Facebook liest auch im Messenger mit

Eher unfreiwillig hat Mark Zuckerberg enthüllt, dass auch in der Nachrichten-App von Facebook Inhalte gescannt werden.

Auch für den Messenger gilt: Facebook scannt die Nachrichten auf Missbrauch.

Auch für den Messenger gilt: Facebook scannt die Nachrichten auf Missbrauch. Bild: Jenny Kane/Keystone

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Am Ostermontag hatte Ezra Klein in seinem stets hörenswerten Podcast Mark Zuckerberg zu Gast. Gegen Ende der Sendung lenkt Klein das Gespräch auf Rohingya-feindliche Propaganda, die auf der Social-Media-Plattform verbreitet wurde.

Der Facebook-Gründer antwortet, Mitarbeiter hätten bemerkt, dass Nachrichten per Facebooks Nachrichtensystem Messenger an beide Seiten des Konflikts verschickt wurden, um diese anzustacheln. Diese Nachrichten wurden als «hate speech» eingestuft und gestoppt, bestätigt er.

Gastgeber Klein hakt an dieser Stelle nicht nach, aber es ist offensichtlich, dass Facebook mitbekommt, was die Nutzer des Messengers versenden. Gegenüber Bloomberg bestätigt das Unternehmen, dass im Chat-Tool die gleichen Massnahmen greifen wie auf dem Rest der Plattform, um Missbrauch zu verhindern. Wenn gesendete Nachrichten von Nutzern gemeldet werden, werden sie von Moderatoren kontrolliert; darüber hinaus bestehen automatisierte Vorgänge, die beispielsweise das Verbreiten von Inhalten verhindern, die gegen die Nutzerrichtlinien verstossen.

Cambridge Analytica: 30'000 Schweizer Nutzer betroffen

In einer Mitteilung vom 4. April stellt Facebook klar, dass ab sofort für die Plattform selbst, für den Messenger und für Instagram – das ebenfalls zum Unternehmen gehört – die gleichen Datenschutzrichtlinien gelten. Der Facebook-Messenger war bis 2014 teil von Facebook selbst, seither existiert eine eigenständige Mobile-App, die losgelöst von der Mutterplattform funktioniert.

Die unfreiwillige Enthüllung einer eigentlich gut meinenden Praxis kommt zur Unzeit für Facebook: Der Skandal um den Datenmissbrauch durch die Firma Cambridge Analytica hallt weiterhin nach. Jetzt wurde bekannt, dass das britische Unternehmen Zugriff auf die Daten von 87 Millionen Nutzern hatte – weitaus mehr als die bislang bekannten 50 Millionen. Der «Blick» hat erfahren, dass in der Schweiz die Daten von knapp 30’000 Nutzern kompromittiert wurden.

Video – «Es tut mir sehr leid, dass das passiert ist»

Facebook-Chef Mark Zuckerberg im CNN-Interview zum Skandal um den Datenmissbrauch von bis zu 50 Millionen Nutzern. (Video: Tamedia, CNN)

(mmo)

Erstellt: 05.04.2018, 10:57 Uhr

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