Facebook geht Partnerschaft mit Thinktank ein

Das Digital Forensic Research Lab des Atlantic Councils soll Facebook helfen, Desinformation und die Beeinflussung von Wahlen zu verhindern.

Fix Facebook? Nach der Kritik der letzten Monate wird Facebook aktiv – wie effektiv das ist, muss sich zeigen.

Fix Facebook? Nach der Kritik der letzten Monate wird Facebook aktiv – wie effektiv das ist, muss sich zeigen. Bild: Facundo Arrizabalaga/Keystone

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Der Social-Media-Konzern Facebook geht eine Partnerschaft mit dem Atlantic Council ein, einem US-amerikanischen Thinktank. Die Ankündigung kommt, nachdem es in den Wochen nach den Enthüllungen rund um die Beraterfirma Cambridge Analytica ruhig um Facebooks politische Relevanz geworden war.

Die Betreiber der weltgrössten Social-Media-Plattform wollen mit der Zusammenarbeit die politische Integrität von Wahlen garantieren – Facebook war vor allem wegen versuchter Einflussnahme dritter Parteien auf der Plattform auf die US-Präsidentschaftswahlen 2016 in die Kritik geraten. Zuletzt hatte ihr Gründer Mark Zuckerberg bei Anhörungen in Washington Besserung gelobt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Facebook verlauten lassen, die Zahl der Angestellten, die für die Sicherheit der Plattform zuständig sind, bis Ende 2018 auf 20'000 zu verdoppeln. Diese werden künftig mit Mitarbeitenden des Digital Forensic Research Labs des Atlantic Councils zusammenarbeiten. Auch Facebooks Policy- und Produktabteilungen sollen involviert werden. Während Wahlen und anderen «sensiblen Momenten» kann Facebook künftig auch auf Monitoring-Dienste des Councils zurückgreifen.

Kann die Zusammenarbeit Facebook öffnen?

Ob die Experten des Atlantic Councils Einblicke in die Funktionsweise von Facebook erhalten werden, bleibt offen. Wissenschaftler fordern seit längerem Zugriff auf das Innenleben der Plattform, um besser verstehen zu können, wie sich Nachrichten verbreiten und weshalb sie auf Facebook ihre Wirkung entfalten. Bislang ist dies jedoch nicht geschehen.

Das Digital Forensic Research Lab betont, offen und für alle nachvollziehbare Arbeit zu leisten. Es sieht seine Aufgabe in der Kooperation darin, demokratische Debatten und Wahlen weltweit zu verteidigen, und beteuert, auch weiterhin alle Social-Media-Plattformen – Facebook inklusive – kritisch zu beäugen. Wahlbeobachter für Facebook wollen sie nicht sein, die Herausforderung wäre mehr, das «big picture» im Auge zu behalten: Wie sieht die Medienlandschaft aus, welche Player sind in den verschiedenen Regionen relevant und wie agieren sie und wie interagieren klassische Medien und Social Media?

Von der Partnerschaft verspricht sich das Digital Forensic Research Lab ein tieferes Verständnis dessen, wie Desinformation im Netz funktioniert und wie man ihr begegnen kann. Man sei sich bewusst, dass die Kooperation kritisch betrachtet würde – in den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob die Experten das Unternehmen zu mehr Offenheit bewegen können. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.05.2018, 19:37 Uhr

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