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Das Fernsehen im Innovationsfieber

Die TV-Industrie erfindet sich fortwährend neu. Im Jahr 2012 ist das Fernsehen besser, einfacher, günstiger, mobiler, spannender und spassiger geworden.

Wunderkiste: An der IFA 2012 vorgestellter Oled-Fernseher.
Wunderkiste: An der IFA 2012 vorgestellter Oled-Fernseher.
Keystone

Die TV-Geräte kommunizieren mit dem Internet, die Unterhaltungsangebote werden immer vielfältiger und aus Zuschauern sind Mitmacher geworden.

Wer glaubte, das TV-Gerät würde durch moderne Unterhalter wie Smartphone und Tablets obsolet und in der Ecke verstauben, sieht sich getäuscht. Im vergangenen Jahr ist das Fernsehen besser, einfacher, günstiger, mobiler, spannender und spassiger geworden.

Bildqualität immer besser

Den sichtbarsten Fortschritt hat das Fernsehen bei der Bildqualität gemacht. Erstens werden immer mehr analoge, stromhungrige und flimmernde Analoggeräte durch Digitalfernseher ersetzt. Zweitens können diese neuen Geräte inzwischen Dutzende deutschsprachige Sender in High-Definition-Qualität (HD) zeigen.

Gegenüber dem herkömmlichen PAL-Bild haben sich bei der HD-Qualität Auflösung und Bildschärfe verdoppelt. So sehen Eishockey-Fans den Puck eher und Naturfreunde erkennen im Ameisenhaufen einzelne Krabbeltiere.

Zusatzinformationen auf Knopfdruck

Dank digitaler Bildübertragung können die Fernsehsendungen zudem einfach mit Informationen aus dem Internet ergänzt werden. Die dafür verwendete Technik nennt sich HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV) und ist ab Januar in der Schweiz nicht nur via Satellit, sondern auch über rund 2 Millionen Kabel-TV-Dosen verfügbar. Bei Dutzenden Sendern kann man dann einfach die rote Taste auf der Fernbedienung drücken, damit auf dem TV automatisch zur Sendung passende Zusatzinformationen erscheinen. Das Schweizer Fernsehen wird HbbTV bis Ende 2013 einführen.

Im vergangenen Jahr ist Fernsehen in der Schweiz auch einfacher und billiger geworden. So verzichtet der grösste TV-Verbreiter UPC Cablecom seit einigen Wochen auf die Verschlüsselung der wichtigsten Sender im Fernsehkabel. Man kann deshalb wieder wie im Analogzeitalter einfach mehrere TV-Geräte in verschiedenen Zimmern an die Empfangsdose stöpseln und ohne Decoderkarten oder Zusatzboxen fernsehen.

Mehr Sender für weniger Geld

Unverschlüsselte Sendungen lassen sich auch wieder einfach aufzeichnen. Den für HbbTV nötigen Internetanschluss liefert UPC neuerdings auch gleich kostenlos mit. Wer statt dem TV-Kabel lieber Telefonleitung oder Glasfaser nützt, kann auch via Internet günstiger fernsehen. Seit einigen Wochen schenkt Swisscom ihren Internet-Kunden das bisher kostenpflichtige TV-Paket «light» mit 60 TV-Sendern (davon 23 in HD) und 130 Radiosendern.

Wer bei einen anderen Internetanbieter über einen Anschluss mit mindestens 5 Megabit Tempo verfügt, kann auch bei Zattoo, Teleboy oder Wilmaa kostenlos bis zu 100 Sender am PC konsumieren. Für HD-Auflösung und Aufzeichnungsmöglichkeiten sind bei diesen Diensten jährlich rund 70 Franken fällig.

Immer mehr Internet-TV-Angebote lassen auch ohne Settop-Box direkt am Fernseher nutzen. Die neuen Modelle von LG haben Zattoo integriert, während der Hersteller Samsung mit dem TV-Anbieter Teleboy kooperiert. Ferner gibt es für Wilmaa und Zattoo günstige Zusatzboxen, um bestehender TV-Geräte aufzurüsten.

Fernsehen, wo und wann man will

Das TV-Angebot von Swisscom und einigen Internetanbietern lässt sich auch einfach mobil auf Smartphone oder Tablets nutzen. Wer allerdings mit dem Handy fernsieht, sollte vorgängig klären, ob sein Handy-Abo die dazu nötige grosse Datenmenge auch kostenlos einschliesst.

Fernsehen ist nicht nur mobil, sondern auch zeitunabhängig geworden. Viele Fernsehversorger bieten sogenanntes Recall-TV, bei dem man die Uhr einfach zurückdrehen kann. Dadurch ist man nicht länger vom Zeitdiktat der Sender abhängig. Auf einem zentralen Rechner im Internet werden dazu sämtliche Sender während 7 Tagen aufgezeichnet.

Der Kunde kann so jederzeit an TV oder Mobilgeräten «die Zeit zurückdrehen» und Verpasstes nachholen. Das ist beispielsweise praktisch, wenn man den Start des Krimis um einige Minuten verpasst hat. Einzelne Anbieter, wie beispielsweise Sunrise, erlauben zeitversetztes Fernsehen sogar in HD-Auflösung.

Immer reichhaltiger wird auch das Angebot von Filmen und Sendungen auf Abruf (Video on demand). Neben Spielfilmen kann man auch Fernsehserien nach Wunsch konsumieren. Wer bezahlt, darf einzelne Folgen sogar schon sehen, bevor sie im lokalen TV ausgestrahlt werden.

Auf dem Weg zum Mitmach-TV

Inzwischen experimentieren sowohl Fernsehanstalten als auch TV-Verbreiter mit unterschiedlichsten Formen des «Mitmach-TV». Einerseits kann man so seinen Freunden bei Facebook auf Knopfdruck mitteilen, welche Sendung man gerade verfolgt. Andererseits kann man über Mitteilungsdienste wie Twitter seinen Kommentar zu einer Sendung kundtun.

Dieser Kommentar erscheint dann für alle anderen Zuschauer sichtbar in einer Randspalte im TV-Bild. Immer mehr Fernsehkonsumenten nutzen so parallel zum TV auch einen zweiten Bildschirm (Second Screen) auf ihrem Smartphone oder Tablet. Mit speziellen Apps auf diesen Geräten holen die Programmanbieter nicht nur Informationen von ihren Zuschauern ab (Abstimmungen, Kommentare), sondern versorgen sie auch mit zusätzlichen Angaben (Darsteller-Biografie, Kamera hinter der Kulisse).

Fazit: Die gute alte Glotze beweist als Smart-TV nicht nur, dass der Fernseher mit modernen Unterhaltungsformen und Internetinhalten zurechtkommt. Er kooperiert sogar perfekt mit modernen Trends via Social Media. Die Mobilgeräte haben sich dabei nicht als TV-Killer, sondern als eine gelungene Ergänzung zum TV erwiesen.

SDA/rek

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