Alles nur Theater?

Nach dem Putschversuch sind die türkischen Twitter-Nutzer gespalten, wie sich bei den populären Hashtags zeigt.

Auf Twitter sind die Erdogan-Befürworter in der Mehrheit – und die Gegner werden mit Denunziation bedroht.

Auf Twitter sind die Erdogan-Befürworter in der Mehrheit – und die Gegner werden mit Denunziation bedroht. Bild: Ammar Awad/Reuters

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Der Putschversuch hält die Social-Media-Nutzer auch in der neuen Woche in Atem, so berichtet es die BBC. Einer der häufig gebrauchten Hashtags lautet #Idamistiyorum. Er verleiht der Forderung nach der Todesstrafe für die Putschisten Ausdruck – illustriert bei manchen Tweets mit einem Strick.

Andere Hashtags rufen nicht nach Vergeltung, sondern sind als stolze Durchhalteparolen zu verstehen: #TürkiyeYenilmedi (Die Türkei wird nicht besiegt) und #MilletTarihYaz?yor (Die Menschen schreiben Geschichte).

Die Erdogan-kritischen Nutzer verwenden Hashtags wie #NeDarbeNeDiktatörlük: weder Putsch noch Diktatur. Und einer der prononciertesten Hashtags drückt aus, das alles sei kein Putsch, sondern bloss Theater – und alles nur eine Inszenierung von Erdogan: #DarbeDe?ilTiyatro

Einige der Argumente der Leute, die an eine Verschwörung von Erdogan glauben, sind in diesem Facebook-Beitrag nachzulesen: Das Mobilfunknetz sei nicht abgeschaltet worden, und Erdogan habe unbehelligt mit einer Regierungsmaschine mit eingeschaltetem Transponder einige Runden über Istanbul gedreht.

Aus dem gleichen Lager stammt auch der Hashtag #OscarGoesToErdogan, der den türkischen Ministerpräsidenten bei der Entgegennahme eines Academy Award zeigt.

Kritische Beiträge von türkischen Bürgern in den sozialen Medien sind indes nicht ohne Risiko. Wie die Agenturen mitteilen, sollen die Nutzer sozialer Medien Leute anzeigen, die den Putschversuch mutmasslich unterstützt haben: Laut der Nachrichtenagentur Anadolu sollen Profile gemeldet werden, die «terroristische Aktivitäten» unterstützten. Bei solcher «schwarzen Propaganda» in den sozialen Medien sollten die Bürger Screenshots nehmen und die Daten der Nutzer über die Mailadresse der Polizeidirektion melden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.07.2016, 13:09 Uhr

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