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Nur mit richtigem Namen

Dürfen Pseudonyme auf Facebook verwendet werden? Nein, meint Thomas Hutter. Der Nutzer riskiert eine komplette Sperrung des Profils.

Wer ist echt, wer nicht: Facebook-Profile als Collage. 
Bild: Google

Wer ist echt, wer nicht: Facebook-Profile als Collage. Bild: Google

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Viele Schweizer Facebook-Nutzer verwenden anstelle ihres richtigen Namens ein Pseudonym. Dahinter steckt in vielen Fällen keine böse Absicht. Doch damit laufen sie Gefahr, von Facebook gesperrt zu werden. Denn die Echtnamen-Kultur gehört zu den Gründungsprinzipien der Plattform.

Warum verwenden Menschen Pseudonyme?

Die Verwendung von Falschnamen hat im Internet Tradition. Zu Zeiten der ersten Chaträume und Diskussionsforen traten die wenigsten Menschen mit dem eigenen Namen auf – eine vermeintliche Anonymität hinter Pseudonymen war gegeben. Entsprechend gross war allerdings auch das Missbrauchspotenzial. Mobbing, Beleidigungen und Rufmord gehörten zur Tagesordnung. Nicht zuletzt, um diesen negativen Aspekten Einhalt zu gebieten, setzen moderne Social Networks wie Xing, Linkedin und Facebook auf die Verwendung von richtigen Namen.

Gemeinschaft von echten Personen

Facebook beschreibt in seinem Hilfebereich: «Facebook ist eine Gemeinschaft, in der Nutzer ihre wahren Identitäten verwenden. Alle Nutzer müssen ihre echten Namen angeben, damit immer klar ist, mit wem du dich verbindest.» In den Richtlinien zur Namensgebung wird das Thema Realname weiter verdeutlicht:

  • Der Name, den du verwendest, sollte dein wirklicher Name sein, so wie er auf deiner Kreditkarte, deinem Studentenausweis etc. angegeben ist.
  • Spitznamen können als Vorname oder zweiter Vorname verwendet werden, wenn es sich dabei um eine Variante deines echten Vornamens oder Nachnamens handelt (wie Steffi anstelle von Stefanie).
  • Du kannst auf deinem Konto auch einen anderen Namen angeben (z. B. Mädchenname, Spitzname oder beruflicher Name), indem du einen alternativen Namen auf deinem Profil (Chronik) angibst.
  • Es sollte nur der Name einer einzigen Person in dem Konto angegeben werden – Profile (Chroniken) sind ausschliesslich zur Nutzung durch Individuen bestimmt.
  • Die Nachahmung von Gegenständen oder Personen ist nicht gestattet.

Auch die Nutzungsbedingungen von Facebook nehmen sich den Themen Namen und korrekte Informationen an. Unter Punkt 4 «Registrierung und Sicherheit von Konten» steht: «Facebook-Nutzer geben ihre wahren Namen und Daten an und wir benötigen deine Hilfe, damit dies so bleibt. Im Folgenden werden einige Verpflichtungen aufgeführt, die du bezüglich der Registrierung und der Wahrung der Sicherheit deines Kontos uns gegenüber eingehst.» Die wären:

1. Du wirst keine falschen persönlichen Informationen auf Facebook bereitstellen oder ohne Erlaubnis ein Profil für jemand anderen erstellen. 2. Du wirst nur ein einziges persönliches Konto anlegen. 3. Wenn wir dein Konto sperren, wirst du ohne unsere Erlaubnis kein anderes erstellen.

Sperrung des Facebook-Kontos möglich

Selbstverständlich erkennt Facebook nicht automatisch, ob es sich bei einem Namen um die korrekte Bezeichnung oder ein Pseudonym handelt. So ging Facebook 2009 im Bemühen, sogenannte Fake-Profile zu entfernen, etwas gar übereifrig vor. So wurde zum Beispiel die Nutzerin Alicia Istanbul aus dem sozialen Netzwerk verbannt, weil man hinter ihrem Namen ein gefälschtes Profil vermutete. Heute setzt Facebook auf die Kontrolle der User. Nutzer können Facebook mithilfe der «Melden»-Funktion auf falsche Profile hinweisen, was übrigens häufiger passiert, als viele annehmen. Melden mehrere Benutzer ein Profil als «Fake», überprüft Facebook das Konto. Erhärtet sich der Verdacht, dass es sich beim verwendeten Namen um ein Pseudonym handelt, sperrt das Netzwerk das Konto. Eine Reaktivierung des Kontos ist nach der Sperrung nur nach dem Hochladen eines Personalausweises oder eines anderen amtlichen Dokumentes möglich. Erfolgt keine Verifizierung, bleibt das Konto und damit verbunden auch alle Daten, Bilder und Verbindungen gesperrt.

Authentische Kommunikation

Der Zwang zur Nutzung des eigenen Namens bringt aber auch viele Vorteile. Immer mehr Unternehmen stellen sich über ihre Facebook-Seiten dem Dialog mit Kunden. Diese können dank der Verwendung des Realnamens identifiziert werden, ein direkter Dialog ist möglich. Mit der Echtnamen-Strategie wird die authentische Kommunikation gefördert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Urheber von schädlichen Inhalten sind relativ schnell identifiziert.

Erstellt: 01.10.2012, 11:00 Uhr

Thomas Hutter. Bild: zvg

Zur Person

Thomas Hutter ist Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Er berät Unternehmen rund um den strategischen und nachhaltigen Einsatz von digitaler Kommunikation und sozialen Netzwerken. Der Hauptfokus liegt auf Facebook.

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