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«Beispiellose neue Fernseher-Form»

Technik-Freaks schauen in der kommenden Woche wieder gebannt in den Wilden Westen: Ab Dienstag öffnet die Elektronikmesse CES in Las Vegas ihre Pforten. Redaktion Tamedia wird direkt aus der Wüstenstadt berichten.

Revolutionärer Fernseher? Samsung hat in seinem Blog das Bild eines transparenten TV-Geräts publiziert.
Revolutionärer Fernseher? Samsung hat in seinem Blog das Bild eines transparenten TV-Geräts publiziert.
Samsungtomorrow.com

Technik-Freaks schauen in der kommenden Woche wieder gebannt in den Wilden Westen: Ab Dienstag öffnet die Elektronikmesse CES in Las Vegas ihre Pforten. Dabei zeichnen sich bereits vor dem Start der Schau im Spielerparadies in der Wüste von Nevada die grossen Trends ab, mit denen die Branche bei den Verbrauchern weltweit punkten will.

Traditionell nicht dabei ist Apple. Der Konzern verzichtet auf grosse Messeauftritte und präsentiert seine Neuheiten lieber mit ungeteilter Aufmerksamkeit auf hauseigenen Veranstaltungen.

Der grosse Abwesende

Neu ist in diesem Jahr, dass auch Microsoft auf die grosse Bühne Las Vegas verzichtet: Der Windows-Hersteller hatte die CES mehr als ein Jahrzehnt lang mit einer Präsentation eröffnet, zuletzt 2012 mit Konzernchef Steve Ballmer. Damit ist nun Schluss.

Damit fehlen auf der Rednerliste der diesjährigen Schau die auch bei Verbrauchern bekannten ganz grossen Namen. Beobachter werten diese Entwicklung als Indiz für die abnehmende Bedeutung der CES. Dennoch dürften die Aussteller in Las Vegas auch in diesem Jahr wieder reihenweise Neuerungen und Verbesserungen präsentieren.

Neues im TV -Markt

Ein Schwerpunkt dürften neue Fernseher und Inhalte sein. So könnte etwa Samsung ein transparentes TV-Gerät präsentieren - darauf deutet zumindest ein Eintrag im konzerneigenen Blog hin. Auf jeden Fall verspricht das Unternehmen eine «beispiellose neue Fernseher-Form».

Ein weiterer Fokus dürfte auf Inhalten für die Geräte liegen. Dieses Jahr werden laut einer Prognose des IT-Branchenverbands Bitkom etwa zwei Drittel aller in Deutschland verkauften Geräte internetfähig sein. Das eröffnet neue Möglichkeiten: So könnten die klassischen Fernsehprogramme auf dem grossen Bildschirm im Wohnzimmer künftig noch mehr Konkurrenz durch Abruf-Angebote, Videoplattformen im Internet und Online-Videotheken erhalten. Branchenbeobachter erwarten, dass hier auf der CES mehr Neues gezeigt wird als je zuvor.

Mehr Pixel, weniger Knöpfe

Ungebrochen dürfte auch in diesem Jahr der Trend zu besseren Bildschirmen und neuen Formen der Steuerung sein. Während sich die Bedienung etwa von Smartphones per Sprache bereits etabliert hat, setzen die Hersteller von Computern, Fernsehern und auch Autos nun vor allem auf die Gestensteuerung.

Dabei soll die Bewegungserkennung vor allem feiner und präziser werden. Wo heute noch oft wild mit den Armen gerudert wird, soll nach dem Willen der Entwickler schon bald der sprichwörtliche Fingerzeig reichen - um das Fernsehprogramm zu wechseln, durch eine Webseite zu scrollen oder die Heizung anzustellen.

Rechner auf vier Rädern

Wie bereits im vergangenen Jahr werden die grossen Autokonzerne eine wichtige Gruppe unter den Ausstellern sein. Kurz vor ihrer eigenen Branchenmesse in Detroit kommen in diesem Jahr unter anderem Audi, Chrysler, Ford, General Motors, Hyundai, Kia und Subaru nach Nevada um hier ihre neuesten digitalen Errungenschaften zu präsentieren.

Schon 2012 hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der CES angekündigt, das Auto zum «digitalen Begleiter» machen zu wollen. «Autos werden zu rollenden Computern», sagt nun Tom Coughlin vom Institute of Electrical and Electronics Engineers. Dabei trieben die Hersteller vor allem die Vernetzung der Autos mit existierenden Geräten wie Smartphones oder Tablet-Computern voran. «Autos sind eine Plattform für mobile Anwendungen - fangen wir also an, sie so zu gestalten, wie ich es will», beschreibt Coughlin die Entwicklung.

Es geht um die Werbung

Vor allem der einstige Internet-Pionier Yahoo dürfte sich einiges vorgenommen haben für die CES. Das gewöhnlich gut unterrichtete US-Weblog AllThingsD hatte unter Berufung auf Quellen innerhalb und ausserhalb des Konzerns berichtet, dass die seit einem halben Jahr amtierende Yahoo-Chefin Marissa Mayer einen wahren Marathon von Meetings und Partys in Las Vegas plant. Ihr Ziel: Tragfähige Partnerschaften mit möglichen Werbekunden schmieden, um Rivalen wie Google oder Facebook endlich etwas entgegen zu setzen.

Aber auch die anderen Spieler im Internet-Werbegeschäft dürften das Branchentreffen in Las Vegas nutzen, um sich für das neue Jahr mit neuen Allianzen aufzustellen oder alte Bündnisse zu festigen. Die langen Gänge und unzähligen Tagungszimmer und Suiten der Casino-Hotels bieten dazu mehr als genug Raum.

Redaktion Tamedia wird in den kommenden Tagen direkt aus Las Vegas berichten.

dapd/rek

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