Zum Hauptinhalt springen

So sieht das HD-TV von morgen aus

Nach LCD und Plasma könnte mit Oled bereits im Sommer eine dritte, völlig andersartige Bildschirmtechnik den Fernsehmarkt erobern. Die Serienfabrikation stellt Samsung und LG aber vor riesige Probleme.

Samsung stellte an der Consumer Electronics Show (CES) 2012...
Samsung stellte an der Consumer Electronics Show (CES) 2012...
AFP
...einen 55-Zoll-Oled-TV vor.
...einen 55-Zoll-Oled-TV vor.
AFP
Wie teuer die neue Bildschirmtechnik die Kunden zu stehen kommt, steht noch nicht fest. Derzeit geht man von einem Verkaufspreis von 8000 Dollar aus.
Wie teuer die neue Bildschirmtechnik die Kunden zu stehen kommt, steht noch nicht fest. Derzeit geht man von einem Verkaufspreis von 8000 Dollar aus.
AFP
1 / 8

In vier Monaten öffnet die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin ihre Tore. Die Unterhaltungselektronikmesse ist längst ausgebucht. Im Fokus der Besucher stehen vor allem Oled-Fernseher: Sowohl Samsung als auch LG haben bestätigt, an der IFA entsprechende 55-Zoll-TVs der europäischen Öffentlichkeit zu zeigen. Wie Redaktion Tamedia bereits vor zwei Monaten berichtet hat, warten Schweizer Unterhaltungselektronikunternehmen nur auf den Startschuss.

Auch Albrecht Gasteiner, Gründer des HDTV-Forums Schweiz, ist überzeugt, dass Fernsehgeräte mit Oled-Bildschirmen die Stars der IFA sein werden: «Mit der Technik der Organischen Leuchtdioden steigt nach LCD und Plasma eine dritte, völlig andersartige Bildschirmtechnik in den Ring. Die gespannte Aufmerksamkeit der Fachwelt richtet sich auf die neuen Geräte vor allem wegen deren durchaus spektakulären Eigenschaften.»

Energieeffiziente Technik

Techpionier Gasteiner – als Europa-PR-Manager eines japanischen Konzerns vor Jahrzehnten massgeblich an der Einführung der Digital-Audiotechnik und der CD beteiligt – konnte sich zu Jahresbeginn an der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas von den Vorzügen der Oled-Fernseher überzeugen. «Dort zeigten sie einen enormen Kontrastumfang von tiefem, satten Schwarz bis zu strahlender Brillanz sowie Farben von nie gesehener Klarheit und Intensität – alles nahezu unabhängig vom Blickwinkel. Ihre Fähigkeit zu mehr als hundertmal schnellerem Bildwechsel prädestiniert sie für die 3D-Wiedergabe.» Die Oled-Technik arbeite ausserdem äusserst energieeffizient: Die Leistungsaufnahme betrage trotz einer Bildschirmdiagonalen von 140 Zentimetern nur 70 Watt.

«Local Dimming Punkt für Punkt»

Gasteiner geht davon aus, dass die ersten grossen Oled-Geräte im Laufe des Sommers in ausgewählten Läden bereitstehen. Die kursierenden Preisangaben liegen laut Gasteiner bei ungefähr 8000 Franken für ein 55-Zoll-Gerät.

Die Serienfabrikation solcher Bildschirme stelle die Hersteller aber vor riesige Probleme: «Jeder Bildpunkt besteht aus einem Cluster dreier Leuchtdioden. Für einen HD-tauglichen Bildschirm benötigt man demnach 1920 mal 1080 mal 3 Leuchtdioden. Das sind mehr als sechs Millionen – und jede muss einzeln angesteuert werden – Local Dimming Punkt für Punkt, sozusagen.»

Hinzu komme, dass das organische Material äusserst empfindlich auf Sauerstoff und Feuchtigkeit reagiere. Die beiden auf diesem Gebiet führenden Unternehmen haben darum unterschiedliche Wege gewählt: «LG erzeugt mit roten, grünen und blauen Farbstoffen ein gemeinsames weisses Licht, das durch Farbfilter wieder in Rot, Grün und Blau verwandelt wird. Demgegenüber vertritt Samsung so etwas wie die 'reine Lehre' und setzt die Farbstoffe direkt Pixel für Pixel nebeneinander», erklärt Albrecht Gasteiner. Die Ergebnisse dieser beiden Verfahrensweisen könne man derzeit noch nicht unterscheiden – ebenso wie Langzeitstabilität und Lebensdauer.

Sony gibt sich noch nicht geschlagen

Die Fernsehzukunft bleibt also spannend – umso mehr, als Japan sich mit einem dritten Konzept zu Worte gemeldet hat: «Sony will mit 'Crystal-LED' wieder ins Bildschirmgeschäft einsteigen, also mit kristallinen Leuchtdioden. Auch dort haben die ersten Prototypen vielversprechende Qualitäten gezeigt. Doch ob und wann es sie zu kaufen geben wird, weiss heute noch niemand», sagt Gasteiner.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch