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«Ein Sputnik-Schock tut uns gut»

Soziologe Dirk Helbing sagt, Europa brauche ein Apollo-Projekt, um die Lufthoheit im IT-Bereich zurückzugewinnen.

«Wenn jeder verwundbar ist, leiden die Innovation und die Meinungsvielfalt», sagt Dirk Helbing. (Bild: Sabina Bobst)
«Wenn jeder verwundbar ist, leiden die Innovation und die Meinungsvielfalt», sagt Dirk Helbing. (Bild: Sabina Bobst)

Die Enthüllungen über die NSA-Spionage haben Europa gezeigt, welche Tragweite die Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie haben. Wie beurteilen Sie die Position der europäischen Staaten in diesem Bereich?

Europa hat die Entwicklungen in diesem Bereich völlig verschlafen. Fast alle IT-Giganten, mit Ausnahme von SAP, sind in den USA: Google, Apple, Microsoft, Amazon. Die Hardware wird weitgehend in Asien produziert. Ehemals innovative Unternehmen wie Skype und Nokia wurden von Microsoft übernommen. Das Zeitalter der digitalen Gesellschaft ist in vollem Gange, aber Europa ist eine einzige IT-Wüste. Es hat 6 Monate gedauert, bis die Europäer begonnen haben, die Tragweite der Snowden-Enthüllungen zu verstehen, aber es geht um noch viel mehr als die Möglichkeit der totalen Überwachung jedes vernetzten Weltbürgers. Ich glaube nicht, dass Europa sich schon bewusst ist, was die Entwicklung für unsere Zukunft bedeutet.

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