Der stille Siegeszug des Hochformats

Eine kleine Änderung in Youtubes Mobile-App zeigt, wie wichtig das ungeliebte Videoformat geworden ist.

Liegt auf der Hand: Ein Zuschauer filmt eine Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump. (20. August 2016)

Liegt auf der Hand: Ein Zuschauer filmt eine Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump. (20. August 2016) Bild: Carlo Allegri/Reuters

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Seitdem Smartphones mit Kameras und einer Videoaufnahmefunktion ausgestattet sind, gibt es sie: hochformatige Filme. Der Vorteil liegt auf der Hand (im wahrsten Sinne des Wortes): Hochkant zu filmen, ist einhändig bequem möglich, im Querformat wird es schon schwieriger.

Ästheten hingegen verteufeln das aufrechte Filmen – was nie so war, darf nicht sein. Doch eine Neuerung in Youtubes Mobile-App könnte genau dem jetzt Vorschub leisten: Wie die grösste Videoplattform der Welt am Dienstag ankündigte, würde sich der Player künftig automatisch dem Format anpassen, in dem ein Video hochgeladen wurde.

So funktioniert die Video-Anpassung in der neuen Youtube-App. (Gif: Youtube)

Youtube vollzieht damit einen längst überfälligen Schritt, ganz egal, wie man zu dieser Form der Filmerei steht. Über die Hälfte aller Nutzung von Youtube findet auf einem mobilen Gerät statt. Das bedeutet, dass immer mehr Inhalte eben auch von Smartphones hochgeladen werden – oft vertikal gefilmt.

Längst hat sich das Format in den sozialen Medien eingenistet, Snapchat hat es sogar zum alleinigen Standard erhoben. Und doch reagieren Youtube-Nutzer immer noch höchst leidenschaftlich, wenn es um die Frage horizontal oder vertikal geht.

So ungefähr argumentieren Verfechter des horizontalen Films – hier mit Augenzwinkern.

Die Argumente sind immer die gleichen. Das menschliche Sichtfeld sei horizontal und durch die beiden nebeneinander angeordneten Augen bestimmt, Film- und Fernsehformate haben sich immer im horizontalen Rahmen bewegt. Vielleicht ist es aber einfach an der Zeit, sich einzugestehen: Hochformatige Bewegtbilder sind keine neuzeitliche Unart, sondern einfach ein weiterer (digitaler) Blickwinkel auf die Welt, ermöglicht durch Technologie, die wir alle nutzen und wohl niemand mehr missen möchte. Oder wie Youtube-CEO Susan Wojcicki in ihrer Ankündigung der Neuerungen im Juni sagte: Horizontal oder vertikal – wen kümmert das schon? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.09.2017, 16:27 Uhr

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