Was man beim Beamer-Kauf beachten muss

Die Fussball-WM werden viele Fans mit Freunden im Garten schauen wollen. Home-Cinema-Experte Roland Seibt beantwortet die wichtigsten Fragen zum privaten Public Viewing.

Mehr Licht: Für eine gartentaugliche WM eignen sich am besten Crossover-Geräte zwischen Heimkino und Business.

Mehr Licht: Für eine gartentaugliche WM eignen sich am besten Crossover-Geräte zwischen Heimkino und Business.

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1. Welche Einsatzorte eignen sich besonders gut für Beamer?
Prinzipiell kann man einen Beamer fast überall installieren, wo man eine Leinwand aufhängen kann und wo kein Direktlicht einfällt. Je dunkler der Raum, desto besser das Bild. Merke: Das beste Schwarz der Bildwiedergabe ist die Leinwand bei ausgeschaltetem Gerät – und das ist schon recht grau, wenn Licht im Raum ist.

2. Welches sind die Mindestanforderungen?
Beamer unterscheiden sich grundsätzlich in Heimkino- und Business-Geräte. Erstere besitzen eine besonders gute Filmwiedergabe in Full-HD-Auflösung, geben jedoch verhältnismässig wenig Licht ab. Ihr guter Schwarzwert und das leise Lüftergeräusch sind für den Einsatz im Heimkino, also möglichst voll abgedunkelten Raum, abgestimmt. Business-Beamer wurden für Geschäftspräsentationen entwickelt, sind sehr hell und kompakt (portabel), dafür aber lauter und nicht so gut bei der Filmwiedergabe wie Heimkinobeamer. Ihre Auflösung wurde auf Helligkeit und PC-Einstellungen optimiert.

3. Bald beginnt die Fussball-WM. Wie kann den Beamer gartentauglich machen?
Ideal eignen sich Crossover-Geräte zwischen Heimkino und Business. Die Geräte sollen tragbar sein, sehr, sehr viel Licht abgeben und trotzdem eine ordentliche Filmwiedergabe besitzen. Extrem hilfreich ist eine «graue» Leinwand mit erhöhtem Gainfaktor. Diese ist auf Restlicht, also Tageseinsatz optimiert und erhöht den Kontrast erheblich.

4. Was empfehlen Sie: HD-ready oder Full-HD?
Für dem Heimkinoeinsatz ist Full-HD absolut Pflicht und auch bereits ab umgerechnet 1400 Franken zu bekommen. Bei einer guten Blu-ray kann man die volle Auflösung nutzen und sieht sofort, wenn man nur HD-ready bekommt – jedoch nur im Dunkeln mit genügend Kontrastumfang. HD-ready-Beamer können deutlich lichtstärker sein, und das ist beim Garteneinsatz zum Fussball schauen entscheidend. Full-HD-Beamer mit richtig viel Licht (gemessen über 2000 Lumen) bekommt man erst ab etwa 2500 Franken.

5. Im Vergleich zu modernen LCD- und Plasmabildschirmen: In welchen Bereichen sind Beamer besser oder schlechter?
Beamer erzeugen ein fast beliebig grosses Bild, sind aber erheblich dunkler als TV-Geräte. Besonders LCD-Fernseher sind bei Tageslicht extrem brillant, da einige Filterscheiben exzellent gegen Raumlichteinflüsse ausgelegt sind.

6. Videoprojektoren sind keine Fernseher - welche Art von TV-Tunern empfehlen Sie? Auf was muss man bei solchen Geräten besonders achten?
Die Tunerwahl ist absolut davon abhängig, welches TV-Signal man sich woher holen muss und ob es verschlüsselt ist. Jeder gute Beamer hat einen HDMI-Eingang.

7. Auf was muss man beim Zubehör achten?
Gerade beim Ausseneinsatz ist die Qualität der Leinwand fast so wichtig wie diejenige des Beamers. Sie entscheidet darüber, wie viel Licht wohin zurückgeworfen wird. Anders als im Heimkino sollte es eine Leinwand mit hohem Gainfaktor sein. Hier sind allerdings einige hundert Franken fällig. Für den Sound sollte man keinesfalls die manchmal in Beamern integrierten Lautsprecher nutzen. Richtige Stadionatmosphäre kommt erst mit ordentlichen Boxen auf. Hier sind die Kabel dann auch nicht so wichtig wie beim Musikhören im akustisch optimierten Raum. Selbstverständlich muss man beim guten HDTV-Bild HDMI als Verbindung einsetzen – die alte gelbe Videoleitung hat ausgedient.

8. Es gibt LCD- und DLP-Projektoren. Was empfehlen Sie?
Bei LCD werden drei Panels für die Grundfarben von Licht durchleuchtet und das Ergebnis auf die Leinwand geworfen. DLP-Beamer unterhalb einem Preis von etwa 7000 Franken besitzen nur einen DLP-Chip, dessen Millionen kleiner Kippspiegel das Licht entweder auf die Leinwand oder ins Nichts werfen. DLPs werden durch ein Farbrad nacheinander mit den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau beleuchtet. Es gibt gute und schlechte Geräte in beiden Gattungen. Ich persönlich sehe die Farbschlieren und Regenbogen bei Bewegungen, die DLP-Geräte erzeugen, sehr deutlich, würde im Garten jedoch trotzdem auf DLP setzen, da diese Geräte leicht riesige Lichtleistungen erzeugen können.

Erstellt: 11.05.2010, 11:27 Uhr

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Roland Seibt ist seit 1995 als Redaktor für mehrere führende Magazine der Unterhaltungselektronik tätig, seit 2006 bei Weka Media Publishing. Bei der Zeitschrift «Video-HomeVision» ist er zuständig für alle Mess-, Test- und Bewertungsverfahren.

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Was hält der Experte von Projektoren mit LED-Leuchtmitteln?
Diese Lichtquelle eignet sich laut Seibt perfekt, um DLP-Projektoren deutlich besser zu machen. «Man kann auf das mechanische Farbrad verzichten, denn man nutzt LEDs in den Grundfarben, und die Lampen lassen sich extrem schnell ein-, ausschalten und dimmen, was die Regenbogenartefakte (Bildfehler) erheblich mindern kann.»

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