer ganz anderen Steuerung als ein Fernseher. Also müssen die Fernsteuerung, die klassische Benutzerschnittstelle zwischen Zuschauer und TV-Gerät, heute einiges mehr können. Insbesondere zwei Aufgaben gilt es zu bewältigen: Sie muss einen Zeiger über den Bildschirm bewegen (was am PC mit der Maus und am Laptop mit dem Trackpad passiert), und sie muss die Eingabe von Text ermöglichen (was am PC über die Tastatur erfolgt).

Beim TV-Kauf beachten

Die verschiedenen Hersteller gehen diese Herausforderung recht unterschiedlich an. Beim Kauf eines Gerätes sollte man deshalb unbedingt auch die Fernsteuerungen vergleichen, denn damit ist man fortan wortwörtlich hautnah konfrontiert. Philips hat ein Gyroskop in seine neue Top-Fernbedienung eingebaut. Berührt man den prominent platzierten Knopf auf der Vorderseite, bewegt sich der Zeiger auf dem Bildschirm entsprechend den Bewegungen der Hand in der Luft – ein bisschen wie mit einem Zauberstab. Das ist ziemlich intuitiv. Text gibt man mit der QWERTY-Tastatur auf der Rückseite der Fernbedienung ein. Alles in allem eine ansprechende Lösung.

Ein Gyroskop gibt es auch in den Fernbedienungen von LG, die sehr gut in der Hand liegen. Text gibt man hingegen über eine virtuelle Tastatur am TV ein, was weniger bequem ist. Eine vollständige Tastatur gibt es auch auf der Rückseite der etwas klobigen Sony-Fernbedienung, zu der die Google-TV-Settopbox gehört. Einen Cursor bewegt man mittels eines Trackpads auf der Vorderseite.

Fernbedienung wird mehr und mehr vom Smartphone abgelöst

Trackpads haben auch Samsung und Panasonic in gewissen Modellen integriert, wobei Panasonic das handlichere Modell anbietet. Bei Samsung ist der letzte Schrei die TV-Steuerung per Handgesten und Sprachbefehlen vom Sofa aus. Das ist jedoch nicht jedermanns Sache, denn dabei fehlt jegliches haptische Feedback (abgesehen von der Zuverlässigkeit). Ausschliesslich auf Richtungspfeil-Tasten, die übrigens alle mit anbieten, setzt Toshiba für sämtliche Belange.

Die völlig perfekte Lösung ist uns noch nicht begegnet. Ausserdem dürfte die Fernbedienung mehr und mehr von einem ganz anderen Gerät abgelöst werden: dem Smartphone. Dessen Bildschirm fungiert als Trackpad, und seine virtuelle Tastatur ist vielen eh schon vertraut. Entsprechende Apps gibt es von allen Herstellern kostenlos zum TV-Gerät dazu.

Erstellt: 07.08.2012, 20:49 Uhr

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