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Der Antichrist sozialer Medien

Er galt als Verfechter der Techno-Utopie. Facebook und Co. aber sieht Jaron Lanier als Gefahr für die Menschheit.

Vom Internetpionier zum Kulturpessimisten: Jaron Lanier. Foto: Kevin Hagan (NYT, Redux, Laif)
Vom Internetpionier zum Kulturpessimisten: Jaron Lanier. Foto: Kevin Hagan (NYT, Redux, Laif)

Wenn man mit Jaron Lanier spricht, nachdem er gerade eine seiner Brandreden gegen Facebook, Google und all die anderen sozialen Netze gehalten hat, die die Utopie einer digitalen Welt zum Wohle aller in einen monopolkapitalistischen Wahnsinn für suchtkranke Konsumidioten verwandelt haben, kommt er schnell ins Schnaufen. Das liegt weniger daran, dass ihm sein schwerer Körper zu schaffen macht. Nein, man spürt, wie ihn die Wut und die Verzweiflung anstrengen, weil er zu den Pionieren dieser Techno-Utopie gehörte und weil es so viel anstrengender ist, vor einer Katastrophe zu warnen, als eine glorreiche Zukunft zu prophezeien. Vor allem, wenn man aus einer Welt kommt, in der die glorreiche Zukunft schon immer das wichtigste Verkaufsargument war.

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