Ein unterschätzter Dienst

Darf man mit dem Chef auf Facebook befreundet sein? Und wünschen Sie weniger Chaos im Newsfeed? Die Listenfunktion bringt Ordnung und Antworten.

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Aktive Nutzer auf Facebook kennen die Problematik. Die Anzahl der Freunde, Gruppenmitgliedschaften und gelikten Seiten nimmt ständig zu. Die vielen Meldungen bringen Chaos in den Newsfeed. Meldungen von Freunden werden nicht angezeigt, Updates von Facebook-Seiten sind nicht oder nur sporadisch sichtbar. Abhilfe bei dieser Problematik bringt eine wenige genutzte jedoch äusserst praktische Funktion von Facebook: Freundes- und Interessenlisten.

Facebook Freundeslisten

Viele Nutzer von Facebook sammeln im Laufe der Zeit eine grosse Menge an Freundschaften. Nicht alle dieser Freunde sind gleich einzuordnen: Familienmitglieder, Freizeitfreunde, Schulfreunde, Arbeitskollegen und Geschäftskontakte sind gleichermassen unter Freunde zu finden. Genau aus diesem Grund hat Facebook sogannte Freundeslisten erschaffen. Neben den von Facebook als Standard angelegten Listen «Enge Freunde», «Bekannte», «Familie», «Wohnort», «Schule» und «Eingeschränkt» können individuelle neue Listen wie beispielsweise «Arbeitskollegen» oder «Sportverein» angelegt werden. Bestehende Freunde können einer oder mehreren Listen zugeordnet werden. Mit Hilfe dieser Listen kann, ist die Zuordnung einmal erfolgt, der Newsfeed gefiltert und gleichzeitig Privatsphäre-Einstellungen exakt auf die Listen abgestimmt werden.

Automatische Listen «Smart Lists» und Standardlisten

Einige Listen werden von Facebook vollautomatisch erstellt wie «Enge Freunde», «Bekannte», «Familie», «Wohnort», «Schule», «Arbeitsplatz». Freunde werden dabei anhand übereinstimmender Kritierien (z.B. gleicher Arbeitgeber, gleicher Wohnort, gleiche Schule) automatisch zugewiesen. Zusätzlich bestehen drei weitere Listen per Standard: «Gute Freunde», «Bekannte» und «Eingeschränkt». Freunde, welche der Liste «Gute Freunde» hinzugefügt werden, erscheinen regelmässig im Newsfeed, Freunde, die der Liste «Bekannte» zugewiesen werden, erscheinen nur bei wichtigen Updates (beispielsweise Wohnortswechsel, Heirat, etc.). Personen, welche der Liste «Eingeschränkt» zugeteilt werden, erhalten nur Updates angezeigt, welche explizit für alle freigegeben wurden.

Freundeslisten als Filter für den Newsfeed

Nachdem die gewünschten Listen erstellt wurden, erscheinen diese Listen in der linken Spalte auf der Startseite von Facebook unterhalb des Menüpunktes Freunde. Häufig benötigte Listen können als Favorit ausgewählt und fixiert werden. Wird eine dieser Freundeslisten angeklickt, erscheinen im Newsfeed nur noch Meldungen von Mitgliedern der ausgewählten Freundesliste. Pro Freundesliste kann ausgewählt werden, welche Aktualisierungen angezeigt werden sollen.

Freundeslisten zur Verbesserung der Privatsphäre

Ein weiterer riesiger Vorteil der Freundesliste ist die damit verbundene Verbesserung der Privatsphäre. Bei sämtlichen die Privatsphäre betreffenden Einstellungen kann nicht nur «öffentlich» oder «nur Freunde» gewählt werden, über die Einstellung „Benutzerdefiniert“ kann die Sichtbarkeit eines publizierten Pinnwandbeitrages, eines Links oder eines Fotoalbums individuell auf einzelne Freundeslisten beschränkt oder für einzelne Freundeslisten explizit verborgen werden. Somit ist eine klare Unterteilung von familiären, beruflichen oder öffentlichen Aktivitäten gezielt möglich. Ein Fotoalbum kann beispielsweise für Freunde sichtbar gemacht, jedoch für Arbeitskollegen oder Geschäftspartner komplett ausgeblendet werden. Genau auf diese Variante können so gezielt Nachrichten an einzelne Freunde oder Freundeslisten, z.B. an alle Freunde aus dem Fussballverein, Arbeitskollegen, Familienmitglieder, etc., publiziert werden. Personen, welche mehreren Freundeslisten zugeordnet wurden, sehen jeweils die für sie publizierten Inhalte nach dem Ausschlussverfahren, gehört beispielsweise eine Person der Liste «Arbeitskollegen» und «Sportverein» an und es wird ein Beitrag nur für «Sportverein», nicht aber für «Arbeitskollegen» publiziert, sieht die entsprechende Person den Beitrag nicht.

Einmaliger Aufwand - langfristige Ordnung

Zugegeben, wer noch nicht mit Listen gearbeitet hat wird bald feststellen, dass die erstmalige Zuweisung der bestehenden Freunde zu individuell angelegten Listen relativ aufwändig und zeitraubend ist. Der Aufwand lohnt sich allerdings schnell, die damit verbundene Ordnung dürfte nach einer kurzen Gewöhnungsphase markant mehr Übersicht und eine stark verbesserte Privatsphäre bieten.

Selectr.me bringt einfach und schnell Ordnung ins Chaos

Wer bereits länger bei Facebook mit dabei ist und eine Freundesliste von deutlich mehr als 100 Freunden aufweist, dürfte grosse Freude an der Facebook Applikation selectr.me haben. Selectr.me hilft Freunde per Drag & Drop zu Freundeslisten hinzufügen und schnell und einfach neue Freundeslisten zu erstellen.

Interessenlisten

Analog der Freundeslisten können in Facebook sogenannte Interessenlisten angelegt werden. Zu den individuell erstellten Interessenlisten können beispielsweise Abonnemente von nicht befreundeten Personen (öffentliche Statusmeldungen der entsprechenden Personen) oder Facebook Seiten hinzugefügt werden. Anhand der Interessenlisten kann ebenfalls der Newsfeed gefiltert werden. Somit ist es möglich, ganz gezielt einzelne Personen oder Seiten zu einem Thema (Beispielsweise Fussball, Politik, Shopping, etc.) zusammenzufassen und sich sämtliche Aktualisierungen zu diesem Thema anzeigen zu lassen.

Erstellt: 06.10.2012, 11:55 Uhr

Zur Person

Thomas Hutter ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät Unternehmen rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und sozialen Netzwerken. Der Hauptfokus liegt auf Facebook.

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