Welches TV-Angebot zu Ihnen passt

Seit Anfang Jahr neben Swisscom und Cablecom auch noch Sunrise mit Pauken und Trompeten ins TV-Geschäft eingestiegen ist, überbieten sich die grossen Anbieter mit Neuerungen. Eine Übersicht.

Verlor im vergangenen Jahr die Marktführerschaft beim digitalen TV an die Swisscom: UPC Cablecom.

Verlor im vergangenen Jahr die Marktführerschaft beim digitalen TV an die Swisscom: UPC Cablecom. Bild: Reto Knobel

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Beim Start ins Fernsehgeschäft Ende Januar pflasterte Sunrise die Schweiz mit Werbung für die neue Funktion des Nachhol-TV zu. Damit können verpasste Sendungen bei 80 Kanälen bis zu 30 Stunden nach der Ausstrahlung noch einmal angeschaut werden, ohne dass man sie aufgenommen haben muss.

Die Swisscom zog wenig später nach und führte ebenfalls eine Replayfunktion für ihr TV-Angebot ein. Angeboten wird die Replay-Funktion auch von Verte des Kabelnetzverbundes Quickline. Bei Konkurrentin UPC Cablecom ist sie derzeit noch nicht erhältlich, soll aber mit dem Start der neuen TV-Plattform Horizon in den nächsten Monaten eingeführt werden.

iPhone und iPad als Fernseher

Im Sommer weitete die Swisscom ihr gesamtes TV-Angebot auf Smartphones und Tablets aus. Damit kann der Swisscom-TV- Kunde von überall seine Aufnahmen ansehen, die er zu Hause auf der Box aufgenommen hat, oder Filme auf Abruf nutzen.

Cablecom wird diese Funktion ebenfalls mit Horizon bringen. In der Zwischenzeit ging die Kabelnetzbetreiberin, die im vergangenen Jahr die Marktführerschaft beim digitalen TV an die Swisscom verloren hat, mit einem Einstiegsangebot in die Offensive: Sie hat die Verschlüsselung für 55 Sender des digitalen Basisangebots bereits am (heutigen) Mittwoch abgeschafft, was ursprünglich erst auf Anfang nächsten Jahres vorgesehen war.

Damit sind jetzt 55 TV-Programme, davon 19 in hochaufgelöster Qualität (HD), unverschlüsselt ohne Zusatzgeräte digital empfangbar. Nun haben jetzt alle 811'000 Kunden Zugang zum digitalen Grundangebot, die bisher noch analoges TV geschaut haben.

Mit dem Wegfall der Grundverschlüsselung braucht es für das Basisangebot keine extra Empfangsbox beziehungsweise Digicard mehr. Nötig für den Empfang ist allerdings ein Fernseher mit integriertem Kabelnetzempfänger (DVB-C). Diesen haben mittlerweile die meisten modernen TV-Geräte eingebaut.

Der Konter

Die vorgezogene Aufhebung der Grundverschlüsselung kommt genau zwei Tage, nachdem die Swisscom im Kampf um die Fernsehkunden ebenfalls in die Offensive gegangen war. Beim «Blauen Riesen» können Kunden mit DSL-Internet-Monatsabo zusätzlich neu auch noch gratis digital fernsehen.

Das Einsteigerangebot «Swisscom TV light» bietet über 60 TV- Sender, zudem 22 in HD-Qualität, ohne monatliche Grundgebühr. Allerdings benötigt das Angebot im Gegensatz zur Cablecom eine Swisscom-TV-Box, die gratis mitgeliefert wird.

Sunrise prüft

Sunrise ihrerseits macht beim Rennen um die Einsteigerangebote nicht mit. «Im Moment besteht kein Handlungsbedarf. Wir sind gut aufgestellt mit unserem bisherigen Angebot», sagt Sunrise-Sprecher Michael Burkhardt.

Die Nachfrage nach Fernsehen mit Zusatzfunktionen wie etwa dem Nachhol-TV oder Video auf Abruf sei stark. Man schaue sich im Moment an, ob man Sunrise TV auch auf Smartphones und Tablets bringen werde, sagte Burkhardt.

Laut Schätzungen der Swisscom entfallen derzeit von den 4,216 Millionen TV-Anschlüssen in der Schweiz 2,766 Millionen aufs digitale Fernsehen. 730'000 Haushalte beziehen dabei ihre Sender über Satelliten oder terrestrische digitale TV-Antennen.

Swisscom TV derzeit an der Spitze

728'000 Kunden haben Swisscom TV abonniert, während 689'000 Haushalte auf das Cablecom-Angebot zugreifen. Die übrigen Kabelnetzbetreiber haben knapp 600'000 Kunden. Nachzügler Sunrise dürfte mittlerweile 24'000 Kunden angelockt haben, schätzt die Swisscom.

Künftig wird die Fernsehlandschaft in Zürich und anderen Städten noch bunter. Durch die Zusammenarbeit der Swisscom mit den lokalen Stadtwerken beim Glasfaserausbau können künftig auch kleinere TV- Anbieter in den Ballungsgebieten um Kunden werben. (ah/sda)

Erstellt: 20.11.2012, 08:28 Uhr

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