Facebook vor Strafe von fünf Milliarden Dollar

Die Busse wegen den Datenschutz-Skandalen beträgt offenbar nicht einmal einen Zehntel des jährlichen Facebook-Gewinns.

Die Strafe im Datenschutz-Skandal soll gemäss Berichten des «Wall Street Journals» rund fünf Milliarden Dollar betragen. Bild: Reuters

Die Strafe im Datenschutz-Skandal soll gemäss Berichten des «Wall Street Journals» rund fünf Milliarden Dollar betragen. Bild: Reuters

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Die US-Konsumentenschutzbehörde FTC hat Facebook wegen Verletzung der Privatsphäre laut einem Pressebericht zu einer Strafe von rund fünf Milliarden Dollar verdonnert. Zuvor hatte die Handelsbehörde über ein Jahr gegen den Online-Riesen ermittelt.

Die fünf leitenden Vertreter der Kommission hätten in dieser Woche mit drei zu zwei Stimmen für eine Zahlung von rund 5 Milliarden Dollar votiert, schrieb das «Wall Street Journal» am Freitag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Die Vertreter der Republikaner hätten dafür, die der Demokraten dagegen votiert. Der Bericht werde jetzt vom Justizministerium geprüft. Wie lange das dauert, sei offen. Im Kern geht es um die Frage, ob Facebook gegen eine Vereinbarung mit der FTC aus dem Jahr 2011 verstossen hat, laut der die Privatsphäre von Nutzern zu schützen sei. Die FTC und Facebook lehnten einen Kommentar ab.

Weniger als ein Zehntel des Gewinns

Das jetzt in Rede stehende Bussgeld wäre das höchste, das die FTC je gegen ein Technologieunternehmen verhängt hat. Allerdings entspricht die Strafe nicht einmal einem Zehntel des Facebook-Gewinns von knapp 56 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.

Facebook hatte sich bereits auf eine Strafe eingestellt und im April mitgeteilt, dass diese sich auf fünf Milliarden Dollar belaufen könnte. Die FTC hatte im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals vor über einem Jahr eine Ermittlung eingeleitet. Die Datenanalyse-Firma, die im US-Wahlkampf auch für den späteren Präsidenten Donald Trump arbeitete, hatte Daten von Millionen von Nutzern bei Facebook abgreifen können. Seit der Affäre ist der Internetkonzern durch weitere Datenschutzverstösse noch tiefer in die Kritik geraten. (anf/sda)

Erstellt: 12.07.2019, 23:41 Uhr

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