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Nur Samsung kann es mit Apple aufnehmen

Der südkoreanische Elektronikriese ist nicht mehr nur Weltmarktführer bei TVs, sondern auch bei Handys. Unter diesem Erfolg leidet Nokia – und die japanischen Elektronikriesen.

Samsungs Gewinn schiesst in die Höhe: Der Konzern mit Hauptsitz (Bild) in Seoul...
Samsungs Gewinn schiesst in die Höhe: Der Konzern mit Hauptsitz (Bild) in Seoul...
AFP
...verdiente im ersten Quartal dieses Jahres umgerechnet vier Milliarden Franken. Laut der «Korea Times» bastelt das Unternehmen auch an einem sozialen Netzwerk.
...verdiente im ersten Quartal dieses Jahres umgerechnet vier Milliarden Franken. Laut der «Korea Times» bastelt das Unternehmen auch an einem sozialen Netzwerk.
AFP
...die für westliche Beobachter seltsam anmuten. Hier lassen sich südkoreanische Arbeiter als Zeichen des Widerstands die Haare abrasieren.
...die für westliche Beobachter seltsam anmuten. Hier lassen sich südkoreanische Arbeiter als Zeichen des Widerstands die Haare abrasieren.
AFP
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So schnell kann es gehen: Nachdem Samsung für das Jahr 2010 einen Rekordgewinn verkünden durfte, überraschte der südkoreanische Konzern die Öffentlichkeit im April 2011 mit massiven Einbussen beim Betriebsgewinn für das erste Quartal. Und nur ein Jahr später präsentiert sich die Lage wieder ganz anders. In den ersten drei Monaten dieses Jahres machte Samsung einen Gewinn von 5,05 Billionen Won, umgerechnet rund vier Milliarden Franken (Redaktion Tamedia berichtete)– der grösste Quartalsgewinn der Firmengeschichte.

Knapp drei Viertel des Überschusses erwirtschaftet das Unternehmen mit Handys und Smartphones. Obwohl Samsung nicht offiziell bekannt gibt, wie viele Mobiles im vergangenen Quartal abgesetzt wurden, steht fest, dass der Elektronikriese mittlerweile mehr Geräte verkauft als Nokia: Am Mittwoch bestätigte Nokia-Verwaltungsratspräsident Jorma Ollila gegenüber dem finnischen TV-Sender MTV3, dass sein Unternehmen nach 14 Jahren Marktführerschaft abgelöst worden sei.

Duopol in Handywelt

Neue Nummer 1 ist trotz eines ebenfalls überaus erfolgreichen ersten Jahresquartals nicht iPhone-Hersteller Apple, sondern Samsung. Die Südkoreaner haben laut dem Marktforschungsinstitut Strategy Analytics von Januar bis März 2012 93,5 Millionen Mobiltelefone (davon 44,5 Millionen Smartphones) verkauft. Apple kommt auf 35,1 Millionen iPhones.

«Samsung und Apple», folgert Strategy-Analyst-Mann Neil Mawston, «haben die meisten grossen Wettbewerber überholt. Der Smartphone-Markt läuft Gefahr, ein Zweier-Rennen (two horse race, Red.) zu werden». Die Konstellation ist aber nicht in Stein gemeisselt – Mawston spricht im «Wall Street Journal» von einer zyklischen Industrie: «Einige Unternehmen beherrschen den Markt für eine Weile und gehen dann unter. In den 1980ern war Motorola an der Reihe, dann Ericsson und um das Jahr 2000 herum Nokia. Jetzt dominieren Apple und Samsung.»

Nicht uneingeschränkt optimistisch

Samsung-Manager Robert Yi gab sich denn auch trotz der guten Quartalszahlen nicht uneingeschränkt optimistisch. «Wir haben die vorsichtige Erwartung, dass unser Gewinnimpuls weiter nach vorne geht, da unsere Wettbewerbsfähigkeit in unseren wichtigsten Geschäftsfeldern verbessert ist», so die etwas umständliche Formulierung Yis gegenüber der Nachrichtenagentur dapd.

Tatsächlich gibt es auch bei Samsung Bereiche, welche der Führungsriege Kopfschmerzen bereiten: Im Geschäft mit Chips etwa fiel der Absatz im Vergleich zum ersten Quartal 2011 um 13 Prozent (Samsung macht in dieser Sparte aber immer noch Gewinn).

Noch ein Leidtragender

Samsung wird dies nicht nur aufgrund der Erfolge im Handygeschäft verschmerzen können: Wie das Analyseunternehmen Displaybank errechnet hat, verkauft Samsung mittlerweile mehr Plasma-Fernseher als der bisherige Marktführer Panasonic aus Japan. Da Samsung bei LCD-Fernsehern seit längerem die Poleposition innehat, verkauft somit kein anderes Unternehmen mehr TVs als Samsung.

Anders als im Mobilemarkt muss Samsung in diesem Segment Apple nicht fürchten. Jedenfalls noch nicht: Neben den Apple-Fans dürfte auch die Konkurrenz um Panasonic, Sony und Co. Apples kolportierte Fernsehpläne genau verfolgen.

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