Wie viel Boom steckt im UE Boom 3?

Grösser, lauter, leichter zu bedienen und bequem aufzuladen, soll der neue Logitech-Lautsprecher sein. Wir haben ihn ausprobiert.

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Habe ich das jetzt richtig gehört? Aber ja, es kann kein Missverständnis sein. Der eine Junkie schwärmt im Bus seinen Kollegen doch tatsächlich von seinem Logitech-Lautsprecher vor. Das Ding sei super laut, und man könne es sogar mal an die Wand schmeissen.

Ersteres kann ich aus unserem Alltag bestätigen und Letzteres mindestens ansatzweise nachvollziehen. Bei uns zu Hause ist ein UE Boom 2 von Logitech nun schon mehrere Jahre im Kinderzimmer im Einsatz.

Er macht seinem Ruf als Sorgloslautsprecher alle Ehren. Und wenn man mal wieder das Bändli einer Tonbandkassette aufdrehen muss, wünscht man sich, man hätte das Märli doch schnell auf Spotify gesucht, statt dem Nachwuchs die Kassette überlassen.

Eleganter und weniger poppig

Nun findet man in den Läden bereits die dritte Generation dieser Lautsprecher des Schweizer Zubehörspezialisten. Sie heissen Boom 3, sehen etwas eleganter und weniger poppig aus. Aber an Taufkerzen erinnern sie mit den prominenten Plus- und Minus-Tasten weiterhin.

Für den Test hat uns Logitech einen UE Megaboom 3 (230 Franken) zur Verfügung gestellt. Das ist die grössere und lautere Variante des normalen Boom 3 (170 Franken). Er ist ideal für die Stube, aber, um etwa im Veloanhänger die Jungmannschaft mit Trudi Gerster bei Laune zu halten, schon fast übermotorisiert. Für den Preis und die Grösse gibt es am Klang der teils bunten Zylinder nichts auszusetzen.

Wo einschalten?

Trotz dem neuen Design erkennt der dreijährige Lautsprecherprofi bei uns zu Hause sofort, dass es sich beim schwarzen Zylinder um einen Lautsprecher handelt. Doch dann die Enttäuschung. Er lässt sich nicht einschalten. Der Junior drückt immer wieder auf den Knopf, aber der Lautsprecher startet nicht.

Was der Kleine nicht wissen kann, der Boom 3 hat einen zusätzlichen Knopf bekommen. Nebst dem Power-Knopf gibt es jetzt auch einen prominenten Kontrollknopf. Damit kann man die Musik starten, pausieren oder mal einen Song weiter hüpfen.

Seltener zum Telefon greifen

Nach der anfänglichen Verwirrung kann sich nun auch der Junior-Kritiker für den Knopf begeistern. Denn so kann er sich künftig ganz allein durch seine Spotify-Playlist hören und unliebsame Songs bequem überhüpfen.

Damit schafft Logitech ein Problem mit früheren Lautsprechern aus der Welt. Dank dem grossen Knopf muss man nun seltener zum Telefon greifen. Ansonsten funktioniert der Lautsprecher gleich wie die Vorgänger. Einmal per Bluetooth mit dem Handy verbunden, verbinden sich die zwei immer wieder automatisch, sobald man den Lautsprecher eingeschaltet hat.

Koppeln und laden

Der Megaboom 3 liess sich im Test ohne Probleme mit dem Boom 2 koppeln, sodass man sich aus zwei Ecken mit Musik beschallen lassen kann. Eine sehr willkommene Neuerung ist das Power Up genannte Ladedock (45 Franken). Stellt man den Lautsprecher hin und wieder da drauf, muss man sich um den Akku künftig keine Sorgen mehr machen.

Anders als etwa bei vielen Smartwatches muss man dabei nicht zirkeln, um den Lautsprecher richtig aufs Dock und die Ladestifte zu setzen. Das Design ist so schlau, dass man praktisch nichts falsch machen kann.

Auch ohne das Ladedock dürfte man kaum Akkuprobleme bekommen. Unseren Boom 2 laden wir vielleicht einmal pro Woche. Eher noch seltener. Dort wirbt Logitech mit 15 Stunden Ausdauer. Denselben Wert soll auch der neue Boom 3 bieten. Beim Megaboom wirbt Logitech mit 20 Stunden.

Fazit: In Zeiten von WLAN-Lautsprechern mit allen möglichen Zusatzfunktionen staunt kaum noch jemand über einen Bluetooth-Lautsprecher. Wenn man aber einfach ein bisschen Musik hören möchte und sich nicht mit Technik und vor allem Kabeln herumärgern will, bleiben die Logitech-Lautsprecher eine der besten Entscheidungen, die man treffen kann.

Budget-Tipp: Statt den neuen Boom 3 zu kaufen, könnte es sich lohnen, mit dem Boom 2 das Vorgängermodell zu nehmen. Das gibt es hin und wieder bei Aktionen sogar für unter 100 Franken.

Erstellt: 15.10.2018, 16:37 Uhr

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